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Die FED wartet weiter ab - deutet aber die Zinswende an
02.11.15 09:42
BNP Paribas
Paris (www.anleihencheck.de) - Sie hat es schon wieder getan - oder vielmehr nicht: Die US-Notenbank FED gab am Mittwoch bekannt, dass sie den Leitzins vorerst unverändert bei 0 bis 0,25 Prozent belassen werde; damit lässt die vielzitierte Zinswende weiter auf sich warten, so die Analysten der BNP Paribas in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".
Dass der Euro/US-Dollar-Kurs darunter gelitten habe, sei dabei eher eine Randnotiz. Wesentlich mehr Aufmerksamkeit sei der Wortwahl zuteil geworden, die die FED als Begründung für ihre Maßnahme angeführt habe.
So habe die Notenbank nämlich diesmal nicht mehr erwähnt, dass eine von der globalen Entwicklung beeinträchtigte US-Wirtschaft die Inflation negativ beeinflussen könnte, wie sie es noch bei der letzten September-Sitzung gesagt habe. Und genau dieser veränderte Wortlaut könnte auf eine Leitzinsanhebung im Dezember hinweisen. Zumindest sei das die einhellige Meinung etlicher Marktbeobachter gewesen.
In der Tat könnte diese Nuance auf eine Anhebung hindeuten. Müsse sie aber nicht. Es sei schließlich nicht das erste Mal, dass die FED eine kryptische Ankündigung mache, die sich in diese Richtung interpretieren lasse - und es wäre nicht das erste Mal, dass sie einer solchen nichts folgen lasse. Nun möge sie Gründe für ihr Vorgehen haben: Möglicherweise wolle sie ausloten, wie die Märkte auf die Ankündigung reagieren würden - um dann zu bewerten, ob eine tatsächliche Umsetzung nicht für zu heftige Verwerfungen sorgen würde. Fraglich sei allerdings, ob dieses Vorgehen zielführend sei, immerhin nutze sich dieser nicht zum ersten Mal eingesetzte Dreh eines Tages ab.
Vielmehr bestehe sogar eine Gefahr: Möglicherweise sei es mittlerweile gar nicht mehr die Angst vor einer Zinswende, die die Anleger beschäftige, sondern vielmehr die Unsicherheit, die die FED mit ihren Taten - oder vielmehr ihrer Tatenlosigkeit - forciere. Bekanntlich würden Marktteilnehmer nichts so sehr wie Unsicherheit verabscheuen. Vor diesem Hintergrund sollten sich Anleger vielleicht auch derzeit mit zu riskanten - vor allem US-amerikanischen - Investments eher zurückhalten. (Ausgabe vom 30.10.2015) (02.11.2015/alc/a/a)
Dass der Euro/US-Dollar-Kurs darunter gelitten habe, sei dabei eher eine Randnotiz. Wesentlich mehr Aufmerksamkeit sei der Wortwahl zuteil geworden, die die FED als Begründung für ihre Maßnahme angeführt habe.
In der Tat könnte diese Nuance auf eine Anhebung hindeuten. Müsse sie aber nicht. Es sei schließlich nicht das erste Mal, dass die FED eine kryptische Ankündigung mache, die sich in diese Richtung interpretieren lasse - und es wäre nicht das erste Mal, dass sie einer solchen nichts folgen lasse. Nun möge sie Gründe für ihr Vorgehen haben: Möglicherweise wolle sie ausloten, wie die Märkte auf die Ankündigung reagieren würden - um dann zu bewerten, ob eine tatsächliche Umsetzung nicht für zu heftige Verwerfungen sorgen würde. Fraglich sei allerdings, ob dieses Vorgehen zielführend sei, immerhin nutze sich dieser nicht zum ersten Mal eingesetzte Dreh eines Tages ab.
Vielmehr bestehe sogar eine Gefahr: Möglicherweise sei es mittlerweile gar nicht mehr die Angst vor einer Zinswende, die die Anleger beschäftige, sondern vielmehr die Unsicherheit, die die FED mit ihren Taten - oder vielmehr ihrer Tatenlosigkeit - forciere. Bekanntlich würden Marktteilnehmer nichts so sehr wie Unsicherheit verabscheuen. Vor diesem Hintergrund sollten sich Anleger vielleicht auch derzeit mit zu riskanten - vor allem US-amerikanischen - Investments eher zurückhalten. (Ausgabe vom 30.10.2015) (02.11.2015/alc/a/a)


