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FED erhöht Leitzinsspanne auf 1,50% bis 1,75%
22.03.18 11:30
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Wie erwartet erhöhte die US-Notenbank die Leitzinsspanne um 25 Basispunkte auf 1,50% bis 1,75%, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Der gestrige Beschluss sei einstimmig gefallen. Die begleitende Stellungnahme zur Zinsentscheidung unterscheide sich im Wesentlichen mit Blick auf die Einschätzung der Konjunktur von derjenigen von Ende Januar. So werde einerseits konstatiert, dass sich die Konjunkturdynamik im ersten Quartal etwas abgeschwächt habe. Andererseits werde angemerkt, dass sich die konjunkturellen Aussichten in den letzten Monaten verbessert hätten. Unverändert sei die Einschätzung der erwarteten Inflationsentwicklung. Die Währungshüter würden weiter davon ausgehen, dass sich die Inflationsrate in den nächsten Monaten nach oben bewegen werde und mittelfristig beim FED-Ziel von 2,0% p.a. einpendle.
Die Risiken für den kurzfristigen Konjunkturausblick würden erneut als annähernd ausgeglichen charakterisiert. Die Währungshüter würden unverändert davon ausgehen, dass der Leitzinssatz in diesem Jahr in Summe dreimal angehoben werden werde. Für 2019 bzw. 2020 werde jetzt dagegen eine Zinsanhebung im Ausmaß von 75 Basispunkten bzw. 50 Basispunkten in Aussicht gestellt (bisher 56 Basispunkte bzw. 38 Basispunkte). Die Leitzinsspanne läge Ende 2020 damit bei 3,25% bis 3,50% und damit klar über dem langfristig als neutral angesehenen Zinssatz von 2,9%. Mit Blick auf den Zuwachs des realen Bruttoinlandsproduktes sowie die Arbeitslosenquote seien die FOMC-Mitglieder zuversichtlicher als noch im Dezember.
FED-Präsident Jerome Powell habe während der Pressekonferenz deutlich gemacht, dass die seit der Zinssitzung im Dezember beschlossenen umfangreichen fiskalpolitischen Stimuli ausschlaggebend gewesen seien für die Aufhellung des Konjunkturausblicks sowie den nun erwarteten noch stärkeren Rückgang der Arbeitslosenquote. Im Median würden die FOMC-Mitglieder nun bis 2020 mit einer Zunahme der Wirtschaftsleistung (deutlich) über dem Potenzialwachstum rechnen. Die Arbeitslosenquote solle Ende 2019 und Ende 2020 bei 3,6% liegen und damit fast einen Prozentpunkt unter dem langfristig als neutral angesehenen Niveau.
Dennoch solle die Inflationsrate gemessen am Deflator des privaten Konsums (PCE Deflator) selbst 2020 nicht nennenswert über den Zielwert von 2% p.a. steigen. Für die Analysten sei diese Annahme unplausibel. Die Inflationsrate gemessen am Verbraucherpreisindex (VPI) werde bis zum Sommer auf 3% p.a. klettern, gemessen am PCE Deflator auf 2,5% p.a. Angesichts der sich verdichtenden Anzeichen einer konjunkturellen Überhitzung würden den Analysten kaum überzeugende Argumente dafür einfallen, weshalb sich der Preisauftrieb wieder abschwächen sollte. Das Gegenteil scheine wahrscheinlicher: Die zunehmende Überauslastung der gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten führe zu einem immer stärkeren Preisdruck.
Insofern könnten die Analysten die Gelassenheit der FED mit Blick auf die Inflationsaussichten nicht nachvollziehen. Präsident Powell habe mehrfach gesagt, es gäbe keinerlei Anzeichen sich aufbauenden Preisdrucks bzw. ein Anstieg der Inflationsrate über das FED-Ziel sei nicht zu erwarten. Die Analysten würden die Mehrheit der Währungshüter hier "hinter der Kurve" sehen. Der von ihnen erwartete spürbare und vor allem nachhaltige Anstieg der Inflationsrate bis zum Sommer dürfte die FED überraschen. Aus diesem Grund würden sie davon ausgehen, dass mit den Projektionen der Junisitzung für 2018 vier und nicht mehr drei Zinsschritte als angemessen angesehen würden. Sie würden daher bei ihrer Einschätzung bleiben, dass der Leitzins nach gestern auch auf der Zinssitzung im Juni, September und Dezember angehoben werden werde.
Die Analysten würden davon ausgehen, dass der von ihnen erwartete spürbare Anstieg der Inflationsrate in den nächsten Monaten sowie eine äußerst solide Arbeitsmarktentwicklung zu einem weiteren Renditeanstieg sowohl am kurzen als auch am langen Ende führen werde. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen dürfte bis Juni über 3% klettern.
US-Staatsanleihen hätten im Anschluss an die Zinsentscheidung gewonnen, die Rendite sei spiegelbildlich um wenige Basispunkte gesunken. Der US-Dollar sei unter Druck gekommen und habe zum Euro rund 1 Cent auf EUR/USD 1,234 abgegeben. (Ausgabe vom 21.03.2018) (22.03.2018/alc/a/a)
Der gestrige Beschluss sei einstimmig gefallen. Die begleitende Stellungnahme zur Zinsentscheidung unterscheide sich im Wesentlichen mit Blick auf die Einschätzung der Konjunktur von derjenigen von Ende Januar. So werde einerseits konstatiert, dass sich die Konjunkturdynamik im ersten Quartal etwas abgeschwächt habe. Andererseits werde angemerkt, dass sich die konjunkturellen Aussichten in den letzten Monaten verbessert hätten. Unverändert sei die Einschätzung der erwarteten Inflationsentwicklung. Die Währungshüter würden weiter davon ausgehen, dass sich die Inflationsrate in den nächsten Monaten nach oben bewegen werde und mittelfristig beim FED-Ziel von 2,0% p.a. einpendle.
Die Risiken für den kurzfristigen Konjunkturausblick würden erneut als annähernd ausgeglichen charakterisiert. Die Währungshüter würden unverändert davon ausgehen, dass der Leitzinssatz in diesem Jahr in Summe dreimal angehoben werden werde. Für 2019 bzw. 2020 werde jetzt dagegen eine Zinsanhebung im Ausmaß von 75 Basispunkten bzw. 50 Basispunkten in Aussicht gestellt (bisher 56 Basispunkte bzw. 38 Basispunkte). Die Leitzinsspanne läge Ende 2020 damit bei 3,25% bis 3,50% und damit klar über dem langfristig als neutral angesehenen Zinssatz von 2,9%. Mit Blick auf den Zuwachs des realen Bruttoinlandsproduktes sowie die Arbeitslosenquote seien die FOMC-Mitglieder zuversichtlicher als noch im Dezember.
Dennoch solle die Inflationsrate gemessen am Deflator des privaten Konsums (PCE Deflator) selbst 2020 nicht nennenswert über den Zielwert von 2% p.a. steigen. Für die Analysten sei diese Annahme unplausibel. Die Inflationsrate gemessen am Verbraucherpreisindex (VPI) werde bis zum Sommer auf 3% p.a. klettern, gemessen am PCE Deflator auf 2,5% p.a. Angesichts der sich verdichtenden Anzeichen einer konjunkturellen Überhitzung würden den Analysten kaum überzeugende Argumente dafür einfallen, weshalb sich der Preisauftrieb wieder abschwächen sollte. Das Gegenteil scheine wahrscheinlicher: Die zunehmende Überauslastung der gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten führe zu einem immer stärkeren Preisdruck.
Insofern könnten die Analysten die Gelassenheit der FED mit Blick auf die Inflationsaussichten nicht nachvollziehen. Präsident Powell habe mehrfach gesagt, es gäbe keinerlei Anzeichen sich aufbauenden Preisdrucks bzw. ein Anstieg der Inflationsrate über das FED-Ziel sei nicht zu erwarten. Die Analysten würden die Mehrheit der Währungshüter hier "hinter der Kurve" sehen. Der von ihnen erwartete spürbare und vor allem nachhaltige Anstieg der Inflationsrate bis zum Sommer dürfte die FED überraschen. Aus diesem Grund würden sie davon ausgehen, dass mit den Projektionen der Junisitzung für 2018 vier und nicht mehr drei Zinsschritte als angemessen angesehen würden. Sie würden daher bei ihrer Einschätzung bleiben, dass der Leitzins nach gestern auch auf der Zinssitzung im Juni, September und Dezember angehoben werden werde.
Die Analysten würden davon ausgehen, dass der von ihnen erwartete spürbare Anstieg der Inflationsrate in den nächsten Monaten sowie eine äußerst solide Arbeitsmarktentwicklung zu einem weiteren Renditeanstieg sowohl am kurzen als auch am langen Ende führen werde. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen dürfte bis Juni über 3% klettern.
US-Staatsanleihen hätten im Anschluss an die Zinsentscheidung gewonnen, die Rendite sei spiegelbildlich um wenige Basispunkte gesunken. Der US-Dollar sei unter Druck gekommen und habe zum Euro rund 1 Cent auf EUR/USD 1,234 abgegeben. (Ausgabe vom 21.03.2018) (22.03.2018/alc/a/a)
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