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FED will kein Öl ins Feuer gießen
27.10.23 13:10
RBC BlueBay Asset Management
London (www.anleihencheck.de) - Die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen erreichten in der vergangenen Woche zum ersten Mal seit 2007 die Marke von 5 Prozent, so Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay, RBC BlueBay Asset Management.
Nachdem Anfang der Woche die Investoren Bill Ackman und Bill Gross in den sozialen Medien für den Besitz von Anleihen plädiert hätten, habe sich die Anlageklasse erholt. Der Aufschwung sei aber nur von kurzer Dauer gewesen.
Diese Entwicklung zeige erneut: Wir würden uns in einem Marktumfeld mit erhöhter Volatilität befinden, in dem selbst marginale Faktoren massive Auswirkungen auf die Preise haben könnten. Daher sei RBC BlueBay Asset Management derzeit risikoscheu.
Das US-Bruttoinlandsprodukt sei im dritten Quartal auf Jahresbasis um 4,9 Prozent gestiegen. Damit setze sich die Reihe guter Konjunkturdaten aus den USA fort. Die Stärke der US-Wirtschaft erhöhe nach Meinung von RBC BlueBay Asset Management das Risiko, dass die US-Notenbank Federal Reserve (FED) die Zinsen weiter anheben müsse, um die Nachfrage zu dämpfen und die Inflation auf 2 Prozent zu senken. Das würden auch die jüngsten Äußerungen des FED-Vorsitzenden Jerome Powell im Economic Club of New York widerspiegeln. Vorerst bleibe aber die vorherrschende Meinung, dass die Währungshüter mehr oder weniger am Ende des aktuellen Straffungszyklus angelangt seien.
RBC BlueBay Asset Management sei nach wie vor der Ansicht, dass sich das Wachstum bis Mitte nächsten Jahres verlangsamen werde. Nach Meinung von RBC BlueBay Asset Management müsse die FED in diesem Zyklus nicht mehr als eine weitere Zinserhöhung vornehmen. Es brauche einfach Geduld, bis die Geldpolitik Wirkung zeige.
Zunächst wolle die FED es wohl vermeiden Öl ins Feuer zu gießen und werde sich eher gegen die jüngsten Bewegungen bei Anleihen mit längeren Laufzeiten stemmen. Das mache eine Zinserhöhung in der nächsten Woche unwahrscheinlich, während das Vorgehen im Dezember von den Daten abhänge.
In der Eurozone habe die Europäische Zentralbank (EZB) den Einlagensatz wie erwartet bei 4 Prozent gehalten. RBC BlueBay Asset Management sei der Meinung, dass die meisten EZB-Ratsmitglieder nun mit dem aktuellen Stand zufrieden seien und zunächst die weitere wirtschaftliche Entwicklung abwarten wollten.
Die kürzlich von der EZB veröffentlichte Bank Lending Survey deute auf eine weitere Verschlechterung der Kredit- und Nachfragebedingungen hin. Als einer der Hauptgründe werde die anhaltende Reduzierung der Zentralbankbilanz genannt. Sollte sich die Wirtschaft im Euroraum bis zum Jahresende stabil entwickeln und die Kerninflation auf einem guten Niveau liegen, würden vermutlich Anfang 2024 die Diskussionen über einen weiteren Bilanzabbau im Mittelpunkt stehen.
Im Vorfeld der Halloween-Sitzung der Bank of Japan (BoJ) in der kommenden Woche würden die jüngsten Zahlen zum Verbraucherpreisindex in Tokio die Verantwortlichen kaum darin bestärken, dass die Inflation auf einem nachhaltigen Weg zurück in Richtung 2 Prozent sei. Die Kerninflationsrate - also ohne frische Lebensmittel und Energie - habe den zehnten Monat in Folge über 3 Prozent gelegen.
Der Yen befinde sich gegenüber dem US-Dollar auf einem kritischen Niveau. Die Glaubwürdigkeit der BoJ werde durch das Hin und Her zwischen Interventionen auf dem Devisenmarkt und dem Anleihemarkt - also gleichzeitiger Lockerung und Straffung - zunehmend belastet. Die jüngsten Spekulationen in der japanischen Wirtschaftszeitung Nikkei, wonach die BoJ-Verantwortlichen ernsthaft eine weitere Anpassung der Zinskurvenkontrolle in der nächsten Woche in Erwägung ziehen würden, würden nicht überraschen. RBC BlueBay Asset Management sei der Meinung, dass die Zinssätze im Falle der von ihm erwarteten Änderung der Geldpolitik steigen würden und der Yen aufgrund der Unterbewertung gegenüber dem US-Dollar anziehen dürfte.
Die große Frage sei jetzt, ob 5 Prozent bei den Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen der Höhepunkt oder nur ein Etappenziel auf dem Weg zu 6 Prozent und mehr seien. RBC BlueBay Asset Management sehe allmählich Anzeichen für Risse an den Aktien- und Anleihemärkten. Wenn die Renditen weiter steigen würden, könnte bald eine Bruchstelle erreicht sein und eine größere Marktkorrektur stattfinden.
Im Moment herrsche eine Menge Unsicherheit. Der makroökonomische Ausblick sei unklar. Es gebe zu viele Variablen, zu viele Unbekannte und zu viel Volatilität, da eine geopolitische Krise auf die nächste folge. (27.10.2023/alc/a/a)
Nachdem Anfang der Woche die Investoren Bill Ackman und Bill Gross in den sozialen Medien für den Besitz von Anleihen plädiert hätten, habe sich die Anlageklasse erholt. Der Aufschwung sei aber nur von kurzer Dauer gewesen.
Diese Entwicklung zeige erneut: Wir würden uns in einem Marktumfeld mit erhöhter Volatilität befinden, in dem selbst marginale Faktoren massive Auswirkungen auf die Preise haben könnten. Daher sei RBC BlueBay Asset Management derzeit risikoscheu.
Das US-Bruttoinlandsprodukt sei im dritten Quartal auf Jahresbasis um 4,9 Prozent gestiegen. Damit setze sich die Reihe guter Konjunkturdaten aus den USA fort. Die Stärke der US-Wirtschaft erhöhe nach Meinung von RBC BlueBay Asset Management das Risiko, dass die US-Notenbank Federal Reserve (FED) die Zinsen weiter anheben müsse, um die Nachfrage zu dämpfen und die Inflation auf 2 Prozent zu senken. Das würden auch die jüngsten Äußerungen des FED-Vorsitzenden Jerome Powell im Economic Club of New York widerspiegeln. Vorerst bleibe aber die vorherrschende Meinung, dass die Währungshüter mehr oder weniger am Ende des aktuellen Straffungszyklus angelangt seien.
RBC BlueBay Asset Management sei nach wie vor der Ansicht, dass sich das Wachstum bis Mitte nächsten Jahres verlangsamen werde. Nach Meinung von RBC BlueBay Asset Management müsse die FED in diesem Zyklus nicht mehr als eine weitere Zinserhöhung vornehmen. Es brauche einfach Geduld, bis die Geldpolitik Wirkung zeige.
In der Eurozone habe die Europäische Zentralbank (EZB) den Einlagensatz wie erwartet bei 4 Prozent gehalten. RBC BlueBay Asset Management sei der Meinung, dass die meisten EZB-Ratsmitglieder nun mit dem aktuellen Stand zufrieden seien und zunächst die weitere wirtschaftliche Entwicklung abwarten wollten.
Die kürzlich von der EZB veröffentlichte Bank Lending Survey deute auf eine weitere Verschlechterung der Kredit- und Nachfragebedingungen hin. Als einer der Hauptgründe werde die anhaltende Reduzierung der Zentralbankbilanz genannt. Sollte sich die Wirtschaft im Euroraum bis zum Jahresende stabil entwickeln und die Kerninflation auf einem guten Niveau liegen, würden vermutlich Anfang 2024 die Diskussionen über einen weiteren Bilanzabbau im Mittelpunkt stehen.
Im Vorfeld der Halloween-Sitzung der Bank of Japan (BoJ) in der kommenden Woche würden die jüngsten Zahlen zum Verbraucherpreisindex in Tokio die Verantwortlichen kaum darin bestärken, dass die Inflation auf einem nachhaltigen Weg zurück in Richtung 2 Prozent sei. Die Kerninflationsrate - also ohne frische Lebensmittel und Energie - habe den zehnten Monat in Folge über 3 Prozent gelegen.
Der Yen befinde sich gegenüber dem US-Dollar auf einem kritischen Niveau. Die Glaubwürdigkeit der BoJ werde durch das Hin und Her zwischen Interventionen auf dem Devisenmarkt und dem Anleihemarkt - also gleichzeitiger Lockerung und Straffung - zunehmend belastet. Die jüngsten Spekulationen in der japanischen Wirtschaftszeitung Nikkei, wonach die BoJ-Verantwortlichen ernsthaft eine weitere Anpassung der Zinskurvenkontrolle in der nächsten Woche in Erwägung ziehen würden, würden nicht überraschen. RBC BlueBay Asset Management sei der Meinung, dass die Zinssätze im Falle der von ihm erwarteten Änderung der Geldpolitik steigen würden und der Yen aufgrund der Unterbewertung gegenüber dem US-Dollar anziehen dürfte.
Die große Frage sei jetzt, ob 5 Prozent bei den Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen der Höhepunkt oder nur ein Etappenziel auf dem Weg zu 6 Prozent und mehr seien. RBC BlueBay Asset Management sehe allmählich Anzeichen für Risse an den Aktien- und Anleihemärkten. Wenn die Renditen weiter steigen würden, könnte bald eine Bruchstelle erreicht sein und eine größere Marktkorrektur stattfinden.
Im Moment herrsche eine Menge Unsicherheit. Der makroökonomische Ausblick sei unklar. Es gebe zu viele Variablen, zu viele Unbekannte und zu viel Volatilität, da eine geopolitische Krise auf die nächste folge. (27.10.2023/alc/a/a)


