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FED ist in einer misslichen Lage und muss klar kommunizieren
27.01.17 12:24
Allianz Global Investors
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die FED dürfte in der Sitzung kommende Woche nicht die Zinsen erhöhen, so Franck Dixmier, Globaler Anleihenchef von AllianzGI.
Die Märkte könnten aber das Tempo des Zinserhöhungszyklus unterschätzen. Die FED müsse jetzt Klartext reden, damit die Märkte ihre Erwartungen anpassen könnten - insbesondere vor dem Hintergrund des von Präsident Trump geplanten Konjunkturprogramms.
"Wir erwarten keine Änderung der Geldpolitik von der ersten FED-Sitzung in diesem Jahr. Insbesondere die jüngsten Äußerungen von Janet Yellen zur Lohnentwicklung weisen darauf hin. Die FED dürfte auch noch mehr über Präsident Trumps Pläne zur Ankurbelung der Konjunktur wissen wollen, bevor sie Anpassungen vornimmt. Wir erwarten jedoch, dass das Kommuniqué mehr Klarheit bringt, da diese Sitzung nicht von einer Pressekonferenz begleitet wird. Von besonderer Bedeutung ist der Unterschied zwischen den "FED dots" und den Erwartungen des Marktes. Die Punkte zeigen, dass der Konsens der Mitglieder des Offenmarktausschusses der FED von drei Zinserhöhungen in diesem Jahr und drei weiteren im Jahr 2018 ausgeht. Allerdings erwartet der Markt nur insgesamt vier Zinserhöhungen in den nächsten zwei Jahren - ein deutlicher Unterschied", so Dixmier.
Diese anhaltende Kluft zwischen den Erwartungen des Marktes und dem künftigen Tempo der Zinserhöhungen würden auf die Fragilität der US-Märkte hinweisen, vor allem angesichts des derzeitigen so genannten "Reflation Trade" und des zunehmenden Drucks vonseiten des Arbeitsmarkts. Es sei im Interesse der FED, genauer über das Tempo der Zinserhöhungen zu informieren, damit sich die Märkte reibungslos anpassen könnten, zumal Finanzstabilität zentral den Entscheidungsprozess der FED bestimme.
Es werde erwartet, dass die Trump-Administration plane, mit weiteren fiskalpolitische Maßnahmen eine US-Wirtschaft anzukurbeln, in der bereits Vollbeschäftigung herrsche. Dies sollte zu mehr Inflation führen, vor allem bei den Löhnen. Daher sei der Experte davon überzeugt, dass die FED zumindest konsequent mit den im "dot plot" vorgezeichneten Kurs fortfahre. Wenn sie davon abweiche, dann dürfte es eher mehr als weniger Zinsschritte geben.
Insgesamt sei die Glaubwürdigkeit der FED das zentrale Thema. Der Markt müsse davon überzeugt sein, dass die FED bewusst "hinter der Kurve" stehe und die Inflation ansteigen lasse, bevor sie tätig werde. Es werde auf den Märkten auch nicht übersehen, dass die FED sich bereithalte, die US-Konjunktur abzukühlen, während Präsident Trump neue Konjunkturprogramme vorantreibe, und die FED somit in eine missliche Situation bringe. (27.01.2017/alc/a/a)
Die Märkte könnten aber das Tempo des Zinserhöhungszyklus unterschätzen. Die FED müsse jetzt Klartext reden, damit die Märkte ihre Erwartungen anpassen könnten - insbesondere vor dem Hintergrund des von Präsident Trump geplanten Konjunkturprogramms.
Diese anhaltende Kluft zwischen den Erwartungen des Marktes und dem künftigen Tempo der Zinserhöhungen würden auf die Fragilität der US-Märkte hinweisen, vor allem angesichts des derzeitigen so genannten "Reflation Trade" und des zunehmenden Drucks vonseiten des Arbeitsmarkts. Es sei im Interesse der FED, genauer über das Tempo der Zinserhöhungen zu informieren, damit sich die Märkte reibungslos anpassen könnten, zumal Finanzstabilität zentral den Entscheidungsprozess der FED bestimme.
Es werde erwartet, dass die Trump-Administration plane, mit weiteren fiskalpolitische Maßnahmen eine US-Wirtschaft anzukurbeln, in der bereits Vollbeschäftigung herrsche. Dies sollte zu mehr Inflation führen, vor allem bei den Löhnen. Daher sei der Experte davon überzeugt, dass die FED zumindest konsequent mit den im "dot plot" vorgezeichneten Kurs fortfahre. Wenn sie davon abweiche, dann dürfte es eher mehr als weniger Zinsschritte geben.
Insgesamt sei die Glaubwürdigkeit der FED das zentrale Thema. Der Markt müsse davon überzeugt sein, dass die FED bewusst "hinter der Kurve" stehe und die Inflation ansteigen lasse, bevor sie tätig werde. Es werde auf den Märkten auch nicht übersehen, dass die FED sich bereithalte, die US-Konjunktur abzukühlen, während Präsident Trump neue Konjunkturprogramme vorantreibe, und die FED somit in eine missliche Situation bringe. (27.01.2017/alc/a/a)


