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FED reagiert mit überraschender Leitzinssenkung auf Corona-Epidemie
04.03.20 12:00
Postbank Research
Bonn (www.anleihencheck.de) - Schock am Devisenmarkt: Die US-Notenbank senkte gestern Nachmittag völlig überraschend ihr Leitzinsband um 50 Basispunkte auf die Spanne von 1,00-1,25 Prozent, so die Analysten von Postbank Research.
Obwohl ein Zinsschritt für die kommende, reguläre FOMC-Sitzung am 17./18. März bereits eingepreist gewesen sei, habe die Ad hoc-Entscheidung die Märkte überrascht. Einen solchen "Emergency Move" außerhalb des regulären Sitzungsturnus habe es zuletzt auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2007/2008 gegeben - davor infolge der Anschläge vom 11. September 2001. Hinzu komme, dass die US-Währungshüter ebenfalls zuletzt 2008 den Leitzins in einem Schritt um mehr als 25 Basispunkte verändert hätten. Als Begründung für den Schritt habe die FED angeführt, dass die US-Wirtschaft sich zwar weiterhin stabil präsentiere, die Bedrohung durch die Corona-Epidemie aber zugenommen habe.
In einer initialen Reaktion habe der US-Dollar gegenüber dem Euro rund ein Prozent an Wert verloren. Die Gemeinschaftswährung sei in der Folge erstmals in diesem Jahr über die Marke von 1,12 gesprungen. Es sei fraglich, ob die Akteure an den Finanzmärkten sich von diesem Schritt überzeugen lassen würden, oder vielmehr befürchten würden, dass die Belastungen durch die Corona-Epidemie größer seien als bislang vermutet. Ein Hinweis hierauf könnte die Reaktion am Rentenmarkt sein, wo die zweijährige Treasury-Rendite weiter unter das aktuelle Leitzinsband gesunken sei.
Was heute wichtig werde:
- Für die Einzelhandelsdaten für Deutschland und die Eurozone werde im Januar ein leichter Zuwachs im Vormonatsvergleich erwartet. Dennoch könne aktuell nicht von einer starken Dynamik gesprochen werden.
- ISM-Index für die Stimmung im US-Dienstleistungssektor im Februar: Während der Indikator weiterhin auf solidem Niveau erwartet werde. Mit Blick auf den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag dürften vor allem die Beschäftigungskomponente sowie die ADP-Beschäftigungsdaten Beachtung finden.
- Das "Beige Book" der FED bereite die kommende FOMC-Sitzung vor. Beobachter dürften in dem Konjunkturbericht vor allem nach Hinweisen auf eine Belastung durch die Corona-Epidemie Ausschau halten, die eine perspektivisch lockerere Geldpolitik rechtfertigen könnte. (04.03.2020/alc/a/a)
Obwohl ein Zinsschritt für die kommende, reguläre FOMC-Sitzung am 17./18. März bereits eingepreist gewesen sei, habe die Ad hoc-Entscheidung die Märkte überrascht. Einen solchen "Emergency Move" außerhalb des regulären Sitzungsturnus habe es zuletzt auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2007/2008 gegeben - davor infolge der Anschläge vom 11. September 2001. Hinzu komme, dass die US-Währungshüter ebenfalls zuletzt 2008 den Leitzins in einem Schritt um mehr als 25 Basispunkte verändert hätten. Als Begründung für den Schritt habe die FED angeführt, dass die US-Wirtschaft sich zwar weiterhin stabil präsentiere, die Bedrohung durch die Corona-Epidemie aber zugenommen habe.
In einer initialen Reaktion habe der US-Dollar gegenüber dem Euro rund ein Prozent an Wert verloren. Die Gemeinschaftswährung sei in der Folge erstmals in diesem Jahr über die Marke von 1,12 gesprungen. Es sei fraglich, ob die Akteure an den Finanzmärkten sich von diesem Schritt überzeugen lassen würden, oder vielmehr befürchten würden, dass die Belastungen durch die Corona-Epidemie größer seien als bislang vermutet. Ein Hinweis hierauf könnte die Reaktion am Rentenmarkt sein, wo die zweijährige Treasury-Rendite weiter unter das aktuelle Leitzinsband gesunken sei.
- Für die Einzelhandelsdaten für Deutschland und die Eurozone werde im Januar ein leichter Zuwachs im Vormonatsvergleich erwartet. Dennoch könne aktuell nicht von einer starken Dynamik gesprochen werden.
- ISM-Index für die Stimmung im US-Dienstleistungssektor im Februar: Während der Indikator weiterhin auf solidem Niveau erwartet werde. Mit Blick auf den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag dürften vor allem die Beschäftigungskomponente sowie die ADP-Beschäftigungsdaten Beachtung finden.
- Das "Beige Book" der FED bereite die kommende FOMC-Sitzung vor. Beobachter dürften in dem Konjunkturbericht vor allem nach Hinweisen auf eine Belastung durch die Corona-Epidemie Ausschau halten, die eine perspektivisch lockerere Geldpolitik rechtfertigen könnte. (04.03.2020/alc/a/a)
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