Erweiterte Funktionen
FED dürfte ihre Zinsen in geringerem Maße als die EZB senken
19.11.24 08:21
Postbank Research
Bonn (www.anleihencheck.de) - Nachdem die Republikaner sich die Kontrolle in beiden Kammern des US-Kongresses sichern konnten, setzen US-Staatsanleiherenditen ihren Aufwärtstrend fort, zumal in der zweiten Amtszeit von Donald Trump höhere Defizite und eine hartnäckigere Inflation erwartet werden, so die Analysten von Postbank Research.
Die US-Volkswirtschaft erscheine aufgrund resilienter Verbraucherausgaben und eines sich graduell abkühlenden Arbeitsmarkts weiterhin robust zu sein. Den aktuellen Markterwartungen zufolge dürfte die FED ihre Zinsen in geringerem Maße als die EZB senken. Infolgedessen werde EUR/USD derzeit in der Nähe seines 12-Monats-Tiefststandes gehandelt.
Die Q3-Berichtssaison neige sich dem Ende zu. 91% der S&P500-Unternehmen und 85% der STOXX Europe 600-Unternehmen hätten inzwischen ihre Zahlen vorgelegt. Neben der Wahleuphorie hätten zum Teil auch gute Unternehmensergebnisse zur positiven Anlegerstimmung beigetragen: 75% der S&P 500- und 62% der STOXX Europe 600-Unternehmen hätten die Konsens-Gewinnschätzungen übertroffen.
Da der Wahlausgang nun klar ist und die Berichtssaison weitgehend hinter uns liegt, dürften makroökonomische Daten sowie die Dezember-Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) die Haupttreiber der Marktentwicklung werden, bis Donald Trump am 20. Januar 2025 sein Amt als neuer US-Präsident antritt, so die Analysten von Postbank Research.
Der US-Dollar-Index (DXY) sei seit Trumps Wahlsieg in Erwartung einer wachstumsfördernden Politik und zollbedingten Inflation um 3,0% gestiegen. Zudem habe der USD seit Anfang Oktober gegenüber den wichtigsten Währungen an Wert zulegen können, da ein Trump-Sieg bereits eingepreist worden sei. In der Eurozone bleibe das Wirtschaftswachstum anämisch, und die Erwartung weiterer Zinssenkungen durch die EZB könnte für weiteren Abwärtsdruck beim EUR sorgen, der jedoch teilweise durch die Möglichkeit höherer Renditen nach den Wahlen in Deutschland ausgeglichen werden könnte.
Unterdessen werde erwartet, dass die BoE die Zinsen langsamer senken dürfte als die FED, da Anleger ihre Zinssenkungserwartungen aufgrund umfangreicher Ausgabenpläne im neuen Haushalt der britischen Regierung zurückgeschraubt hätten. Angesichts der innenpolitischen Unsicherheit sowie drohender Zölle dürfte die BoJ vorerst an ihrer Geldpolitik festhalten. Letztlich werde der Druck auf den JPY die BoJ jedoch dazu veranlassen, eine vorsichtige Normalisierung der japanischen Geldpolitik voranzutreiben. Dabei könnte ein Rückgang der Zinsdifferenzen zu einer allmählichen Aufwertung des JPY beitragen.
In China täten die Behörden "alles, was nötig sei", um das Wachstum anzukurbeln, da das Verbrauchervertrauen angesichts des Abschwungs im Immobiliensektor weiterhin gedämpft sei. Die PBoC habe in diesem Jahr zweimal die Zinsen gesenkt, jedoch dürfte der CNY (Chinesischer Renminbi Yuan) angesichts der steigenden Renditedifferenz zu den USA weiter unter Druck stehen. (Ausgabe vom 18.11.2024) (19.11.2024/alc/a/a)
Die US-Volkswirtschaft erscheine aufgrund resilienter Verbraucherausgaben und eines sich graduell abkühlenden Arbeitsmarkts weiterhin robust zu sein. Den aktuellen Markterwartungen zufolge dürfte die FED ihre Zinsen in geringerem Maße als die EZB senken. Infolgedessen werde EUR/USD derzeit in der Nähe seines 12-Monats-Tiefststandes gehandelt.
Die Q3-Berichtssaison neige sich dem Ende zu. 91% der S&P500-Unternehmen und 85% der STOXX Europe 600-Unternehmen hätten inzwischen ihre Zahlen vorgelegt. Neben der Wahleuphorie hätten zum Teil auch gute Unternehmensergebnisse zur positiven Anlegerstimmung beigetragen: 75% der S&P 500- und 62% der STOXX Europe 600-Unternehmen hätten die Konsens-Gewinnschätzungen übertroffen.
Der US-Dollar-Index (DXY) sei seit Trumps Wahlsieg in Erwartung einer wachstumsfördernden Politik und zollbedingten Inflation um 3,0% gestiegen. Zudem habe der USD seit Anfang Oktober gegenüber den wichtigsten Währungen an Wert zulegen können, da ein Trump-Sieg bereits eingepreist worden sei. In der Eurozone bleibe das Wirtschaftswachstum anämisch, und die Erwartung weiterer Zinssenkungen durch die EZB könnte für weiteren Abwärtsdruck beim EUR sorgen, der jedoch teilweise durch die Möglichkeit höherer Renditen nach den Wahlen in Deutschland ausgeglichen werden könnte.
Unterdessen werde erwartet, dass die BoE die Zinsen langsamer senken dürfte als die FED, da Anleger ihre Zinssenkungserwartungen aufgrund umfangreicher Ausgabenpläne im neuen Haushalt der britischen Regierung zurückgeschraubt hätten. Angesichts der innenpolitischen Unsicherheit sowie drohender Zölle dürfte die BoJ vorerst an ihrer Geldpolitik festhalten. Letztlich werde der Druck auf den JPY die BoJ jedoch dazu veranlassen, eine vorsichtige Normalisierung der japanischen Geldpolitik voranzutreiben. Dabei könnte ein Rückgang der Zinsdifferenzen zu einer allmählichen Aufwertung des JPY beitragen.
In China täten die Behörden "alles, was nötig sei", um das Wachstum anzukurbeln, da das Verbrauchervertrauen angesichts des Abschwungs im Immobiliensektor weiterhin gedämpft sei. Die PBoC habe in diesem Jahr zweimal die Zinsen gesenkt, jedoch dürfte der CNY (Chinesischer Renminbi Yuan) angesichts der steigenden Renditedifferenz zu den USA weiter unter Druck stehen. (Ausgabe vom 18.11.2024) (19.11.2024/alc/a/a)


