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FED wird heute voraussichtlich die Zinsen anheben - das erste Mal seit 2018


16.03.22 12:03
XTB

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Seit Monaten ist keine Sitzung des Offenmarktausschusses der Federal Reserve Bank (FOMC) so aufmerksam erwartet worden, so Maximilian Wienke, CFTe, Marktanalyst bei XTB.

Die Notenbanker würden die US-Geldpolitik neu ausrichten. Doch wie würden sich ihre Entscheidungen auf Aktien, Devisen und Gold auswirken?

Die wichtigsten Highlights vorab:

- Die FED werde heute voraussichtlich die Zinsen anheben - das erste Mal seit 2018
- Powell werde trotz kriegsbedingter Unsicherheit eine weitere Straffung andeuten
- Die Entscheidung falle um 19 Uhr, die Konferenz beginne 30 Minuten später
- XTB werde live über die Veranstaltung in der Rubrik "Nachrichten" berichten

Zunächst der "leichte" Teil. Die FED habe sie so gut kommuniziert, dass es keine Zweifel gebe: Der Zinssatz werde heute um 25 Basispunkte erhöht. Dies sei die erste Zinserhöhung nach der Pandemie. Die Märkte hätten den Schritt schon lange eingepreist. Und so komme es heute nicht auf die Entscheidung selbst an, sondern auf das, was danach komme.

Als erstes gelte es, den "Dot-Plot" zu beachten. Das sei ein Diagramm, in dem die Mitglieder des FOMC ihre Erwartungen hinsichtlich der künftigen Zinssätze offenlegen würden. Im Dezember hätten sie nur zwei Zinserhöhungen für 2022 gesehen. Jetzt sähen die Märkte mindestens ... sechs! Die erste Frage sei also, ob die Grafik diese Erwartungen bestätige.

Die zweite sei die Bilanz. Wahrscheinlich würden sich die US-amerikanischen Währungshüter nicht weiter festlegen, aber FED-Präsident Powell werde sich auf der Konferenz nach der Sitzung Fragen nach dem Ausgangspunkt und dem Tempo der Bilanzreduzierung stellen müssen. Der Begriff Bilanzreduzierung beschreibe das Gegenteil von Quantitative Easing, also QE ("Gelddrucken"), das die Aktien in den vergangenen Jahren so sehr begünstigt habe. Je früher die Umkehrung beginne, desto schlechter seien die Nachrichten für die Aktienmärkte.

Der technologielastige Index US100 habe zuletzt eine starke Korrektur verzeichnet, die hauptsächlich auf die erwartete Änderung der Geldpolitik zurückzuführen sei. Eine Straffung sei negativ, aber der Markt sei kurzfristig überverkauft und die 13.000er Zone habe dreimal gehalten, was eine Grundlage für eine mögliche kurzfristige Erholung biete - es sei denn, die FED sei weiter "hawkisch", d.h. sie verknappe die Geldversorgung noch weiter.

Der Goldpreis habe in letzter Zeit die Höchststände von 2020 getestet, tendiere aktuell aber wieder schwächer, da die Kriegsängste etwas nachlassen würden. Hier gelte die einfache Regel: Je hawkischer - also strenger - die FED, desto schlechter für den Goldpreis.

Das Währungspaar EUR/USD befinde sich weiterhin in einem starken Abwärtstrend. Und da der Krieg den Euro vergleichsweise stärker treffe als den US-Dollar, habe sich dieser Trend noch weiter verstärkt. Eine FED auf geldpolitischem Straffungskurs bedeute einen stärkeren Dollar. Aber es sei zu bedenken, dass die Markterwartungen für die US-Währung bereits hoch seien.

Die Experten von XTB würden erwarten, dass die FED die Zinsen um 25 Basispunkte anheben werde. Die Erwartungen hinsichtlich künftiger Zinserhöhungen seien bereits hoch, sodass die Sitzung kein "negatives Ereignis" für die Märkte sein müsse. Das größte Risiko für Aktien im Jahr 2022 bleibe jedoch der künftige Abbau der Bilanz.

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link. (16.03.2022/alc/a/a)