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FED steht vor großen Herausforderungen
24.06.19 13:00
Union Investment
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die US-Notenbank hat auf ihrer Sitzung keine unmittelbaren Entscheidungen getroffen und das Leitzinsband unverändert belassen, so die Experten von Union Investment.
Auch hinsichtlich des Bilanzabbaus seien keine Entscheidungen getroffen worden. Mit Spannung sei aber erwartet worden, welchen Kurs die Notenbanker für den Rest des Jahres wohl einschlagen würden. Diesbezüglich sei man sich offensichtlich stark uneins. Für das laufende Jahr würden nun acht von 17 Mitgliedern im Offenmarktausschuss Zinssenkungen um insgesamt 50 Basispunkte für angemessen halten. Die andere Hälfte sehe den Leitzins hingegen unverändert oder könne sich sogar eine weitere Zinserhöhung vorstellen. Damit weiche die Meinung der Notenbanker jedoch stark von dem ab, was die Marktteilnehmer erwarten würden: Diese würden für das nächste Treffen (Ende Juli) fest von einer Zinssenkung ausgehen.
Üblicherweise reagiere eine Notenbank, wenn sie der Meinung sei, dass dies eine Fehleinschätzung der Marktteilnehmer sein könnte. Die FED habe sich diesmal aber sehr bedeckt gehalten. Sie habe die wirtschaftliche Entwicklung als solide beschrieben und auch keinen Inflationsdruck aufkommen gesehen. Gleichzeitig hätten wohl aber auch die Abwärtsrisiken zugenommen. Mit solchen Aussagen sei weder eine Senkung vorbereitet worden, noch sei einem solchen Schritt eine Absage erteilt worden. Damit stünden die Währungshüter vor großen Herausforderungen. Möchten sie die Zinsen Ende Juli tatsächlich noch nicht senken, dann müssten die FED-Mitglieder in den kommenden Wochen entsprechend verbal intervenieren. Gut möglich aber, dass auch die FED zunächst den G20-Gipfel Ende kommender Woche abwarten möchte. Die Gespräche zwischen China und den USA würden über den Fortgang des Handelsstreits entscheiden. Bislang sei aber weder aus den diplomatischen Kreisen der Amerikaner noch aus dem Umfeld der Chinesen bekannt geworden, dass man an entsprechenden Arbeitspapieren zur Lösung des Konflikts säße. Der Trend zu niedrigeren US-Renditen habe sich unterdessen fortgesetzt. Zehnjährige US-Schatzanweisungen hätten zwischenzeitlich nur noch bei 1,97 Prozent rentiert.
Auch im Euroraum sei es mit den Renditen weiter nach unten gegangen. Wie schon in den beiden Vorwochen hätten Bundesanleihen ein Rekordrenditetief markiert. Der neue Tiefpunkt liege nun bei fast -0,33 Prozent für zehnjährige Papiere. Für weiteren Abwärtsdruck habe EZB-Chef Mario Draghi unmittelbar vor dem Treffen der US-Notenbank gesorgt. Mögliche Zinssenkungen in den USA dürften den US-Dollar schwächen und zeitgleich den Euro stärken. Eine feste Gemeinschaftswährung verschlechtere jedoch die Wettbewerbssituation der hiesigen Unternehmen, weshalb Draghi eine Euroaufwertung gern vermeiden würde. Der oberste europäische Währungshüter habe daher angedeutet, dass auch eine Wiederbelebung der Ankaufprogramme und niedrigere Leitzinsen denkbar seien. Erstmals sei am Dienstag auch die Rendite französischer Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit vorübergehend in den negativen Bereich gefallen. Ein neuerliches Ankaufprogramm käme besonders italienischen Staatsanleihen zugute. Deren Rendite sei daher nach den Äußerungen Draghis deutlich gefallen und habe am Donnerstag nur noch knapp oberhalb von 2,0 Prozent gelegen, nach 2,35 Prozent in der Vorwoche.
Angesichts der immer niedrigeren Renditen nehme der Anlagenotstand bei vielen Investoren zu. Um negative Sätze zu vermeiden, würden viele in Unternehmensanleihen flüchten. Die Emittenten nähmen diese Entwicklung sehr wohlwollend zur Kenntnis und würden eine Vielzahl an neuen Papieren herausbringen. Dabei gelinge es ihnen, diese auch ohne nennenswerte Neuemissionsprämien zu platzieren. Doch auch bei den sich bereits im Umlauf befindlichen Anleihen sei die Nachfrage groß. Viele Händler würden händeringend nach Papieren suchen. Seit Jahresbeginn hätten europäische Unternehmensanleihen mit einer guten Bonitätsnote daher bereits mehr als fünf Prozent zulegen können. (Ausgabe vom 21.06.2019) (24.06.2019/alc/a/a)
Auch hinsichtlich des Bilanzabbaus seien keine Entscheidungen getroffen worden. Mit Spannung sei aber erwartet worden, welchen Kurs die Notenbanker für den Rest des Jahres wohl einschlagen würden. Diesbezüglich sei man sich offensichtlich stark uneins. Für das laufende Jahr würden nun acht von 17 Mitgliedern im Offenmarktausschuss Zinssenkungen um insgesamt 50 Basispunkte für angemessen halten. Die andere Hälfte sehe den Leitzins hingegen unverändert oder könne sich sogar eine weitere Zinserhöhung vorstellen. Damit weiche die Meinung der Notenbanker jedoch stark von dem ab, was die Marktteilnehmer erwarten würden: Diese würden für das nächste Treffen (Ende Juli) fest von einer Zinssenkung ausgehen.
Auch im Euroraum sei es mit den Renditen weiter nach unten gegangen. Wie schon in den beiden Vorwochen hätten Bundesanleihen ein Rekordrenditetief markiert. Der neue Tiefpunkt liege nun bei fast -0,33 Prozent für zehnjährige Papiere. Für weiteren Abwärtsdruck habe EZB-Chef Mario Draghi unmittelbar vor dem Treffen der US-Notenbank gesorgt. Mögliche Zinssenkungen in den USA dürften den US-Dollar schwächen und zeitgleich den Euro stärken. Eine feste Gemeinschaftswährung verschlechtere jedoch die Wettbewerbssituation der hiesigen Unternehmen, weshalb Draghi eine Euroaufwertung gern vermeiden würde. Der oberste europäische Währungshüter habe daher angedeutet, dass auch eine Wiederbelebung der Ankaufprogramme und niedrigere Leitzinsen denkbar seien. Erstmals sei am Dienstag auch die Rendite französischer Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit vorübergehend in den negativen Bereich gefallen. Ein neuerliches Ankaufprogramm käme besonders italienischen Staatsanleihen zugute. Deren Rendite sei daher nach den Äußerungen Draghis deutlich gefallen und habe am Donnerstag nur noch knapp oberhalb von 2,0 Prozent gelegen, nach 2,35 Prozent in der Vorwoche.
Angesichts der immer niedrigeren Renditen nehme der Anlagenotstand bei vielen Investoren zu. Um negative Sätze zu vermeiden, würden viele in Unternehmensanleihen flüchten. Die Emittenten nähmen diese Entwicklung sehr wohlwollend zur Kenntnis und würden eine Vielzahl an neuen Papieren herausbringen. Dabei gelinge es ihnen, diese auch ohne nennenswerte Neuemissionsprämien zu platzieren. Doch auch bei den sich bereits im Umlauf befindlichen Anleihen sei die Nachfrage groß. Viele Händler würden händeringend nach Papieren suchen. Seit Jahresbeginn hätten europäische Unternehmensanleihen mit einer guten Bonitätsnote daher bereits mehr als fünf Prozent zulegen können. (Ausgabe vom 21.06.2019) (24.06.2019/alc/a/a)


