FED spricht sich gegen negative Leitzinsen aus


16.06.20 09:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - US-Staatsanleihen handelten im Mai in vergleichsweise engen Bahnen seitwärts, so die Experten von Union Investment.

Die täglichen Kursausschläge seien gering gewesen. An kursbewegenden Themen habe es nicht gemangelt, jedoch hätten sich die Einflussfaktoren letztlich die Waage gehalten. Zur engen Handelsspanne dürfte auch die US-Notenbank mit ihren Ankäufen einen wichtigen Teil dazu beigetragen haben. Im Vergleich zum Vormonat sei die Rendite zehnjähriger US-Schatzanweisungen lediglich um einen Basispunkt auf 0,65 Prozent angestiegen.

Bei den zweijährigen Papieren sei die Rendite von 0,20 auf 0,16 Prozent gefallen. Der Großteil der Marktteilnehmer halte negative Leitzinsen auch in den USA für möglich. Jedoch hätten gleich mehrere Mitglieder der US-Notenbank FED versucht diese Debatte abzuwürgen. Nach den Beobachtungen anderer Währungsmärkte sei man zum Schluss gekommen, dass der mögliche konjunkturell positive Effekt einer solchen Maßnahmen die negativen Auswirkungen auf den Bankensektor wohl nicht kompensieren würde. Die FED habe die Zweifel der Marktteilnehmer damit aber nicht gänzlich ausräumen können. Wahrscheinlicher sei es, dass die US-Währungshüter eine so genannte "Forward Guidance" geben würden. Sie dürften den Marktteilnehmern also für eine lange Zeit einen niedrigen Zins versprechen. Ansonsten habe FED-Chef Powell gesagt, die US-Wirtschaft stehe vor besorgniserregenden Herausforderungen.

Auch auf der politischen Seite sei es durchaus unruhig geblieben. Im Handelsstreit zwischen China und den USA sei die Gangart abermals verschärft worden. China wolle den halbautonomen Status von Hongkong durch ein neues Sicherheitsgesetz einschränken, was bei den Amerikanern auf wenig Gegenliebe gestoßen sei. Die USA hingegen möchten keine als sicherheitskritisch definierten Halbleiterprodukte mehr an einen bedeutenden chinesischen Smartphone-Hersteller (Huawei) liefern. Auch innenpolitisch habe Donald Trump die Zügel angezogen, nachdem es landesweit zu einer Protestwelle gegen Polizeigewalt gekommen sei.

Auf Indexebene (J.P. Morgan Global Bond US-Index) hätten US-Staatsanleihen im Mai letztlich 0,3 Prozent an Wert verloren. (Ausgabe vom 12.06.2020) (16.06.2020/alc/a/a)






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