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Die FED befindet sich nicht im Blindflug, aber sie tritt auf die Bremse


21.11.25 09:15
Ebury

Brüssel (www.anleihencheck.de) - Die jüngste Entwicklung am US-Arbeitsmarkt deutet darauf hin, dass die US-Notenbank bei ihrer Sitzung im Dezember vorsichtiger agieren wird, so Matthew Ryan, Head of Market Strategy bei Ebury.

Die am Donnerstag veröffentlichten - wenn auch bereits etwas älteren - Arbeitsmarktdaten würden ein gemischtes Bild liefern, das den geldpolitischen Entscheidungsträgern nur begrenzte Klarheit verschaffe.

Die US-Notenbank dürfte bei ihrer Dezember-Sitzung daher vermutlich etwas Tempo aus der geldpolitischen Debatte nehmen. Die Beschäftigung habe sich im September deutlich erholt, wodurch der Drei-Monats-Durchschnitt wieder über das geschätzte Gleichgewichtsniveau der Beschäftigung gestiegen sei. Gleichzeitig sei die Arbeitslosenquote unerwartet angestiegen - allerdings auf einem Niveau, das noch keinen unmittelbaren Anlass zur Sorge gebe.

Ryan sehe die FED in einer schwierigen Lage: Während der Arbeitsmarkt insgesamt fragil bleibe, sorge die anhaltende Inflation und die aufgrund des Shutdowns der Bundesbehörden unklare Wirtschaftslage dafür, dass die Währungshüter im Dezember eher vorsichtig agieren könnten. Eine Zinssenkung sei nicht ausgeschlossen, doch Ryan halte einen unveränderten Leitzins derzeit für wahrscheinlicher, da das FOMC zunächst auf weitere, verzögerte Wirtschaftsindikatoren warten dürfte, um ein klareres Bild der Wirtschaftslage zu erhalten.

Auch die Märkte hätten sich inzwischen auf dieses Szenario eingestellt: Die Futures würden lediglich eine Wahrscheinlichkeit von rund einem Drittel für eine letzte Zinssenkung vor Jahresende implizieren. (21.11.2025/alc/a/a)