Erweiterte Funktionen
FED und BoE behalten ihre Geldpolitik in H1/2025 bei
20.12.24 12:41
RBC BlueBay Asset Management
London (www.anleihencheck.de) - Das Jahr 2024 neigt sich dem Ende zu, so Mark Dowding, Fixed Income CIO bei RBC BlueBay Asset Management.
In der letzten aktiven Handelswoche hätten aber noch einige Ereignisse die Marktteilnehmer beschäftigt. In den USA habe der Offenmarktausschuss der US-Notenbank Federal Reserver (FED) die Zinssätze wie weitgehend erwartet um 25 Basispunkte gesenkt. Wie die Experten bereits festgestellt hätten, werde eine weitere geldpolitische Lockerung von Daten abhängen, die auf eine schwächere Wirtschaft und eine niedrigere Inflation hindeuten würden.
Die Experten würden nun davon ausgehen, dass die FED in der ersten Hälfte des Jahres 2025 die Zinsen beibehalten werde. Auch im kommenden Jahr werde es noch viele wirtschaftliche und politische Unsicherheiten geben. Die US-Wirtschaft weise aber vorerst weiterhin eine solide Wachstumsdynamik auf.
Die Zinsen würden zwar auf einem relativ restriktiven Niveau bleiben. Wenn aber die Politik der kommenden Trump-Administration dazu führe, dass sich die Inflationsrisiken nach oben entwickeln würden, könnte der nächste Schritt in der zweiten Jahreshälfte eine Anhebung und keine Senkung sein.
Nichtsdestotrotz würden den Experten die Renditen für kurze Laufzeiten weiterhin fair bewertet erscheinen, wenn man die möglichen Szenarien für das kommende Jahr betrachte. Sie seien jedoch nach wie vor der Ansicht, dass längerfristige Laufzeiten in den kommenden Monaten unter Aufwärtsdruck stehen könnten, da die fiskalischen Bedenken in absehbarer Zeit nicht nachlassen dürften.
In Japan habe die Bank of Japan (BoJ) diese Woche ihre Geldpolitik beibehalten. Das sei keine große Überraschung gewesen, die Marktteilnehmer hätten in den vergangenen Wochen die Prognosen für einen Zinsschritt heruntergeschraubt. Es sei jedoch allgemein damit gerechnet worden, dass Notenbank-Gouverneur Kazuo Ueda auf seiner Pressekonferenz die Erwartung einer Zinserhöhung im Januar bekräftigen würde. Als dies nicht geschehen sei, sei der Yen erneut unter Verkaufsdruck geraten.
Ueda habe erklärt, dass die BoJ weitere Daten abwarten und sich nicht im Voraus festlegen wolle. In Anbetracht der steigenden Inflation und dem soliden Ausblick für die bevorstehende Lohnrunde frage man sich allerdings, ob die BoJ-Entscheidung nicht eher von politischen Faktoren beeinflusst worden sei.
Es müsse in Japan unbedingt vermieden werden, dass die Inflation zu stark ansteige. Wenn dies schließlich durch die Geldpolitik angegangen werden müsse, könnte das Ergebnis zu einem späteren Zeitpunkt sehr schmerzhaft sein.
Daher seien die Experten nach wie vor zuversichtlich, dass die BoJ den Leitzins im Januar auf 0,50 Prozent anheben werde und dass die Zinsen in Japan bis Ende kommenden Jahres 1,00 Prozent erreichen würden. Die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen dürften steigen, wenn die BoJ-Käufe auslaufen würden. Das würde zu einer Abflachung der Renditekurve führen. Diese erscheine in Japan zu steil, während sie anderswo viel zu flach sei. Außerdem dürfte eine Verringerung der Zinsdifferenzen letztlich den Yen begünstigen.
Es sei an der Zeit, nach alter Tradition einige kühne Prognosen für das kommende Jahr abzugeben:
-2025 werde ein weiteres Jahr des außergewöhnlichen US-Wachstums sein. Aber werde 2026 das Jahr, in dem man eine Rezession fürchten müsse?
-FED und Bank of England würden ihre Geldpolitik im ersten Halbjahr beibehalten, während die BoJ die Zinsen erhöhe und die Europäische Zentralbank die Zinsen weiter senke.
-Die Zinskurven würden überall steiler. Ausnahme bilde die Abflachung am langen Ende in Japan
-Der US-Dollar werde Anfang 2025 überdurchschnittlich abschneiden. Der Yen aber werde im Gesamtjahr die stärkste G10-Währung sein.
-Die Kupons bei Krediten würden gekappt, da die Verengung der Spreads nachlasse und die Kreditkompression sich umzukehren beginne.
-Die Probleme bei privaten Vermögenswerten würden zunehmen, da sich länger auf einem höheren Niveau liegende Zinsen als schädlich für Geschäftsmodelle erweisen würden, die auf Fremdkapital und billige Kredite angewiesen seien.
.Bei den französischen Parlamentswahlen im August werde die Rassemblement National siegreich sein. Die AfD in Deutschland bleibe im Bundestag weitgehend im Abseits.
-Der kanadische Premier Justin Trudeau werde Ende März aus dem Amt scheiden, Elon Musk werde nicht länger als bis Juni im "Department of Government Efficiency" (DOGE) bleiben und die britische Schatzkanzlerin Rachel Reeves (und möglicherweise Premier Keir Starmer) könnten im kommenden Oktober nicht mehr im Amt sein. (20.12.2024/alc/a/a)
In der letzten aktiven Handelswoche hätten aber noch einige Ereignisse die Marktteilnehmer beschäftigt. In den USA habe der Offenmarktausschuss der US-Notenbank Federal Reserver (FED) die Zinssätze wie weitgehend erwartet um 25 Basispunkte gesenkt. Wie die Experten bereits festgestellt hätten, werde eine weitere geldpolitische Lockerung von Daten abhängen, die auf eine schwächere Wirtschaft und eine niedrigere Inflation hindeuten würden.
Die Experten würden nun davon ausgehen, dass die FED in der ersten Hälfte des Jahres 2025 die Zinsen beibehalten werde. Auch im kommenden Jahr werde es noch viele wirtschaftliche und politische Unsicherheiten geben. Die US-Wirtschaft weise aber vorerst weiterhin eine solide Wachstumsdynamik auf.
Die Zinsen würden zwar auf einem relativ restriktiven Niveau bleiben. Wenn aber die Politik der kommenden Trump-Administration dazu führe, dass sich die Inflationsrisiken nach oben entwickeln würden, könnte der nächste Schritt in der zweiten Jahreshälfte eine Anhebung und keine Senkung sein.
Nichtsdestotrotz würden den Experten die Renditen für kurze Laufzeiten weiterhin fair bewertet erscheinen, wenn man die möglichen Szenarien für das kommende Jahr betrachte. Sie seien jedoch nach wie vor der Ansicht, dass längerfristige Laufzeiten in den kommenden Monaten unter Aufwärtsdruck stehen könnten, da die fiskalischen Bedenken in absehbarer Zeit nicht nachlassen dürften.
Ueda habe erklärt, dass die BoJ weitere Daten abwarten und sich nicht im Voraus festlegen wolle. In Anbetracht der steigenden Inflation und dem soliden Ausblick für die bevorstehende Lohnrunde frage man sich allerdings, ob die BoJ-Entscheidung nicht eher von politischen Faktoren beeinflusst worden sei.
Es müsse in Japan unbedingt vermieden werden, dass die Inflation zu stark ansteige. Wenn dies schließlich durch die Geldpolitik angegangen werden müsse, könnte das Ergebnis zu einem späteren Zeitpunkt sehr schmerzhaft sein.
Daher seien die Experten nach wie vor zuversichtlich, dass die BoJ den Leitzins im Januar auf 0,50 Prozent anheben werde und dass die Zinsen in Japan bis Ende kommenden Jahres 1,00 Prozent erreichen würden. Die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen dürften steigen, wenn die BoJ-Käufe auslaufen würden. Das würde zu einer Abflachung der Renditekurve führen. Diese erscheine in Japan zu steil, während sie anderswo viel zu flach sei. Außerdem dürfte eine Verringerung der Zinsdifferenzen letztlich den Yen begünstigen.
Es sei an der Zeit, nach alter Tradition einige kühne Prognosen für das kommende Jahr abzugeben:
-2025 werde ein weiteres Jahr des außergewöhnlichen US-Wachstums sein. Aber werde 2026 das Jahr, in dem man eine Rezession fürchten müsse?
-FED und Bank of England würden ihre Geldpolitik im ersten Halbjahr beibehalten, während die BoJ die Zinsen erhöhe und die Europäische Zentralbank die Zinsen weiter senke.
-Die Zinskurven würden überall steiler. Ausnahme bilde die Abflachung am langen Ende in Japan
-Der US-Dollar werde Anfang 2025 überdurchschnittlich abschneiden. Der Yen aber werde im Gesamtjahr die stärkste G10-Währung sein.
-Die Kupons bei Krediten würden gekappt, da die Verengung der Spreads nachlasse und die Kreditkompression sich umzukehren beginne.
-Die Probleme bei privaten Vermögenswerten würden zunehmen, da sich länger auf einem höheren Niveau liegende Zinsen als schädlich für Geschäftsmodelle erweisen würden, die auf Fremdkapital und billige Kredite angewiesen seien.
.Bei den französischen Parlamentswahlen im August werde die Rassemblement National siegreich sein. Die AfD in Deutschland bleibe im Bundestag weitgehend im Abseits.
-Der kanadische Premier Justin Trudeau werde Ende März aus dem Amt scheiden, Elon Musk werde nicht länger als bis Juni im "Department of Government Efficiency" (DOGE) bleiben und die britische Schatzkanzlerin Rachel Reeves (und möglicherweise Premier Keir Starmer) könnten im kommenden Oktober nicht mehr im Amt sein. (20.12.2024/alc/a/a)


