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FED kündigt nun doch Einstieg in den Ausstieg bei den "QE"-Programmen an
20.01.14 17:04
Raiffeisen Capital Management
Wien (www.anleihencheck.de) - Im Dezember öffnete sich die Schere zwischen den Aktienmärkten der Schwellenländer und denen der entwickelten Märkte weiter, so die Experten von Raiffeisen Capital Management (RCM) in ihrem aktuellen "emreport".
Der MSCI Emerging Markets Index habe um rund 1,6% nachgegeben, während der MSCI World Index um rund 2% zugelegt habe. Für das Gesamtjahr 2013 ergebe sich damit ein gewaltiger Unterschied in der Wertentwicklung von nahezu 30 Prozentpunkten (MSCI EMI -5%, MSCI World +24%, alles in US-Dollar gerechnet)! So etwas habe es seit 1998 nicht mehr gegeben. Die schwächsten Schwellenländer seien im Dezember die Türkei, Polen und China gewesen. Für das Gesamtjahr würden chinesische A-Aktien sowie Brasilien und die Türkei die Verliererliste anführen - mit Kursverlusten zwischen 14 und 17%.
Indien, Russland und Ungarn hätten hingegen im Jahresvergleich leicht zulegen können. Diese mageren Zugewinne seien für ausländische Anleger aber durch die oft erheblich schwächeren Schwellenländer-Währungen mehr als aufgezehrt worden. Allerdings sollte man die Wertentwicklung des letzten Jahres ins langfristige, größere Bild einordnen: Der MSCI EM-Index habe zwischen 2002 und 2012 um rund 260% zugelegt, verglichen mit 69% für die entwickelten Aktienmärkte. EM-Lokalwährungsanleihen hätten im selben Zeitraum übrigens über 200% an Wert gewonnen, gegenüber 58% Ertrag für US-Staatsanleihen (jeweils in US-Dollar gerechnet).
Erneut habe die Diskussion über die künftige Geldpolitik der US-Notenbank (FED) die Finanzmärkte beherrscht. Die FED habe immerhin einen ersten, wenn auch bescheidenen Schritt zur Reduktion ihrer massiven Anleihekaufprogramme angekündigt. Statt für monatlich 85 Mrd. US-Dollar werde sie künftig "nur" noch für 75 Mrd. US-Dollar Staatsanleihen und Hypothekenpapiere aufkaufen. Der große Schock sei an den entwickelten Märkten ausgeblieben, habe man sich doch inzwischen lange genug darauf einrichten können. Und ob nun 10 Mrd. US-Dollar, mehr oder weniger in das Finanzsystem gepumpt würden, sei fast schon egal angesichts eines wahren Ozeans an bereitgestellter Liquidität, der inzwischen etliche Billionen Dollar groß sei und der neben der FED ja unter anderem auch noch von den Notenbanken Japans und Großbritanniens gespeist werde.
Für die Schwellenländer werde für 2014 insgesamt ein Wachstum um die 5% erwartet - geringfügig mehr als 2013, während die entwickelten Industrienationen ihr Wachstum im Vergleich zu 2013 auf ca. 2% nahezu verdoppeln könnten. Allerdings werde der Wert für die Schwellenländer vor allem von China nach oben gezogen. Interessanterweise würden sich zum Jahreswechsel die Prognosen großer Banken und Brokerhäuser häufen, die auch für 2014 ein deutlich schwächeres Abschneiden der Schwellenländer-Aktienmärkte gegenüber den entwickelten Märkten prognostizieren würden. Dass sie damit aber letztlich nur den aktuellen Trend (von 2013 und der drei Jahre davor) jetzt auch für 2014 fortschreiben würden, könne durchaus auch als positives Zeichen gewertet werden.
Wo die Mehrheit auf Trendfortsetzung setze, (schon gar wenn dieser Trend zuletzt gerade besonders stark ausgeprägt sei), sei oft ein Trendwechsel nicht weit. Die zumeist noch bescheidenen und sich vielerorts eher weiter verschlechternden Fundamentaldaten in den EM würden zwar noch dagegen sprechen. Andererseits jedoch würden Aktien in den Schwellenländern derzeit im Durchschnitt nur noch mit dem rund 10,3-fachen der für 2014 erwarteten Unternehmensgewinne bewertet, in den entwickelten Märkte hingegen mit dem 15-fachen. Das sei der größte Bewertungsabschlag seit 2006. Auch das spreche - neben der allgemein negativen Stimmung gegenüber EM-Aktien - dafür, dass eine Ende des relativen Negativtrends und eine langfristige Trendwende näher sein könnten, als die meisten derzeit glauben würden. Auch wenn echte Katalysatoren dafür im Moment noch nicht auszumachen seien. (Ausgabe Januar 2014) (20.01.2014/alc/a/a)
Der MSCI Emerging Markets Index habe um rund 1,6% nachgegeben, während der MSCI World Index um rund 2% zugelegt habe. Für das Gesamtjahr 2013 ergebe sich damit ein gewaltiger Unterschied in der Wertentwicklung von nahezu 30 Prozentpunkten (MSCI EMI -5%, MSCI World +24%, alles in US-Dollar gerechnet)! So etwas habe es seit 1998 nicht mehr gegeben. Die schwächsten Schwellenländer seien im Dezember die Türkei, Polen und China gewesen. Für das Gesamtjahr würden chinesische A-Aktien sowie Brasilien und die Türkei die Verliererliste anführen - mit Kursverlusten zwischen 14 und 17%.
Erneut habe die Diskussion über die künftige Geldpolitik der US-Notenbank (FED) die Finanzmärkte beherrscht. Die FED habe immerhin einen ersten, wenn auch bescheidenen Schritt zur Reduktion ihrer massiven Anleihekaufprogramme angekündigt. Statt für monatlich 85 Mrd. US-Dollar werde sie künftig "nur" noch für 75 Mrd. US-Dollar Staatsanleihen und Hypothekenpapiere aufkaufen. Der große Schock sei an den entwickelten Märkten ausgeblieben, habe man sich doch inzwischen lange genug darauf einrichten können. Und ob nun 10 Mrd. US-Dollar, mehr oder weniger in das Finanzsystem gepumpt würden, sei fast schon egal angesichts eines wahren Ozeans an bereitgestellter Liquidität, der inzwischen etliche Billionen Dollar groß sei und der neben der FED ja unter anderem auch noch von den Notenbanken Japans und Großbritanniens gespeist werde.
Für die Schwellenländer werde für 2014 insgesamt ein Wachstum um die 5% erwartet - geringfügig mehr als 2013, während die entwickelten Industrienationen ihr Wachstum im Vergleich zu 2013 auf ca. 2% nahezu verdoppeln könnten. Allerdings werde der Wert für die Schwellenländer vor allem von China nach oben gezogen. Interessanterweise würden sich zum Jahreswechsel die Prognosen großer Banken und Brokerhäuser häufen, die auch für 2014 ein deutlich schwächeres Abschneiden der Schwellenländer-Aktienmärkte gegenüber den entwickelten Märkten prognostizieren würden. Dass sie damit aber letztlich nur den aktuellen Trend (von 2013 und der drei Jahre davor) jetzt auch für 2014 fortschreiben würden, könne durchaus auch als positives Zeichen gewertet werden.
Wo die Mehrheit auf Trendfortsetzung setze, (schon gar wenn dieser Trend zuletzt gerade besonders stark ausgeprägt sei), sei oft ein Trendwechsel nicht weit. Die zumeist noch bescheidenen und sich vielerorts eher weiter verschlechternden Fundamentaldaten in den EM würden zwar noch dagegen sprechen. Andererseits jedoch würden Aktien in den Schwellenländern derzeit im Durchschnitt nur noch mit dem rund 10,3-fachen der für 2014 erwarteten Unternehmensgewinne bewertet, in den entwickelten Märkte hingegen mit dem 15-fachen. Das sei der größte Bewertungsabschlag seit 2006. Auch das spreche - neben der allgemein negativen Stimmung gegenüber EM-Aktien - dafür, dass eine Ende des relativen Negativtrends und eine langfristige Trendwende näher sein könnten, als die meisten derzeit glauben würden. Auch wenn echte Katalysatoren dafür im Moment noch nicht auszumachen seien. (Ausgabe Januar 2014) (20.01.2014/alc/a/a)


