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FED hält die Füße still
03.05.18 13:00
Baader Bank
Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Am gestrigen Abend endete das Meeting des Federal Open Market Committee (FOMC) und hierbei wurde erwartungsgemäß keine weitere Zinsanhebung beschlossen, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.
Denn bei dieser Beratung habe weder die Projektion der US-Notenbankmitglieder auf der Agenda gestanden, noch sei im Anschluss eine Pressekonferenz geplant gewesen. Somit sei erst bei der nächsten Sitzung am 12./13. Juni mit einer erneuten graduellen Zinsanpassung zu rechnen. Dies sei die Meinung der meisten Marktteilnehmer und bereits mit einer Wahrscheinlichkeit von über 76% in den Kursen enthalten. Ohne die anschließenden erläuternden Worte müsse man sich allerdings bis zur Veröffentlichung der Minutes gedulden, um die Gedanken der Notenbanker richtig einordnen zu können.
Darüber hinaus werde von den führenden Notenbankern immer wieder darauf hingewiesen, dass im Laufe des Jahres noch mit zwei Zinsanhebungen zu rechnen sei. Ein Blick auf den Kalender lasse somit vermuten, dass vieles für Zinsschritte in den Monaten Juni/Juli bzw. September/Oktober spreche. Damit würde man sowohl den bisherigen als auch den zukünftigen Maßnahmen den notwendigen Raum zur Entfaltung bieten. Der seit Februar des Jahres für die US-Notenbankpolitik verantwortliche Jerome Powell habe bereits zu Beginn seiner Amtszeit keinen Zweifel daran gelassen, dass er die bisherige Geldpolitik seiner Vorgängerin fortsetzen werde. Dies sei zumindest der Plan - und die aktuellen Wirtschaftsdaten würden dafür sprechen. Allerdings könne nicht ausgeschlossen werden, dass infolge der angedachten Strafzölle und der damit verbundenen Gegenmaßnahmen der betroffenen Wirtschaftsräume auch die USA konjunkturellen Schaden erleiden würden. Denn bei Handelskriegen gebe es in Summe immer nur Verlierer.
Man dürfe also gespannt sein, was D.T., der Unberechenbare, sich in den kommenden Monaten werde einfallen lassen und ob anschließend der FED-Präsident auch weiterhin seiner Linie treu bleiben könne.
Die Europäische Zentralbank (EZB) habe wie erwartet den Ball flach gehalten. Angesichts eines eskalierenden Handelsstreits mit den USA und einer möglichen Abschwächung der wirtschaftlichen Entwicklung habe die Notenbank vergangene Woche keinen Beschluss über eine Eindämmung ihrer expansiven Geldpolitik gefällt. Ein großes Ausmaß an geldpolitischem Stimulus sei immer noch erforderlich, habe sich EZB-Chef Mario Draghi überzeugt gezeigt. Daher sei eine "Politik der ruhigen Hand" geboten, die mit "Vorsicht, Geduld und Beharrlichkeit" einhergehe.
Immerhin liege der Hauptrefinanzierungssatz bereits seit März 2016 bei 0,0%. Zudem dauere das 2,5 Billionen Euro schwere Ankaufprogramm von Anleihen weiter an - und zwar mindestens bis September 2018. Zurzeit werde an den Börsen eine Einstellung der Ankäufe zum Jahresende erwartet. Angesichts der bisherigen, abwartenden Haltung der EZB sei nun die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass die Notenbank frühestens im Juli den Einstieg in den Ausstieg aus einer ultralockeren Geldpolitik verkünden werde. Das Ende des Ankaufprogramms möge damit näher rücken. Eine erste Zinsanhebung des Satzes von Überschusseinlagen bei der EZB von minus 0,40% erscheine derzeit für Mitte 2019 als möglich, was gestern auch Bundesbankpräsident Jens Weidmann bei einer Veranstaltung in Mannheim als "nicht ganz unrealistisch" bezeichnet habe.
Allerdings sei für Draghi das Risiko gestiegen, dass er den optimalen Zeitpunkt für den Ausstieg verpasse. Dies wäre dann der Fall, wenn sich die Konjunkturdaten weiter abschwächen würden - ein Szenario, das auch stark von der Entwicklung des Handelsstreits mit den USA beeinflusst werden dürfte. Beobachter wie Jan Holthusen, Rentenexperte der DZ BANK, würden einen gelungenen Spagat von Draghi sehen. Einerseits habe demnach der EZB-Präsident die jüngste Konjunkturabschwächung nicht überdramatisiert und andererseits seien keine großen Erwartungen auf bevorstehende Zinserhöhungen geschürt worden.
Zustimmung ernte Draghi auch von der Schweizerischen Nationalbank, die eine Straffung der monetären Bedingungen als verfrüht ansehe, würde sie doch nach deren Lesart die positive Wirtschaftsdynamik unnötig aufs Spiel setzen. Sowohl die Negativzinsen als auch die Bereitschaft zu Interventionen halte die Notenbank in Zürich, die mit ihrer Währung stark am Euro hänge, daher für notwendig.
Nach dem Votum des britischen Unterhauses (House of Commons) habe nun auch das Oberhaus (House of Lords) der Regierung von Premierministerin Theresa May eine Niederlage bereitet. Beide Kammern hätten für eine Änderung des Brexit-Gesetzes votiert, wonach das Parlament einen EU-Austritt ohne Vertrag mit Brüssel ablehnen könne. Die von dem Perücken-Club der Lords verabschiedete Änderung sehe vor, dass neue Verhandlungen vorgeschlagen werden könnten und dass auch ein Verbleib in der EU beschlossen werden könnte. Mit diesem Votum werde erneut die Zerrissenheit der Regierungspartei der Tories in der Frage des für März 2019 geplanten EU-Austritts deutlich. Bedeute die jetzige Abstimmung doch so etwas wie ein Vetorecht gegen den Brexit! Denn dies gelte auch für einen harten Brexit ohne Deal.
Angesichts des drohenden Brexits stottere die britische Wirtschaft zunehmend. Während in der EU die Konjunktur brumme, habe die Wirtschaft auf der Insel im ersten Quartal mit einem Zuwachs gegenüber dem Vorquartal von 0,1% kaum mehr als stagniert. Dies sei das niedrigste Plus seit fünf Jahren. Das jährliche Wachstum sei von 1,4% auf 1,2% zurückgegangen und das mache auch die ursprünglich für den 10. Mai für möglich gehaltene Zinsanhebung eher unwahrscheinlich. Zumindest würden die Kommentare des Notenbankchefs darauf hindeuten.
Indessen befasse sich die EU mit den Brexit-Folgen für den eigenen Haushalt. Immerhin sei Großbritannien ja bisher nach Deutschland der größte Nettozahler gewesen. Daher würden jährlich bis zu 14 Mrd. Euro fehlen. Haushaltskommissar Günther Oettinger, der gerade ohnehin die Haushaltspläne für den Zeitraum 2021 bis 2027 aufstelle, veranschlage die deutschen Mehrausgaben auf 12 Mrd. Euro. Davon würden 3,5 bis 4 Mrd. Euro auf den EU-Austritt der Briten entfallen, um die zu erwartende Brexit-Lücke im Budget zu schließen und neue Aufgaben wie den Außengrenzschutz zu finanzieren.
Und es solle wegen des Brexits in der EU auch gespart werden. So werde insbesondere bei der Regionalförderung der Rotstift angesetzt. Um 5% bis 10% sollten laut Oettinger in diesem Bereich die Fördermittel gekürzt werden.
Auch die EZB sowie die Bank of England (BoE) würden sich auf den Brexit vorbereiten. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe solle sich 2019 damit befassen, wie Gefahren für Finanzdienstleister kontrolliert werden könnten - womöglich um das Schlimmste zu verhindern.
Der Tag der Entscheidung nahe. Bis zum 20. August laufe das dritte Hilfsprogramm über 86 Mrd. Euro für Griechenland. Doch bereits Ende Juni müsse für die europäischen Geldgeber und für den internationalen Währungsfonds (IWF) klar sein, wie es mit Hellas weitergehe. Seit 2010 sei das hochverschuldete Land mit drei Kreditprogrammen der internationalen Geldgeber mehrfach vor dem Staatsbankrott bewahrt worden.
Mit dem Geld habe Athen seine Schulden an internationale Banken zurückbezahlt. Die seien jetzt fein raus, dafür würden die Eurogruppe und der IWF als neue Gläubiger auf ihren Forderungen sitzen - und nun für Schuldenerleichterungen zugunsten von Griechenland plädieren. Sowohl die EU-Kommission als auch der IWF würden einen Schuldenschnitt für das Land fordern. Ebenso äußere sich die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).
Immerhin sei die griechische Wirtschaft von niedrigem Niveau kommend auf Wachstumskurs geschwenkt. So rechne die OECD für dieses Jahr mit einem Plus von 2% und im kommenden Jahr mit 2,3%. Auch bei der Sanierung des Haushalts 2017 habe Athen die Vorgaben der internationalen Geldgeber erfüllen können. So habe man mit gut 7 Mrd. Euro einen Primärüberschuss erzielen können, der doppelt so hoch gelegen habe wie die Vorgaben. Nun solle Athen wieder alleine am Kapitalmarkt zurechtkommen können.
Das klinge alles wunderbar, doch klammere der Primärüberschuss die Zinszahlungen aus, die angesichts der Schuldensituation von Hellas in Höhe von 330 Mrd. Euro oder 180% der Wirtschaftsleistung enorm seien. Das Ganze klinge also stark nach einer Milchmädchenrechnung!
Außerdem würden Griechenlands Gläubiger beabsichtigen, Athen trotz offenbarer wirtschaftlicher Genesung einen Finanzpuffer für die Zeit nach dem Auslaufen des dritten Hilfsprogramms zu genehmigen. Offenbar sei hier ein Betrag von 10 bis 12 Mrd. Euro als eine Art Mitgift für die Rückkehr an die Kapitalmärkte vorgesehen. Der Geldpuffer sei wichtig, damit Athen wieder "vollen Zugang" zu den Finanzmärkten erhalte, habe Eurogruppenchef Mário Centeno gesagt.
So möge das Land zwar nicht mehr auf der Intensivstation liegen. Um es aber als gesund aus der Obhut der Hilfsprogramme zu entlassen, benötige es jedoch noch milliardenschwerer Krücken, um an den Kapitalmärkten einigermaßen gehen zu können.
"Aufgeschoben ist nicht aufgehoben". Das möge auch für die Fristverlängerung von D. T., dem Unberechenbaren, gelten, der nun erst bis zum 1. Juni über Strafzölle für Importe aus der EU entscheiden wolle. Damit stelle er den Europäern, aber auch Kanada und Mexiko ein neues Ultimatum. Gleichzeitig habe es eine Einigung über eine Quotenregelung mit Südkorea, aber auch Argentinien, Australien und Brasilien gegeben.
Die große Frage sei nun, was bis Ende Mai passieren werde. Wichtig sei für die Europäer, dass sie sich angesichts der Drohungen des US-Präsidenten nicht auseinanderdividieren lassen und insbesondere Berlin und Paris mit einer Stimme sprechen würden. Trump strebe Quoten an, die wie eine Obergrenze die Liefermengen einschränken würden. Als Basis könnten die Liefermengen von 2017 gelten. Damit könnte das Gleiche erreicht werden wie mit Zöllen, nämlich eine bessere Auslastung der US-Stahlwerke und Aluminiumhütten.
Während die Drohgebärden von Trump aber dazu geführt hätten, dass Südkorea, Argentinien, Australien und Brasilien auf eine Quotenregelung eingegangen seien, sei die EU hart geblieben. Habe sich hier der US-Präsident womöglich verzockt? Immerhin habe die EU-Kommission ja deutlich gemacht, dass sie nicht unter dem Druck eines Ultimatums Zugeständnisse machen würde. Vielmehr würde sie bei der Einführung von Schutzzöllen auf Stahl und Aluminium ihrerseits Strafzölle auf US-Produkte wie Orangensaft, Bourbon-Whiskey, Motorräder und Jeans erheben.
So beharre die EU-Kommission darauf, dass sich Trump zu einer permanenten Ausnahme der EU von den Schutzzöllen bereiterklären müsse. Erst dann könne man auch über einen umfassenden Wegfall transatlantischer Zölle reden. Bestandteil einer Einigung könnte aus Sicht der EU die Erhöhung der Quote zur zollfreien Einfuhr von Rindfleisch aus den USA sein. Jedenfalls sei die EU bisher sehr klar bei ihrer Linie geblieben und sei nicht vor Trumps Muskelspielen zurückgeschreckt. Es sei zu hoffen, dass diese Strategie am Ende belohnt werde.
Wer gedacht habe, dass China, das immense Devisenreserven angehäuft habe, ohne Schulden auskomme, sei einem Irrtum aufgesessen. Bereits seit Jahren mache der Internationale Währungsfonds (IWF) auf diese Problematik aufmerksam und habe entsprechende Berechnungen durchgeführt. Demnach seien die Verbindlichkeiten von Staat, privaten Haushalten und Unternehmen - außerhalb des Finanzsektors - Ende 2017 auf 282% der Wirtschaftsleistung gestiegen. Ende 2008 habe der Wert noch bei 158% gelegen. Eine solche Entwicklung habe das Potenzial, Verwerfungen im Finanzsystem zu erzeugen. Denn bei einer merklichen Abschwächung des Wirtschaftswachstums könne das gesamte Konstrukt wie ein Kartenhaus in sich zusammenbrechen.
Ein erstes Indiz für ein Schuldenproblem Chinas sei nicht zuletzt darin zu sehen, dass die Notenbank per 25. April den Mindestreservesatz für einige Geldhäuser um 100 Basispunkte gesenkt habe, um den Banken die Möglichkeit zu geben, die Wirtschaft mit neuen Krediten weiter anzukurbeln. Jedoch gehe man hiermit ein großes Risiko seitens der Notenbanker ein. Denn nach jüngsten Berechnungen würden sich die Schulden chinesischer Unternehmen auf 165% der jährlichen Wirtschaftsleistung belaufen. Verglichen mit dem Verschuldungsgrad der US-Unternehmen in Höhe von 72,2% lasse das nichts Gutes erahnen. In Kombination mit einem Wert von 48% bei der Höhe der Verbindlichkeiten der privaten Haushalte könne man gut und gerne behaupten, dass auch China ein Schuldenproblem habe.
Noch seien die Immobilienpreise in den großen Städten Chinas stabil geblieben, lediglich in Teilen von Peking und Shanghai sei es zu rückläufigen Preisen gekommen. Somit scheine Chinas Regierung alles im Griff zu haben, aber der Wachstumsmotor der Weltwirtschaft dürfe nicht an Dynamik verlieren, sonst drohe der globalen Konjunktur Ungemach.
In dieser verkürzten Handelswoche seien namhafte Emittenten von Unternehmensanleihen eher selten anzutreffen gewesen, jedoch habe sich mit Rolls-Royce eine Gesellschaft, die mit Raumfahrt und Verteidigung ihr Geld verdiene, mit zwei Tranchen am Kapitalmarkt refinanziert. Nicht zuletzt fordere der US-Präsident schon seit längerem die NATO-Staaten, und hierbei insbesondere die Bundesrepublik Deutschland, auf, die Militärausgaben zu erhöhen, was bei solchen Unternehmen die Ertragslage verbessern sollte.
Das britische Unternehmen habe hierzu zwei Anleihen mit jeweils 550 Mio. Euro aufgelegt und bei der ersten Tranche (XS1819575066) einen Kupon in Höhe von 0,875% fixiert. Dieser Bond sei am 9.05.2024 endfällig und bei einem Emissionspreis von 99,293% (+45 bps über Mid Swap) angeboten worden. Die zweite Tranche (XS1819574929) habe eine Laufzeit bis zum 9.05.2028 und sei zu einem Emissionspreis von 99,261% begeben worden, was bei einem jährlichen Kupon von 1,625% einen Emissionsspread von +70 bps über Mid Swap ergeben habe.
Beide Gattungen seien mit der für Privatanleger unfreundlichen Mindeststückelung von nominal 100.000 Euro angeboten worden.
Zusätzlich seien am gestrigen Handelstag erneut vier Anleihen der französischen Immobilien- und Investmentgesellschaft Unibail Rodamco aufgelegt worden. Mit Laufzeiten von 5/2021 (+13 bps über Mid Swap), 9/2025 (+43 bps über Mid Swap), 1/2031 (+70 bps über Mid Swap) und 5/2038 (+85 bps über Mid Swap) seien insgesamt 3 Mrd. Euro refinanziert worden. Die jährlichen Zinssätze würden sich entsprechend der Endfälligkeit der Anleihe von 0,125% (FR0013332970) über 1,125% (FR0013332988), 1,875% (FR0013332996) bis zu 2,25% (FR0013333002) staffeln.
"Sell in May and go away?" Diese im Mai eines jeden Jahres immer wieder verwendete Börsenweisheit sei allerdings mit Vorsicht zu genießen, denn die Rahmenbedingungen für die einzelnen Assetklassen könnten unterschiedlicher nicht sein. So würden sich nach einer jüngsten Umfrage nur noch wenige Privatanleger trauen - nach den Schwankungen im April - Neuinvestitionen bei Aktien zu tätigen. Dementsprechend sei es nicht verwunderlich, wenn die Aktienkurse angestiegen seien. Denn oftmals mache der Markt genau das Gegenteil von dem, was erwartet werde.
Das treffe auch auf den Rentenmarkt zu und habe man in der vergangenen Woche noch nach unten geschaut, so sei beim Euro-Bund-Future zuerst die Upside getestet worden. Unterstützt worden sei dieser Trend durch die Ergebnisse der EZB-Sitzung am vergangenen Donnerstag. So sei nach den Ausführungen von Mario Draghi frühestens bei der kommenden Sitzung im Juni - vielleicht aber auch erst im Juli - mit einer Klarstellung zur weiteren Vorgehensweise in Sachen QE zu rechnen.
Aus diesem Grund und infolge des Renditerückgangs in den USA, wo die 3% im Zehn-Jahres-Bereich inzwischen wieder unterschritten worden seien, habe sich der Euro-Bund-Future über der 158% festgesetzt. Charttechnisch sei ein Rückgang bis auf 158,20% als unkritisch zu werten. Lediglich bei Unterschreiten dieser Unterstützungslinie und Bruch der 158%-Marke sei mit dem noch in der Vorwoche erreichten Niveau (ca. 157,45%) zu rechnen. Somit könnte also die oben genannte Börsenweisheit auch im Rentenbereich ohne Weiteres zur Anwendung kommen. Jedoch seien zu viele Unsicherheitsfaktoren noch im Spiel, um einen eindeutigen Trend festzulegen. So müsse auch der Blick nach oben gerichtet werden, denn dort sei bei 158,80% ein ausgeprägter Widerstand auszumachen.
Nach der gestrigen FED-Entscheidung, die wie erwartet ausgefallen sei, notiere das Rentenbarometer aktuell bei ca. 158,45%, was einer zehnjährigen Bundrendite von 0,587% entspreche.
In dieser in Europa feiertagsbedingt verkürzten Handelswoche seien in den USA lediglich Geldmarktpapiere mit den üblichen Laufzeiten von vier Wochen sowie drei und sechs Monaten im Gesamtvolumen von 135 Mrd. USD zum Kauf angeboten worden.
In Euroland hingegen sei am gestrigen Mittwoch von der Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland die aktuelle fünfjährige Bundesobligation Serie 177 (ISIN DE0001141778 / WKN 114177) um 3 Mrd. Euro auf insgesamt 14 Mrd. Euro aufgestockt worden. Die Zuteilung der knapp überzeichneten Gattung sei bei einer Durchschnittsrendite von -0,04% erfolgt und nominal 524 Mio. Euro seien zur Marktpflege umgebucht worden.
Am heutigen Donnerstag würden noch die Emissionsvolumen diverser Altemissionen Frankreichs (ISIN FR0013131877/ A18YPD/ 2026; ISIN FR0013286192/ A19QFA/ 2028; ISIN FR0013313582 / WKN A19VU4/ 2034; ISIN FR0013257524 / WKN A19HR9/ 2048) und Spaniens (ISIN ES00000128X2 / WKN A19JJJ/ 2021; ISIN ES00000128D4 / WKN A1805F/ 2021; ISIN ES0000012B39 / WKN A19VKR/ 2028; ISIN ES00000128E2 / WKN A181RK/ 2066) erhöht, sodass insgesamt ca. 16 Mrd. Euro von den drei Staaten refinanziert worden seien.
Wer seine Chancen nicht nutze, schaffe es nicht in das Finale der Champions League. Diese leidvolle Erfahrung habe am Dienstag der FC Bayern München machen müssen. Im Gegensatz hierzu präsentiere sich der Greenback momentan in bestechender Form und nutze jede Schwäche der anderen Valuten gnadenlos aus.
So habe auch die europäische Gemeinschaftswährung zurzeit wenig entgegenzusetzen und sei erstmals seit Mitte Januar wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 1,20 USD gefallen, was kein guter Start in den Wonnemonat Mai sei. Zwischenzeitlich habe die Einheitswährung bei 1,1938 USD gehandelt und damit die 200-Tages-Durchschnittslinie durchbrochen. Dies könnte ein Hinweis auf eine Trendumkehr sein. Nach der Sitzung der US-Währungshüter am gestrigen Mittwochabend handle der Euro heute Morgen immer noch unterhalb der Marke von 1,20 USD, und zwar bei 1,1970 USD.
Trotz seiner aktuellen Schwächephase habe der Euro wenigstens im Vergleich zur Schwedischen Krone ein neues Mehrjahreshoch erreichen können. So sei die Einheitswährung in der Spitze bis auf 10,6807 SEK gestiegen und habe damit so hoch wie zuletzt im Juni 2009 notiert. Hintergrund dieser Entwicklung seien zurückhaltende Aussagen der schwedischen Notenbanker zu künftigen Zinserhöhungen gewesen, nachdem in der vergangene Woche der Leitzins unverändert bei -0,50% belassen worden sei.
In einer verkürzen Handelswoche hätten Privatanleger vorwiegend auf Währungsanleihen lautend auf US-Dollar, Südafrikanische Rand, Russische Rubel sowie auch Australische Dollar und Türkische Lira gesetzt.
Disclaimer:
Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.
Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.
Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (03.05.2018/alc/a/a)
Denn bei dieser Beratung habe weder die Projektion der US-Notenbankmitglieder auf der Agenda gestanden, noch sei im Anschluss eine Pressekonferenz geplant gewesen. Somit sei erst bei der nächsten Sitzung am 12./13. Juni mit einer erneuten graduellen Zinsanpassung zu rechnen. Dies sei die Meinung der meisten Marktteilnehmer und bereits mit einer Wahrscheinlichkeit von über 76% in den Kursen enthalten. Ohne die anschließenden erläuternden Worte müsse man sich allerdings bis zur Veröffentlichung der Minutes gedulden, um die Gedanken der Notenbanker richtig einordnen zu können.
Darüber hinaus werde von den führenden Notenbankern immer wieder darauf hingewiesen, dass im Laufe des Jahres noch mit zwei Zinsanhebungen zu rechnen sei. Ein Blick auf den Kalender lasse somit vermuten, dass vieles für Zinsschritte in den Monaten Juni/Juli bzw. September/Oktober spreche. Damit würde man sowohl den bisherigen als auch den zukünftigen Maßnahmen den notwendigen Raum zur Entfaltung bieten. Der seit Februar des Jahres für die US-Notenbankpolitik verantwortliche Jerome Powell habe bereits zu Beginn seiner Amtszeit keinen Zweifel daran gelassen, dass er die bisherige Geldpolitik seiner Vorgängerin fortsetzen werde. Dies sei zumindest der Plan - und die aktuellen Wirtschaftsdaten würden dafür sprechen. Allerdings könne nicht ausgeschlossen werden, dass infolge der angedachten Strafzölle und der damit verbundenen Gegenmaßnahmen der betroffenen Wirtschaftsräume auch die USA konjunkturellen Schaden erleiden würden. Denn bei Handelskriegen gebe es in Summe immer nur Verlierer.
Man dürfe also gespannt sein, was D.T., der Unberechenbare, sich in den kommenden Monaten werde einfallen lassen und ob anschließend der FED-Präsident auch weiterhin seiner Linie treu bleiben könne.
Die Europäische Zentralbank (EZB) habe wie erwartet den Ball flach gehalten. Angesichts eines eskalierenden Handelsstreits mit den USA und einer möglichen Abschwächung der wirtschaftlichen Entwicklung habe die Notenbank vergangene Woche keinen Beschluss über eine Eindämmung ihrer expansiven Geldpolitik gefällt. Ein großes Ausmaß an geldpolitischem Stimulus sei immer noch erforderlich, habe sich EZB-Chef Mario Draghi überzeugt gezeigt. Daher sei eine "Politik der ruhigen Hand" geboten, die mit "Vorsicht, Geduld und Beharrlichkeit" einhergehe.
Immerhin liege der Hauptrefinanzierungssatz bereits seit März 2016 bei 0,0%. Zudem dauere das 2,5 Billionen Euro schwere Ankaufprogramm von Anleihen weiter an - und zwar mindestens bis September 2018. Zurzeit werde an den Börsen eine Einstellung der Ankäufe zum Jahresende erwartet. Angesichts der bisherigen, abwartenden Haltung der EZB sei nun die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass die Notenbank frühestens im Juli den Einstieg in den Ausstieg aus einer ultralockeren Geldpolitik verkünden werde. Das Ende des Ankaufprogramms möge damit näher rücken. Eine erste Zinsanhebung des Satzes von Überschusseinlagen bei der EZB von minus 0,40% erscheine derzeit für Mitte 2019 als möglich, was gestern auch Bundesbankpräsident Jens Weidmann bei einer Veranstaltung in Mannheim als "nicht ganz unrealistisch" bezeichnet habe.
Allerdings sei für Draghi das Risiko gestiegen, dass er den optimalen Zeitpunkt für den Ausstieg verpasse. Dies wäre dann der Fall, wenn sich die Konjunkturdaten weiter abschwächen würden - ein Szenario, das auch stark von der Entwicklung des Handelsstreits mit den USA beeinflusst werden dürfte. Beobachter wie Jan Holthusen, Rentenexperte der DZ BANK, würden einen gelungenen Spagat von Draghi sehen. Einerseits habe demnach der EZB-Präsident die jüngste Konjunkturabschwächung nicht überdramatisiert und andererseits seien keine großen Erwartungen auf bevorstehende Zinserhöhungen geschürt worden.
Zustimmung ernte Draghi auch von der Schweizerischen Nationalbank, die eine Straffung der monetären Bedingungen als verfrüht ansehe, würde sie doch nach deren Lesart die positive Wirtschaftsdynamik unnötig aufs Spiel setzen. Sowohl die Negativzinsen als auch die Bereitschaft zu Interventionen halte die Notenbank in Zürich, die mit ihrer Währung stark am Euro hänge, daher für notwendig.
Nach dem Votum des britischen Unterhauses (House of Commons) habe nun auch das Oberhaus (House of Lords) der Regierung von Premierministerin Theresa May eine Niederlage bereitet. Beide Kammern hätten für eine Änderung des Brexit-Gesetzes votiert, wonach das Parlament einen EU-Austritt ohne Vertrag mit Brüssel ablehnen könne. Die von dem Perücken-Club der Lords verabschiedete Änderung sehe vor, dass neue Verhandlungen vorgeschlagen werden könnten und dass auch ein Verbleib in der EU beschlossen werden könnte. Mit diesem Votum werde erneut die Zerrissenheit der Regierungspartei der Tories in der Frage des für März 2019 geplanten EU-Austritts deutlich. Bedeute die jetzige Abstimmung doch so etwas wie ein Vetorecht gegen den Brexit! Denn dies gelte auch für einen harten Brexit ohne Deal.
Angesichts des drohenden Brexits stottere die britische Wirtschaft zunehmend. Während in der EU die Konjunktur brumme, habe die Wirtschaft auf der Insel im ersten Quartal mit einem Zuwachs gegenüber dem Vorquartal von 0,1% kaum mehr als stagniert. Dies sei das niedrigste Plus seit fünf Jahren. Das jährliche Wachstum sei von 1,4% auf 1,2% zurückgegangen und das mache auch die ursprünglich für den 10. Mai für möglich gehaltene Zinsanhebung eher unwahrscheinlich. Zumindest würden die Kommentare des Notenbankchefs darauf hindeuten.
Indessen befasse sich die EU mit den Brexit-Folgen für den eigenen Haushalt. Immerhin sei Großbritannien ja bisher nach Deutschland der größte Nettozahler gewesen. Daher würden jährlich bis zu 14 Mrd. Euro fehlen. Haushaltskommissar Günther Oettinger, der gerade ohnehin die Haushaltspläne für den Zeitraum 2021 bis 2027 aufstelle, veranschlage die deutschen Mehrausgaben auf 12 Mrd. Euro. Davon würden 3,5 bis 4 Mrd. Euro auf den EU-Austritt der Briten entfallen, um die zu erwartende Brexit-Lücke im Budget zu schließen und neue Aufgaben wie den Außengrenzschutz zu finanzieren.
Und es solle wegen des Brexits in der EU auch gespart werden. So werde insbesondere bei der Regionalförderung der Rotstift angesetzt. Um 5% bis 10% sollten laut Oettinger in diesem Bereich die Fördermittel gekürzt werden.
Auch die EZB sowie die Bank of England (BoE) würden sich auf den Brexit vorbereiten. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe solle sich 2019 damit befassen, wie Gefahren für Finanzdienstleister kontrolliert werden könnten - womöglich um das Schlimmste zu verhindern.
Der Tag der Entscheidung nahe. Bis zum 20. August laufe das dritte Hilfsprogramm über 86 Mrd. Euro für Griechenland. Doch bereits Ende Juni müsse für die europäischen Geldgeber und für den internationalen Währungsfonds (IWF) klar sein, wie es mit Hellas weitergehe. Seit 2010 sei das hochverschuldete Land mit drei Kreditprogrammen der internationalen Geldgeber mehrfach vor dem Staatsbankrott bewahrt worden.
Mit dem Geld habe Athen seine Schulden an internationale Banken zurückbezahlt. Die seien jetzt fein raus, dafür würden die Eurogruppe und der IWF als neue Gläubiger auf ihren Forderungen sitzen - und nun für Schuldenerleichterungen zugunsten von Griechenland plädieren. Sowohl die EU-Kommission als auch der IWF würden einen Schuldenschnitt für das Land fordern. Ebenso äußere sich die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).
Immerhin sei die griechische Wirtschaft von niedrigem Niveau kommend auf Wachstumskurs geschwenkt. So rechne die OECD für dieses Jahr mit einem Plus von 2% und im kommenden Jahr mit 2,3%. Auch bei der Sanierung des Haushalts 2017 habe Athen die Vorgaben der internationalen Geldgeber erfüllen können. So habe man mit gut 7 Mrd. Euro einen Primärüberschuss erzielen können, der doppelt so hoch gelegen habe wie die Vorgaben. Nun solle Athen wieder alleine am Kapitalmarkt zurechtkommen können.
Das klinge alles wunderbar, doch klammere der Primärüberschuss die Zinszahlungen aus, die angesichts der Schuldensituation von Hellas in Höhe von 330 Mrd. Euro oder 180% der Wirtschaftsleistung enorm seien. Das Ganze klinge also stark nach einer Milchmädchenrechnung!
Außerdem würden Griechenlands Gläubiger beabsichtigen, Athen trotz offenbarer wirtschaftlicher Genesung einen Finanzpuffer für die Zeit nach dem Auslaufen des dritten Hilfsprogramms zu genehmigen. Offenbar sei hier ein Betrag von 10 bis 12 Mrd. Euro als eine Art Mitgift für die Rückkehr an die Kapitalmärkte vorgesehen. Der Geldpuffer sei wichtig, damit Athen wieder "vollen Zugang" zu den Finanzmärkten erhalte, habe Eurogruppenchef Mário Centeno gesagt.
So möge das Land zwar nicht mehr auf der Intensivstation liegen. Um es aber als gesund aus der Obhut der Hilfsprogramme zu entlassen, benötige es jedoch noch milliardenschwerer Krücken, um an den Kapitalmärkten einigermaßen gehen zu können.
"Aufgeschoben ist nicht aufgehoben". Das möge auch für die Fristverlängerung von D. T., dem Unberechenbaren, gelten, der nun erst bis zum 1. Juni über Strafzölle für Importe aus der EU entscheiden wolle. Damit stelle er den Europäern, aber auch Kanada und Mexiko ein neues Ultimatum. Gleichzeitig habe es eine Einigung über eine Quotenregelung mit Südkorea, aber auch Argentinien, Australien und Brasilien gegeben.
Die große Frage sei nun, was bis Ende Mai passieren werde. Wichtig sei für die Europäer, dass sie sich angesichts der Drohungen des US-Präsidenten nicht auseinanderdividieren lassen und insbesondere Berlin und Paris mit einer Stimme sprechen würden. Trump strebe Quoten an, die wie eine Obergrenze die Liefermengen einschränken würden. Als Basis könnten die Liefermengen von 2017 gelten. Damit könnte das Gleiche erreicht werden wie mit Zöllen, nämlich eine bessere Auslastung der US-Stahlwerke und Aluminiumhütten.
Während die Drohgebärden von Trump aber dazu geführt hätten, dass Südkorea, Argentinien, Australien und Brasilien auf eine Quotenregelung eingegangen seien, sei die EU hart geblieben. Habe sich hier der US-Präsident womöglich verzockt? Immerhin habe die EU-Kommission ja deutlich gemacht, dass sie nicht unter dem Druck eines Ultimatums Zugeständnisse machen würde. Vielmehr würde sie bei der Einführung von Schutzzöllen auf Stahl und Aluminium ihrerseits Strafzölle auf US-Produkte wie Orangensaft, Bourbon-Whiskey, Motorräder und Jeans erheben.
Wer gedacht habe, dass China, das immense Devisenreserven angehäuft habe, ohne Schulden auskomme, sei einem Irrtum aufgesessen. Bereits seit Jahren mache der Internationale Währungsfonds (IWF) auf diese Problematik aufmerksam und habe entsprechende Berechnungen durchgeführt. Demnach seien die Verbindlichkeiten von Staat, privaten Haushalten und Unternehmen - außerhalb des Finanzsektors - Ende 2017 auf 282% der Wirtschaftsleistung gestiegen. Ende 2008 habe der Wert noch bei 158% gelegen. Eine solche Entwicklung habe das Potenzial, Verwerfungen im Finanzsystem zu erzeugen. Denn bei einer merklichen Abschwächung des Wirtschaftswachstums könne das gesamte Konstrukt wie ein Kartenhaus in sich zusammenbrechen.
Ein erstes Indiz für ein Schuldenproblem Chinas sei nicht zuletzt darin zu sehen, dass die Notenbank per 25. April den Mindestreservesatz für einige Geldhäuser um 100 Basispunkte gesenkt habe, um den Banken die Möglichkeit zu geben, die Wirtschaft mit neuen Krediten weiter anzukurbeln. Jedoch gehe man hiermit ein großes Risiko seitens der Notenbanker ein. Denn nach jüngsten Berechnungen würden sich die Schulden chinesischer Unternehmen auf 165% der jährlichen Wirtschaftsleistung belaufen. Verglichen mit dem Verschuldungsgrad der US-Unternehmen in Höhe von 72,2% lasse das nichts Gutes erahnen. In Kombination mit einem Wert von 48% bei der Höhe der Verbindlichkeiten der privaten Haushalte könne man gut und gerne behaupten, dass auch China ein Schuldenproblem habe.
Noch seien die Immobilienpreise in den großen Städten Chinas stabil geblieben, lediglich in Teilen von Peking und Shanghai sei es zu rückläufigen Preisen gekommen. Somit scheine Chinas Regierung alles im Griff zu haben, aber der Wachstumsmotor der Weltwirtschaft dürfe nicht an Dynamik verlieren, sonst drohe der globalen Konjunktur Ungemach.
In dieser verkürzten Handelswoche seien namhafte Emittenten von Unternehmensanleihen eher selten anzutreffen gewesen, jedoch habe sich mit Rolls-Royce eine Gesellschaft, die mit Raumfahrt und Verteidigung ihr Geld verdiene, mit zwei Tranchen am Kapitalmarkt refinanziert. Nicht zuletzt fordere der US-Präsident schon seit längerem die NATO-Staaten, und hierbei insbesondere die Bundesrepublik Deutschland, auf, die Militärausgaben zu erhöhen, was bei solchen Unternehmen die Ertragslage verbessern sollte.
Das britische Unternehmen habe hierzu zwei Anleihen mit jeweils 550 Mio. Euro aufgelegt und bei der ersten Tranche (XS1819575066) einen Kupon in Höhe von 0,875% fixiert. Dieser Bond sei am 9.05.2024 endfällig und bei einem Emissionspreis von 99,293% (+45 bps über Mid Swap) angeboten worden. Die zweite Tranche (XS1819574929) habe eine Laufzeit bis zum 9.05.2028 und sei zu einem Emissionspreis von 99,261% begeben worden, was bei einem jährlichen Kupon von 1,625% einen Emissionsspread von +70 bps über Mid Swap ergeben habe.
Beide Gattungen seien mit der für Privatanleger unfreundlichen Mindeststückelung von nominal 100.000 Euro angeboten worden.
Zusätzlich seien am gestrigen Handelstag erneut vier Anleihen der französischen Immobilien- und Investmentgesellschaft Unibail Rodamco aufgelegt worden. Mit Laufzeiten von 5/2021 (+13 bps über Mid Swap), 9/2025 (+43 bps über Mid Swap), 1/2031 (+70 bps über Mid Swap) und 5/2038 (+85 bps über Mid Swap) seien insgesamt 3 Mrd. Euro refinanziert worden. Die jährlichen Zinssätze würden sich entsprechend der Endfälligkeit der Anleihe von 0,125% (FR0013332970) über 1,125% (FR0013332988), 1,875% (FR0013332996) bis zu 2,25% (FR0013333002) staffeln.
"Sell in May and go away?" Diese im Mai eines jeden Jahres immer wieder verwendete Börsenweisheit sei allerdings mit Vorsicht zu genießen, denn die Rahmenbedingungen für die einzelnen Assetklassen könnten unterschiedlicher nicht sein. So würden sich nach einer jüngsten Umfrage nur noch wenige Privatanleger trauen - nach den Schwankungen im April - Neuinvestitionen bei Aktien zu tätigen. Dementsprechend sei es nicht verwunderlich, wenn die Aktienkurse angestiegen seien. Denn oftmals mache der Markt genau das Gegenteil von dem, was erwartet werde.
Das treffe auch auf den Rentenmarkt zu und habe man in der vergangenen Woche noch nach unten geschaut, so sei beim Euro-Bund-Future zuerst die Upside getestet worden. Unterstützt worden sei dieser Trend durch die Ergebnisse der EZB-Sitzung am vergangenen Donnerstag. So sei nach den Ausführungen von Mario Draghi frühestens bei der kommenden Sitzung im Juni - vielleicht aber auch erst im Juli - mit einer Klarstellung zur weiteren Vorgehensweise in Sachen QE zu rechnen.
Aus diesem Grund und infolge des Renditerückgangs in den USA, wo die 3% im Zehn-Jahres-Bereich inzwischen wieder unterschritten worden seien, habe sich der Euro-Bund-Future über der 158% festgesetzt. Charttechnisch sei ein Rückgang bis auf 158,20% als unkritisch zu werten. Lediglich bei Unterschreiten dieser Unterstützungslinie und Bruch der 158%-Marke sei mit dem noch in der Vorwoche erreichten Niveau (ca. 157,45%) zu rechnen. Somit könnte also die oben genannte Börsenweisheit auch im Rentenbereich ohne Weiteres zur Anwendung kommen. Jedoch seien zu viele Unsicherheitsfaktoren noch im Spiel, um einen eindeutigen Trend festzulegen. So müsse auch der Blick nach oben gerichtet werden, denn dort sei bei 158,80% ein ausgeprägter Widerstand auszumachen.
Nach der gestrigen FED-Entscheidung, die wie erwartet ausgefallen sei, notiere das Rentenbarometer aktuell bei ca. 158,45%, was einer zehnjährigen Bundrendite von 0,587% entspreche.
In dieser in Europa feiertagsbedingt verkürzten Handelswoche seien in den USA lediglich Geldmarktpapiere mit den üblichen Laufzeiten von vier Wochen sowie drei und sechs Monaten im Gesamtvolumen von 135 Mrd. USD zum Kauf angeboten worden.
In Euroland hingegen sei am gestrigen Mittwoch von der Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland die aktuelle fünfjährige Bundesobligation Serie 177 (ISIN DE0001141778 / WKN 114177) um 3 Mrd. Euro auf insgesamt 14 Mrd. Euro aufgestockt worden. Die Zuteilung der knapp überzeichneten Gattung sei bei einer Durchschnittsrendite von -0,04% erfolgt und nominal 524 Mio. Euro seien zur Marktpflege umgebucht worden.
Am heutigen Donnerstag würden noch die Emissionsvolumen diverser Altemissionen Frankreichs (ISIN FR0013131877/ A18YPD/ 2026; ISIN FR0013286192/ A19QFA/ 2028; ISIN FR0013313582 / WKN A19VU4/ 2034; ISIN FR0013257524 / WKN A19HR9/ 2048) und Spaniens (ISIN ES00000128X2 / WKN A19JJJ/ 2021; ISIN ES00000128D4 / WKN A1805F/ 2021; ISIN ES0000012B39 / WKN A19VKR/ 2028; ISIN ES00000128E2 / WKN A181RK/ 2066) erhöht, sodass insgesamt ca. 16 Mrd. Euro von den drei Staaten refinanziert worden seien.
Wer seine Chancen nicht nutze, schaffe es nicht in das Finale der Champions League. Diese leidvolle Erfahrung habe am Dienstag der FC Bayern München machen müssen. Im Gegensatz hierzu präsentiere sich der Greenback momentan in bestechender Form und nutze jede Schwäche der anderen Valuten gnadenlos aus.
So habe auch die europäische Gemeinschaftswährung zurzeit wenig entgegenzusetzen und sei erstmals seit Mitte Januar wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 1,20 USD gefallen, was kein guter Start in den Wonnemonat Mai sei. Zwischenzeitlich habe die Einheitswährung bei 1,1938 USD gehandelt und damit die 200-Tages-Durchschnittslinie durchbrochen. Dies könnte ein Hinweis auf eine Trendumkehr sein. Nach der Sitzung der US-Währungshüter am gestrigen Mittwochabend handle der Euro heute Morgen immer noch unterhalb der Marke von 1,20 USD, und zwar bei 1,1970 USD.
Trotz seiner aktuellen Schwächephase habe der Euro wenigstens im Vergleich zur Schwedischen Krone ein neues Mehrjahreshoch erreichen können. So sei die Einheitswährung in der Spitze bis auf 10,6807 SEK gestiegen und habe damit so hoch wie zuletzt im Juni 2009 notiert. Hintergrund dieser Entwicklung seien zurückhaltende Aussagen der schwedischen Notenbanker zu künftigen Zinserhöhungen gewesen, nachdem in der vergangene Woche der Leitzins unverändert bei -0,50% belassen worden sei.
In einer verkürzen Handelswoche hätten Privatanleger vorwiegend auf Währungsanleihen lautend auf US-Dollar, Südafrikanische Rand, Russische Rubel sowie auch Australische Dollar und Türkische Lira gesetzt.
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Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.
Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (03.05.2018/alc/a/a)
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16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie




