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FOMC: Leitzins unverändert - Zinssenkungen vom Tisch - Zinstief erreicht!
12.12.19 11:45
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Federal Reserve hat gestern Abend auf der letzten Notenbanksitzung des Jahres erwartungsgemäß die Füße stillgehalten und die FED Funds Target Rate bei 1,75% belassen, so die Analysten der Nord LB.
Erstmals seit Mai habe es im Gremium keine abweichende Meinung zu dieser Zinsentscheidung gegeben.
Im FOMC-Statement hätten sich nur wenige Veränderungen gefunden. Die bedeutsamste, eher hawkish zu interpretierende, Anpassung dürfte sein, dass die Gremiumsmitglieder bei der geldpolitischen Analyse zukünftig nicht mehr die "anhaltende Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung" als wesentlichen Faktor betont hätten, sondern stattdessen sich auf "die globale Entwicklungen und den verhaltenden Preisdruck" konzentrieren würden.
Auf der anschließenden Pressekonferenz habe Jerome Powell dann aber keinen Zweifel daran gelassen, dass das Streichen des Wortes "Unsicherheit" keine Bedeutung habe, denn weiterhin böten die globalen Wirtschaftstendenzen Anlass zur Sorge. Gewisse Risiken für die Konjunktur bestünden weiterhin und damit auch für - derzeit unwahrscheinliche - Rate Cuts. Andererseits kämen Zinsanhebungen überhaupt nur dann in Frage, falls sich das preisliche Umfeld deutlich ändern würde und nachhaltiger massiver Preisdruck aufkäme. Das deute darauf hin, dass der FED-Präsident einer derjenigen Gremiumsmitglieder sei, der ein länger anhaltendes unverändertes Leitzinsniveau anstrebe.
Das dies auch für die Mehrheit im FOMC gelte, sei in den angepassten Zinsprojektionen ersichtlich. Die sogenannten "Dot Plots" würden erkennen lassen, dass für Ende 2020 13 der 17 Notenbanker keine Zinsanpassung voraussehen würden - dagegen wollten vier Notenbanker eine höhere, kein einziger eine niedrigere FED Funds Target Rate. Der Median notiere für Ende 2020 nun entsprechend bei stabilen 1,625%.
Bemerkenswerterweise lägen die Mediane für 2021 und 2022 bei 1,9% bzw. 2,1%. Demnach sei für die Gremiumsmitglieder das Zinstief nun erreicht, moderat aufwärts solle es dann erst wieder in 2021 und 2022 gehen. Für das BIP-Wachstum und die PCE Kerninflationsrate seien die Projektionen für alle betrachteten Jahre beibehalten, für die Arbeitslosenquote für jedes Jahr um jeweils 0,2-Prozentpunkte nach unten angepasst worden (2020: von 3,7% auf 3,5%).
Die Sorge vor einer anstehenden Rezession möge zwar weiterhin vorhanden sein, sie sei aber nicht mehr vorherrschend. Denn die Konjunktur der USA könne ohne Zweifel als recht solide bezeichnet werden - insbesondere im Vergleich zu anderen Volkswirtschaften. Einige Schatten (im Verarbeitenden Gewerbe) und die Tatsache, dass sich die meisten Handelspartner bereits in einem Abwärtstrend befinden würden, müssten die US-Notenbanker aber auch weiterhin berücksichtigen.
Eine Zinssenkung im kommenden Jahr sollte angesichts der globalen Unsicherheiten nicht ganz ausgeschlossen werden. Dies gelte aber nur, wenn sich keine Ergebnisse zwischen Trump und Xi erzielen ließen und es gar zu einer Eskalation käme. Eine gewisse (Teil-)Einigung könnte bereits die Stimmung heben und konjunkturstimulierende Maßnahmen der Federal Reserve unnötig machen. Der konjunkturelle Datenkranz für die USA sei schließlich nicht so schlecht.
Die Kapitalmärkte hätten verhalten reagiert: Die US-Aktienmärkte und der Euro in US-Dollar würden etwas höher tendieren, die Renditen der US-Treasuries hätten zunächst leicht südwärts gezeigt.
Die FED habe - wie erwartet - die Füße still gehalten und den Leitzins bei 1,75% belassen. Die Notenbanker würden weiterhin die globalen Entwicklungen und die moderaten Inflationstendenzen sehr genau betrachten, aber keine Notwendigkeit mehr für weitere Zinssenkungen sehen. Das Zinstief sollte erreicht sein! Während die Notenbanker für das kommende (Wahl-)Jahr keine Zinsanpassung erwarten würden, würden sie für die Jahre 2021 und 2022 sogar wieder von jeweils einer Zinsanhebung ausgehen. Sollte sich in den kommenden Wochen eine Teil-Einigung zwischen den USA und China und damit eine globale Stimmungsaufhellung ergeben - womit die Analysten rechnen würden - seien Zinssenkungen in den USA tatsächlich vom Tisch. (12.12.2019/alc/a/a)
Erstmals seit Mai habe es im Gremium keine abweichende Meinung zu dieser Zinsentscheidung gegeben.
Im FOMC-Statement hätten sich nur wenige Veränderungen gefunden. Die bedeutsamste, eher hawkish zu interpretierende, Anpassung dürfte sein, dass die Gremiumsmitglieder bei der geldpolitischen Analyse zukünftig nicht mehr die "anhaltende Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung" als wesentlichen Faktor betont hätten, sondern stattdessen sich auf "die globale Entwicklungen und den verhaltenden Preisdruck" konzentrieren würden.
Auf der anschließenden Pressekonferenz habe Jerome Powell dann aber keinen Zweifel daran gelassen, dass das Streichen des Wortes "Unsicherheit" keine Bedeutung habe, denn weiterhin böten die globalen Wirtschaftstendenzen Anlass zur Sorge. Gewisse Risiken für die Konjunktur bestünden weiterhin und damit auch für - derzeit unwahrscheinliche - Rate Cuts. Andererseits kämen Zinsanhebungen überhaupt nur dann in Frage, falls sich das preisliche Umfeld deutlich ändern würde und nachhaltiger massiver Preisdruck aufkäme. Das deute darauf hin, dass der FED-Präsident einer derjenigen Gremiumsmitglieder sei, der ein länger anhaltendes unverändertes Leitzinsniveau anstrebe.
Bemerkenswerterweise lägen die Mediane für 2021 und 2022 bei 1,9% bzw. 2,1%. Demnach sei für die Gremiumsmitglieder das Zinstief nun erreicht, moderat aufwärts solle es dann erst wieder in 2021 und 2022 gehen. Für das BIP-Wachstum und die PCE Kerninflationsrate seien die Projektionen für alle betrachteten Jahre beibehalten, für die Arbeitslosenquote für jedes Jahr um jeweils 0,2-Prozentpunkte nach unten angepasst worden (2020: von 3,7% auf 3,5%).
Die Sorge vor einer anstehenden Rezession möge zwar weiterhin vorhanden sein, sie sei aber nicht mehr vorherrschend. Denn die Konjunktur der USA könne ohne Zweifel als recht solide bezeichnet werden - insbesondere im Vergleich zu anderen Volkswirtschaften. Einige Schatten (im Verarbeitenden Gewerbe) und die Tatsache, dass sich die meisten Handelspartner bereits in einem Abwärtstrend befinden würden, müssten die US-Notenbanker aber auch weiterhin berücksichtigen.
Eine Zinssenkung im kommenden Jahr sollte angesichts der globalen Unsicherheiten nicht ganz ausgeschlossen werden. Dies gelte aber nur, wenn sich keine Ergebnisse zwischen Trump und Xi erzielen ließen und es gar zu einer Eskalation käme. Eine gewisse (Teil-)Einigung könnte bereits die Stimmung heben und konjunkturstimulierende Maßnahmen der Federal Reserve unnötig machen. Der konjunkturelle Datenkranz für die USA sei schließlich nicht so schlecht.
Die Kapitalmärkte hätten verhalten reagiert: Die US-Aktienmärkte und der Euro in US-Dollar würden etwas höher tendieren, die Renditen der US-Treasuries hätten zunächst leicht südwärts gezeigt.
Die FED habe - wie erwartet - die Füße still gehalten und den Leitzins bei 1,75% belassen. Die Notenbanker würden weiterhin die globalen Entwicklungen und die moderaten Inflationstendenzen sehr genau betrachten, aber keine Notwendigkeit mehr für weitere Zinssenkungen sehen. Das Zinstief sollte erreicht sein! Während die Notenbanker für das kommende (Wahl-)Jahr keine Zinsanpassung erwarten würden, würden sie für die Jahre 2021 und 2022 sogar wieder von jeweils einer Zinsanhebung ausgehen. Sollte sich in den kommenden Wochen eine Teil-Einigung zwischen den USA und China und damit eine globale Stimmungsaufhellung ergeben - womit die Analysten rechnen würden - seien Zinssenkungen in den USA tatsächlich vom Tisch. (12.12.2019/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,15 % | 2,15 % | - % | 0,00% | 31.05./17:30 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| XFARIV001614 | 2,65 % | 2,15 % | ||


