FED auf Beobachtungsposten: Inflation, Arbeitsmarkt und Zölle im Blick


10.04.25 09:25
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Möglicherweise hat man im Weißen Haus nicht alle Folgen des Handelskrieges bedacht, so die Analysten der Helaba.

Der Sprung der US-Treasury-Renditen und die latente Schwäche des US-Dollar seien Warnschüsse, ebenso wie der Ausverkauf an den Aktienbörsen. Anscheinend seien diese nicht überhört worden. Obwohl die US-Notenbank dem reflexartigen Senken der Zinsen bisher widerstanden habe und in der Eurozone marktseitig auf eine baldige Senkung spekuliert werde, könne der US-Dollar keinen Boden gutmachen. Die gewaltige Verschuldung der USA im Ausland erweise sich als Achillesferse der trumpschen Zollpolitik.

Komme dem Euro und den hiesigen Staatsanleihen vermehrt der Status als sicherer Anlagehafen zu oder würden europäische Staatsanleihen im Sog der Treasuries unter Druck geraten? Viele Szenarien seien denkbar. Noch bestehe keine Klarheit und so könnte die Volatilität in den kommenden Tagen oder sogar Wochen erhöht bleiben.

Vor diesem Hintergrund und wegen der abwartenden Haltung der FED seien die heute eingehenden Wirtschaftsdaten von hohem Interesse, ebenso wie die Wortmeldungen der FOMC-Mitglieder. Mit den US-Verbraucherpreisen stünden wichtige Zahlen an, die jedoch nicht unter dem Einfluss der Zölle stünden. Erst mit den Aprilwerten werde sich zeigen, inwieweit die Sorgen wegen der Zölle gerechtfertigt seien. Im März werde zunächst mit einer Abschwächung der Inflationsrate gerechnet. Dies sei den gesunkenen Energiepreisen geschuldet, ein Effekt, der verstärkt auch im April wirken werde, da die Ölnotierungen im Zuge der Börsenturbulenzen jüngst stark unter Druck geraten seien.

Die Kerninflation werde weiterhin auf hohem Niveau erwartet. Die FED sei daher gut beraten, abzuwarten, zumal die Zölle die Kernrate vermutlich spürbar erhöhen würden. Zudem sei der Arbeitsmarkt bis zuletzt in solider Verfassung gewesen, weshalb auch die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe nicht aus dem Blick geraten sollten. (10.04.2025/alc/a/a)