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FOMC: Zinsstraffung nicht stattgefunden
23.09.16 07:50
Legg Mason
Baltimore (www.anleihencheck.de) - Die Falken im Federal Open Market Committee (FOMC) der amerikanischen Zentralbank haben gestern bekommen, was sie wollten: Eine Zinsstraffung hat wie erwartet nicht stattgefunden, aber ein möglicher Zinsschritt im Dezember ist durchgeklungen, so Jack McIntyre, Portfoliomanager von der Legg Mason-Tochtergesellschaft Brandywine Global.
Während man bei der FED also alles beim Alten gelassen habe, habe sich die japanische Notenbank (BoJ) entschieden, neue Wege zu gehen.
Die BoJ gehe ihre Währungspolitik nun mit dem Skalpell und nicht mit dem Fleischerbeil an.
Das solle heißen, dass die Japaner spezifischer vorgehen würden. Anstatt wie bisher Ziele für das Anleihekaufprogramm zu etablieren, würden die Währungshüter nun versuchen wollen, die Renditekurve des Landes zu kontrollieren. Diese stelle die Renditen von Wertpapieren mit verschiedenen Laufzeiten grafisch dar.
Der Plan sei, die Inflationserwartungen zu erhöhen, was wiederum die Anleiherenditen erhöhen und damit zu einer steileren Kurve führen sollte. Damit solle Druck von den heimischen Banken genommen werden, deren Gewinnspannen unter dem aktuell negativen Zinsumfeld leiden würden. Was letztendlich aber passieren müsse, sei, dass die Renditekurve aus eigener Kraft ansteige. Das bedeute im Klartext: mehr Inflation müsse in der japanischen Wirtschaft verankert werden.
Die BoJ habe sich außerdem zu ihrem Inflationsziel von zwei Prozent bekannt und Bereitschaft gezeigt, dies sogar zu überschreiten. Damit könnten am längeren Ende der Renditekurve Inflationserwartungen eingepreist werden, wenn die Inflation anfange umzuschlagen. Ein starker Yen sei ein Vorbehalt für diese Pläne. Wenn der Yen ansteige, werde das einen Inflationsabbau oder eine Deflation beflügeln und damit werde die BoJ unter Druck gesetzt, weiter zu handeln - zum Beispiel durch den Ankauf von ausländischen Staatsanleihen.
Nach Meinung des Experten warte die BoJ auf den richtigen Augenblick, bis Abes Regierung weiteren fiskalpolitischen Stimulus einführe oder sogar noch besser, seinen dritten Pfeil, die Strukturreformen, einsetze.
Bis es soweit sei, könnte in Amerika bereits der nächste Zinsschritt stattgefunden haben. Bei der gestrigen Sitzung des FOMC habe es bereits drei Mitglieder gegeben, die sich schon gestern für eine Straffung ausgesprochen hätten. Dies deute darauf hin, dass die Falken an Popularität gewinnen würden. Der Markt rechne mit einer Wahrscheinlichkeit von über 50% auf eine Zinsanhebung im Dezember. Sollte die FED dies nicht tun, müsse man sich fragen, ob man sich tatsächlich in einem Straffungszyklus befinde. (Ausgabe vom 22.09.2016) (23.09.2016/alc/a/a)
Während man bei der FED also alles beim Alten gelassen habe, habe sich die japanische Notenbank (BoJ) entschieden, neue Wege zu gehen.
Die BoJ gehe ihre Währungspolitik nun mit dem Skalpell und nicht mit dem Fleischerbeil an.
Der Plan sei, die Inflationserwartungen zu erhöhen, was wiederum die Anleiherenditen erhöhen und damit zu einer steileren Kurve führen sollte. Damit solle Druck von den heimischen Banken genommen werden, deren Gewinnspannen unter dem aktuell negativen Zinsumfeld leiden würden. Was letztendlich aber passieren müsse, sei, dass die Renditekurve aus eigener Kraft ansteige. Das bedeute im Klartext: mehr Inflation müsse in der japanischen Wirtschaft verankert werden.
Die BoJ habe sich außerdem zu ihrem Inflationsziel von zwei Prozent bekannt und Bereitschaft gezeigt, dies sogar zu überschreiten. Damit könnten am längeren Ende der Renditekurve Inflationserwartungen eingepreist werden, wenn die Inflation anfange umzuschlagen. Ein starker Yen sei ein Vorbehalt für diese Pläne. Wenn der Yen ansteige, werde das einen Inflationsabbau oder eine Deflation beflügeln und damit werde die BoJ unter Druck gesetzt, weiter zu handeln - zum Beispiel durch den Ankauf von ausländischen Staatsanleihen.
Nach Meinung des Experten warte die BoJ auf den richtigen Augenblick, bis Abes Regierung weiteren fiskalpolitischen Stimulus einführe oder sogar noch besser, seinen dritten Pfeil, die Strukturreformen, einsetze.
Bis es soweit sei, könnte in Amerika bereits der nächste Zinsschritt stattgefunden haben. Bei der gestrigen Sitzung des FOMC habe es bereits drei Mitglieder gegeben, die sich schon gestern für eine Straffung ausgesprochen hätten. Dies deute darauf hin, dass die Falken an Popularität gewinnen würden. Der Markt rechne mit einer Wahrscheinlichkeit von über 50% auf eine Zinsanhebung im Dezember. Sollte die FED dies nicht tun, müsse man sich fragen, ob man sich tatsächlich in einem Straffungszyklus befinde. (Ausgabe vom 22.09.2016) (23.09.2016/alc/a/a)


