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Die FED weist den Weg: Anleihenmärkte mit Chancen, aber …
11.09.13 15:45
Dexia Asset Management
Luxemburg (www.anleihencheck.de) - Seit Mitte Mai ist die Entwicklung an den Anleihenmärkten in erster Linie von den Erwartungen der Märkte geprägt, dass die amerikanische Notenbank ihre geldpolitischen Anreize reduzieren dürfte, so Ken Van Weyenberg, Investment Spezialist bei Dexia Asset Management.
Angesichts dieser Aussichten sei die Rendite von US-Schatzanleihen mit zehnjähriger Laufzeit um einen Prozentpunkt auf 2,7 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Anfang 2011 gestiegen. Diesem deutlichen Anstieg der Renditen seien erhebliche Anspannungen an den Anleihenmärkten gefolgt - insbesondere zwischen Mitte Mai und Mitte Juli. Diverse Marktsegmente, darunter hochverzinsliche und Schwellenländer-Anleihen, hätten massive Korrekturen und Abflüsse von insgesamt mehr als 15 Milliarden US-Dollar verzeichnet.
Abgesehen von den steigenden Renditen habe auch die Schuldenkrise in den Peripherieländern der Eurozone wieder ihr Haupt erhoben: Zwei portugiesische Minister hätten ihren Rücktritt erklärt und Zweifel an dem annähernd 80 Milliarden Euro umfassenden Rettungsplan seien aufgetreten. Ende Juli habe der portugiesische Präsident die Märkte beruhigt ebenso wie der Chef der FED, Ben Bernanke. Er habe seine vorherigen Aussagen relativiert und verdeutlicht, dass eine Reduzierung des Anreizprogramms selbstverständlich von der Konjunkturentwicklung in den USA abhängig gemacht würde. Dank dieser Aussagen sei den Anlegern ein weiter von politischen Entwicklungen geprägter, spannungsreicher Sommer erspart geblieben.
Für die weiteren Marktentwicklungen sei der September ein wichtiger Monat. Zu Beginn präsentiere die EZB ihre Zinsbeschlüsse, ebenso wie Japan seine geldpolitischen Ziele für das Jahr 2014. Mitte September würden die traditionelle Pressekonferenz der US-Notenbank und die deutschen Bundestagswahlen folgen. Ende des Monats laufe dann eine Frist ab, die sich die US-Politiker gesetzt hätten. Es gehe um eine Lösung des Streits zur Schuldenobergrenze und darum, eine Blockade der staatlichen Institutionen zu vermeiden. Am ungeduldigsten dürften im September jedoch die Aussagen der Notenbank zur Zukunft des Programms der quantitativen Lockerung erwartet werden. Vermutlich werde dieses Programm schrittweise zurückgefahren, während die globale Geldpolitik großzügig bleiben dürfte. Zudem bleibe die FED bei ihren Äußerungen vermutlich zurückhaltend, um die Zinssätze in den USA unter Kontrolle zu halten.
Der Juli habe sich für Staatsanleihen als guter Monat erwiesen, insbesondere für Anleihen aus den europäischen Peripherieländern. Die Renditen spanischer und italienischer Papiere mit zehn Jahren Laufzeit seien auf 4,45 Prozent bzw. 4,20 Prozent zurückgegangen. Der präsentierte Ausblick der Europäischen Zentralbank zur geldpolitischen Entwicklung habe die Märkte beflügelt. Es sei davon auszugehen, dass sich die Zinssätze noch für längere Zeit auf niedrigem Niveau halten würden. Davon sollte die Verschuldung der Peripherieländer weiter profitieren.
Die Experten von Dexia Asset Management bevorzugen derzeit italienische Titel. Entscheidend dafür seien der Primärüberschuss, die relativ niedrige Privatverschuldung und die sinnvollen Rentenreformen. Aus taktischen Gründen seien die Experten aber nach der bisherigen positiven Gewichtung Italiens zu einem neutralen Ansatz zurückgekehrt. Auch wenn die makroökonomischen Zahlen weiterhin relativ schwach ausfallen würden, sei aber Licht am Ende des Tunnels zu erkennen. Im Hinblick auf Spanien seien die Experten eher neutral gestimmt; für Portugal hingegen würden sie eine Untergewichtung wählen - angesichts der für 2014 zu erwartenden Probleme bei der Refinanzierung.
Der starke Verkaufsdruck auf Unternehmensanleihen mit Investment Grade-Status sei übertrieben gewesen. Entsprechend sei es wenig überraschend, dass dieses Anleihen-Segment im Juli wieder deutlich angezogen habe. Ausschlaggebend für die Entwicklung der Unternehmensanleihen seien die positiven Konjunkturnachrichten und die soliden Ergebnissen des Finanzsektors gewesen. Allerdings könnte das dritte Quartal etwas weniger erfolgreich ausfallen. Gründe dafür seien ungeklärte Fragen zur quantitativen Lockerung, ein wieder aufflammendes politisches Risiko und die zuletzt starke Performance der Asset-Klasse.
Obwohl die Experten von Dexia Asset Management für das Segment der Unternehmensanleihen generell positiv gestimmt bleiben, haben sie bei Kredittiteln eine Untergewichtung eingeleitet: Die Kredit-Spreads - die Zinsdifferenz zwischen Unternehmens- und Staatsanleihen - dürften ihren Tiefpunkt nahezu erreicht haben.
Hochverzinsliche Anleihen würden attraktiv bleiben. Das Segment profitiere weiterhin von soliden Fundamentaldaten und Ausfallraten unter dem historischen Durchschnitt. Darüber hinaus bestehe am Erstmarkt eine rege Nachfrage nach Neuemissionen, da die Anleger im derzeitigen Niedrigzinsumfeld auf der Suche nach Renditechancen seien.
Nachdem die Märkte für Anleihen aus Schwellenländern im Frühsommer eine massive Korrektur verzeichnet hätten, hätten sie sich nun etwas stabilisiert. Der Abverkauf habe das Interesse und die Risikoprämie für Emerging Markets-Anleihen wieder auf ein attraktives Level geführt. Dennoch seien die Experten hinsichtlich Anleihen aus Schwellenländern weiterhin vorsichtig gestimmt. Auch wenn sich die Abflüsse stabilisiert hätten, sei das politische Risiko nach wie vor beträchtlich. In lokalen Währungen notierte Anleihen würden vor dem Hintergrund der politischen Spannungen in verschiedenen Ländern, wie der Türkei oder Ägypten, weiterhin schwere Zeiten durchmachen. Dies dürfte die Marktstimmung - zusammen mit den Konjunkturdaten aus den USA und China - auf längere Sicht beeinträchtigen.
Auch an Wandelanleihen seien die letzten Monate nicht spurlos vorübergegangen. Sie hätten unter den Spannungen an den Anleihenmärkten gelitten. Insbesondere im Juni hätten sie im Vergleich zu anderen Bondsegmenten an Boden verloren, obwohl sie zuvor eine Outperformance erzielt hätten. Allerdings sei der Juni angesichts einbrechender Aktienmärkte, steigender Zinsen und sich weitender Kredit-Spreads ohnehin nicht der beste Monat für Wandelanleihen gewesen. Die beiden letztgenannten Faktoren könnten aber in den nächsten Monaten für ein Comeback des Erstmarktes sorgen, was wiederum attraktivere Bewertungen zur Folge hätte. Ein aktiver Erstmarkt böte entsprechend weitere Investitionsmöglichkeiten und könnte somit eine "Renaissance" von Wandelanleihen bewirken. Dieses Segment werde weiterhin von seiner Verbindung zu den Aktienmärkten profitieren.
Nach der beeindruckenden Entwicklung von Staatsanleihen in den letzten zehn bis zwanzig Jahren gebe es keinen Zweifel daran, dass ein Anleihen-Portfolio aktiv gemanagt werden müsse. Kürzere Durationen seien unverzichtbar, um die Auswirkungen von Zinsschwankungen zumindest teilweise abzudecken. Dies reiche allerdings noch nicht aus. Renditeorientierte Anleger müssten sich über die Aktienmärkte hinaus nach weiteren Quellen umsehen. Diverse Anleihen-Segmente seien weiterhin relativ attraktiv und könnten unter Umständen eine gute Performance liefern.
Da Staatsanleihen nach wie vor teuer seien und das Potenzial von Unternehmensanleihen ein wenig nachgelassen habe, müssten die Anleger ihre Allokation diversifizieren. Dazu könnten hochverzinsliche Titel oder Wandelanleihen geeignet sein, auch Schwellenmarktanleihen sollten in Betracht gezogen werden. Allerdings empfehlen die Experten von Dexia Asset Management hier derzeit - mit Blick auf die politischen Risiken sowie die Konjunkturzahlen aus den USA und China - nur ein begrenztes Engagement. Trotz ihres begrenzten Potenzials bleibe also noch Raum für Unternehmensanleihen, da Diversifizierung und Einzelwertauswahl immer von großer Bedeutung seien. (11.09.2013/alc/a/a)
Angesichts dieser Aussichten sei die Rendite von US-Schatzanleihen mit zehnjähriger Laufzeit um einen Prozentpunkt auf 2,7 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit Anfang 2011 gestiegen. Diesem deutlichen Anstieg der Renditen seien erhebliche Anspannungen an den Anleihenmärkten gefolgt - insbesondere zwischen Mitte Mai und Mitte Juli. Diverse Marktsegmente, darunter hochverzinsliche und Schwellenländer-Anleihen, hätten massive Korrekturen und Abflüsse von insgesamt mehr als 15 Milliarden US-Dollar verzeichnet.
Abgesehen von den steigenden Renditen habe auch die Schuldenkrise in den Peripherieländern der Eurozone wieder ihr Haupt erhoben: Zwei portugiesische Minister hätten ihren Rücktritt erklärt und Zweifel an dem annähernd 80 Milliarden Euro umfassenden Rettungsplan seien aufgetreten. Ende Juli habe der portugiesische Präsident die Märkte beruhigt ebenso wie der Chef der FED, Ben Bernanke. Er habe seine vorherigen Aussagen relativiert und verdeutlicht, dass eine Reduzierung des Anreizprogramms selbstverständlich von der Konjunkturentwicklung in den USA abhängig gemacht würde. Dank dieser Aussagen sei den Anlegern ein weiter von politischen Entwicklungen geprägter, spannungsreicher Sommer erspart geblieben.
Für die weiteren Marktentwicklungen sei der September ein wichtiger Monat. Zu Beginn präsentiere die EZB ihre Zinsbeschlüsse, ebenso wie Japan seine geldpolitischen Ziele für das Jahr 2014. Mitte September würden die traditionelle Pressekonferenz der US-Notenbank und die deutschen Bundestagswahlen folgen. Ende des Monats laufe dann eine Frist ab, die sich die US-Politiker gesetzt hätten. Es gehe um eine Lösung des Streits zur Schuldenobergrenze und darum, eine Blockade der staatlichen Institutionen zu vermeiden. Am ungeduldigsten dürften im September jedoch die Aussagen der Notenbank zur Zukunft des Programms der quantitativen Lockerung erwartet werden. Vermutlich werde dieses Programm schrittweise zurückgefahren, während die globale Geldpolitik großzügig bleiben dürfte. Zudem bleibe die FED bei ihren Äußerungen vermutlich zurückhaltend, um die Zinssätze in den USA unter Kontrolle zu halten.
Der Juli habe sich für Staatsanleihen als guter Monat erwiesen, insbesondere für Anleihen aus den europäischen Peripherieländern. Die Renditen spanischer und italienischer Papiere mit zehn Jahren Laufzeit seien auf 4,45 Prozent bzw. 4,20 Prozent zurückgegangen. Der präsentierte Ausblick der Europäischen Zentralbank zur geldpolitischen Entwicklung habe die Märkte beflügelt. Es sei davon auszugehen, dass sich die Zinssätze noch für längere Zeit auf niedrigem Niveau halten würden. Davon sollte die Verschuldung der Peripherieländer weiter profitieren.
Die Experten von Dexia Asset Management bevorzugen derzeit italienische Titel. Entscheidend dafür seien der Primärüberschuss, die relativ niedrige Privatverschuldung und die sinnvollen Rentenreformen. Aus taktischen Gründen seien die Experten aber nach der bisherigen positiven Gewichtung Italiens zu einem neutralen Ansatz zurückgekehrt. Auch wenn die makroökonomischen Zahlen weiterhin relativ schwach ausfallen würden, sei aber Licht am Ende des Tunnels zu erkennen. Im Hinblick auf Spanien seien die Experten eher neutral gestimmt; für Portugal hingegen würden sie eine Untergewichtung wählen - angesichts der für 2014 zu erwartenden Probleme bei der Refinanzierung.
Obwohl die Experten von Dexia Asset Management für das Segment der Unternehmensanleihen generell positiv gestimmt bleiben, haben sie bei Kredittiteln eine Untergewichtung eingeleitet: Die Kredit-Spreads - die Zinsdifferenz zwischen Unternehmens- und Staatsanleihen - dürften ihren Tiefpunkt nahezu erreicht haben.
Hochverzinsliche Anleihen würden attraktiv bleiben. Das Segment profitiere weiterhin von soliden Fundamentaldaten und Ausfallraten unter dem historischen Durchschnitt. Darüber hinaus bestehe am Erstmarkt eine rege Nachfrage nach Neuemissionen, da die Anleger im derzeitigen Niedrigzinsumfeld auf der Suche nach Renditechancen seien.
Nachdem die Märkte für Anleihen aus Schwellenländern im Frühsommer eine massive Korrektur verzeichnet hätten, hätten sie sich nun etwas stabilisiert. Der Abverkauf habe das Interesse und die Risikoprämie für Emerging Markets-Anleihen wieder auf ein attraktives Level geführt. Dennoch seien die Experten hinsichtlich Anleihen aus Schwellenländern weiterhin vorsichtig gestimmt. Auch wenn sich die Abflüsse stabilisiert hätten, sei das politische Risiko nach wie vor beträchtlich. In lokalen Währungen notierte Anleihen würden vor dem Hintergrund der politischen Spannungen in verschiedenen Ländern, wie der Türkei oder Ägypten, weiterhin schwere Zeiten durchmachen. Dies dürfte die Marktstimmung - zusammen mit den Konjunkturdaten aus den USA und China - auf längere Sicht beeinträchtigen.
Auch an Wandelanleihen seien die letzten Monate nicht spurlos vorübergegangen. Sie hätten unter den Spannungen an den Anleihenmärkten gelitten. Insbesondere im Juni hätten sie im Vergleich zu anderen Bondsegmenten an Boden verloren, obwohl sie zuvor eine Outperformance erzielt hätten. Allerdings sei der Juni angesichts einbrechender Aktienmärkte, steigender Zinsen und sich weitender Kredit-Spreads ohnehin nicht der beste Monat für Wandelanleihen gewesen. Die beiden letztgenannten Faktoren könnten aber in den nächsten Monaten für ein Comeback des Erstmarktes sorgen, was wiederum attraktivere Bewertungen zur Folge hätte. Ein aktiver Erstmarkt böte entsprechend weitere Investitionsmöglichkeiten und könnte somit eine "Renaissance" von Wandelanleihen bewirken. Dieses Segment werde weiterhin von seiner Verbindung zu den Aktienmärkten profitieren.
Nach der beeindruckenden Entwicklung von Staatsanleihen in den letzten zehn bis zwanzig Jahren gebe es keinen Zweifel daran, dass ein Anleihen-Portfolio aktiv gemanagt werden müsse. Kürzere Durationen seien unverzichtbar, um die Auswirkungen von Zinsschwankungen zumindest teilweise abzudecken. Dies reiche allerdings noch nicht aus. Renditeorientierte Anleger müssten sich über die Aktienmärkte hinaus nach weiteren Quellen umsehen. Diverse Anleihen-Segmente seien weiterhin relativ attraktiv und könnten unter Umständen eine gute Performance liefern.
Da Staatsanleihen nach wie vor teuer seien und das Potenzial von Unternehmensanleihen ein wenig nachgelassen habe, müssten die Anleger ihre Allokation diversifizieren. Dazu könnten hochverzinsliche Titel oder Wandelanleihen geeignet sein, auch Schwellenmarktanleihen sollten in Betracht gezogen werden. Allerdings empfehlen die Experten von Dexia Asset Management hier derzeit - mit Blick auf die politischen Risiken sowie die Konjunkturzahlen aus den USA und China - nur ein begrenztes Engagement. Trotz ihres begrenzten Potenzials bleibe also noch Raum für Unternehmensanleihen, da Diversifizierung und Einzelwertauswahl immer von großer Bedeutung seien. (11.09.2013/alc/a/a)


