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FED steht von drei Seiten unter Zugzwang


30.07.19 09:30
DONNER & REUSCHEL AG

Hamburg (www.anleihencheck.de) - In dieser Woche achten Marktbeobachter vor allem auf den Zinsentscheid der US-Notenbank FED, so Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank Donner & Reuschel AG.

Gerechnet werde mit einer Senkung des Leitzinses um mindestens 25 Basispunkte. Dabei stehe FED-Präsident Powell gleich von drei Seiten unter Zugzwang, denn nicht nur der Markt habe eine klare Erwartungshaltung. Unentwegt äußere US-Präsident Trump sein Unverständnis über das aus seiner Sicht zu hohe Zinsniveau, das die Konjunktur unnötig belaste. Tatsächlich hätten die wirtschaftliche Dynamik und der inflationäre Druck auch in den USA zuletzt abgenommen.

In der vergangenen Woche habe dann auch noch die Europäische Zentralbank (EZB) weitere expansive geldpolitische Schritte angekündigt. Grund sei die sich immer deutlicher abzeichnende konjunkturelle Abkühlung in der Eurozone. Den jüngsten Beleg dafür habe die aktuelle Veröffentlichung des GfK-Konsumklimaindex mit 9,7 Punkten geliefert. Seit Anfang 2019 habe sich die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage der befragten Verbraucher stetig abgeschwächt. Hintergrund dafür sei unter anderem die sich immer weiter ausdehnende Rezession der deutschen Industrie, die über kurz oder lang auch Arbeitsplätze gefährde. Daher sollte auch der Arbeitsmarktbericht für Deutschland in dieser Woche beachtet werden. Es bestehe die konkrete Gefahr, dass der Konsum, eine der wenigen verbleibenden Konjunkturstützen in Deutschland, in den kommenden Monaten weiter an Dynamik verliere. (30.07.2019/alc/a/a)