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FED-Zinssitzung: Anhebung der Leitzinsspanne um 25 BP scheint ausgemachte Sache zu sein
08.12.17 10:15
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - In den nächsten Tagen stehen in den USA zahlreiche relevante Konjunkturdaten zur Veröffentlichung an, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.
Aus Sicht der meisten Marktteilnehmer die wichtigste Veröffentlichung dürften die Verbraucherpreiszahlen (Mi) für November sein. Nachdem sich der Preisauftrieb in der Abgrenzung ohne Energie und Nahrungsmittel - sogenannte Kernrate - zwischen März und Juli merklich abgeschwächt habe, habe er in den letzten Monaten wieder angezogen. Im November dürfte sich diese Entwicklung fortgesetzt haben. Den Berechnungen der Analysten zufolge habe die Kernrate im letzten Monat zwischen 0,2% und 0,3% p.m. zugelegt. Die annualisierte Dreimonatsveränderung würde damit auf 2,3% steigen, nachdem sie im Juni noch bei 0,6% gelegen habe. Da im November außerdem noch die Kraftstoffpreise entgegen dem saisontypischen Muster gestiegen seien, dürfte der Verbraucherpreisindex um 0,4% p.m. zugelegt haben. Die Inflationsrate würde damit auf 2,2% p.a. klettern.
Abseits der Inflationsdaten würden die Analysten die Einzelhandelsdaten (Do) für November für sehr wichtig halten. Zwar deute der nochmalige merkliche Rückgang der Automobilabsätze auf ein eher schwaches Ergebnis hin, dank der nach der Bereinigung um saisonale Effekte kräftig gestiegenen Kraftstoffpreise würden sie allerdings trotzdem mit einem Anstieg um 0,2% p.m. rechnen.
Mit den Zahlen zur Industrieproduktion stehe nächste Woche (Fr) noch ein weiterer "harter" Konjunkturindikator an. Nachdem die Produktion im September und Oktober kräftig zugelegt habe, würden die Analysten für November nur mit einer Stagnation rechnen.
Das Hauptaugenmerk der Marktakteure werde nächste Woche zweifelsohne auf der FED-Zinssitzung am Mittwoch liegen. Eine Anhebung der Leitzinsspanne um 25 Basispunkte auf 1,25% bis 1,50% scheine ausgemachte Sache zu sein. Viel wichtiger sei die Frage, ob sich der Pfad der Leitzinsprojektion der FOMC-Mitglieder verschiebe. Im September hätten diese im Median für 2018 drei Zinsschritte als wahrscheinlich erachtet sowie drei weitere Anhebungen im Jahr 2019. Eine Reduktion der Zahl der erwarteten Zinsanhebungen würde der Markt mit großer Wahrscheinlichkeit als "taubenhaftes" Signal werten. Nachdem sich der Verbraucherpreisanstieg zuletzt aber wie oben beschrieben verstärkt habe und die Auswirkungen der sich abzeichnenden Steuerreform sicher als positiv für die Konjunktur beurteilt würden, würden die Analysten nicht mit einer Abflachung des erwarteten Leitzinspfades rechnen.
Erwähnenswert sei noch, dass die Pressekonferenz im Anschluss an die Zinsentscheidung die letzte mit Janet Yellen sein werde. Auf der nächsten Pressekonferenz im März 2018 werde bereits ihr designierter Nachfolger Jerome Powell Rede und Antwort stehen.
Es sehe so aus, als könnte Präsident Trump doch noch in diesem Jahr eine Steuerreform unterzeichnen. Repräsentantenhaus und Senat hätten sich darauf verständigt, die beiden vorliegenden Entwürfe zu einem gemeinsamen Entwurf umzuarbeiten. Es würden sich auch schon Kompromisse abzeichnen. So würden die republikanischen Abgeordneten des Repräsentantenhauses der Abschaffung der Versicherungspflicht in einer Krankenversicherung zustimmen wollen, was in den nächsten zehn Jahren zu mehr als USD 300 Mrd. niedrigeren Ausgaben führen würde. Zudem scheine eine Absenkung des Unternehmenssteuersatzes auf 22% statt 20% ernsthaft in Erwägung gezogen zu werden. Das würde weitere Milliarden für Kompromisse an anderer Stelle frei machen.
Die Abflachung der Renditekurve habe sich auch in den letzten Tagen fortgesetzt. Die Kurvensteilheit zehn minus zwei Jahre sei binnen Wochenfrist um 10 Basispunkte auf nur noch 53 Basispunkte gesunken. Maßgeblich verantwortlich für die Kurvenverflachung sei weiter der Anstieg der Rendite zweijähriger Staatsanleihen bei einer leicht rückläufigen Rendite zehnjähriger Staatsanleihen. Typischerweise sei eine flache Renditekurve ein Merkmal einer sich ihrem Ende nähernden Leitzinsanhebungsphase. Nach Meinung der Analysten sei man davon aber noch zwei Jahre entfernt. Sie würden deshalb davon ausgehen, dass sich die Kurvenverflachung in den nächsten Monaten nicht (ungebremst) weiter fortsetzen werde. Schon gar nicht würden sie in absehbarer Zeit eine inverse Zinskurve erwarten. (Ausgabe vom 07.12.2017) (08.12.2017/alc/a/a)
Aus Sicht der meisten Marktteilnehmer die wichtigste Veröffentlichung dürften die Verbraucherpreiszahlen (Mi) für November sein. Nachdem sich der Preisauftrieb in der Abgrenzung ohne Energie und Nahrungsmittel - sogenannte Kernrate - zwischen März und Juli merklich abgeschwächt habe, habe er in den letzten Monaten wieder angezogen. Im November dürfte sich diese Entwicklung fortgesetzt haben. Den Berechnungen der Analysten zufolge habe die Kernrate im letzten Monat zwischen 0,2% und 0,3% p.m. zugelegt. Die annualisierte Dreimonatsveränderung würde damit auf 2,3% steigen, nachdem sie im Juni noch bei 0,6% gelegen habe. Da im November außerdem noch die Kraftstoffpreise entgegen dem saisontypischen Muster gestiegen seien, dürfte der Verbraucherpreisindex um 0,4% p.m. zugelegt haben. Die Inflationsrate würde damit auf 2,2% p.a. klettern.
Abseits der Inflationsdaten würden die Analysten die Einzelhandelsdaten (Do) für November für sehr wichtig halten. Zwar deute der nochmalige merkliche Rückgang der Automobilabsätze auf ein eher schwaches Ergebnis hin, dank der nach der Bereinigung um saisonale Effekte kräftig gestiegenen Kraftstoffpreise würden sie allerdings trotzdem mit einem Anstieg um 0,2% p.m. rechnen.
Das Hauptaugenmerk der Marktakteure werde nächste Woche zweifelsohne auf der FED-Zinssitzung am Mittwoch liegen. Eine Anhebung der Leitzinsspanne um 25 Basispunkte auf 1,25% bis 1,50% scheine ausgemachte Sache zu sein. Viel wichtiger sei die Frage, ob sich der Pfad der Leitzinsprojektion der FOMC-Mitglieder verschiebe. Im September hätten diese im Median für 2018 drei Zinsschritte als wahrscheinlich erachtet sowie drei weitere Anhebungen im Jahr 2019. Eine Reduktion der Zahl der erwarteten Zinsanhebungen würde der Markt mit großer Wahrscheinlichkeit als "taubenhaftes" Signal werten. Nachdem sich der Verbraucherpreisanstieg zuletzt aber wie oben beschrieben verstärkt habe und die Auswirkungen der sich abzeichnenden Steuerreform sicher als positiv für die Konjunktur beurteilt würden, würden die Analysten nicht mit einer Abflachung des erwarteten Leitzinspfades rechnen.
Erwähnenswert sei noch, dass die Pressekonferenz im Anschluss an die Zinsentscheidung die letzte mit Janet Yellen sein werde. Auf der nächsten Pressekonferenz im März 2018 werde bereits ihr designierter Nachfolger Jerome Powell Rede und Antwort stehen.
Es sehe so aus, als könnte Präsident Trump doch noch in diesem Jahr eine Steuerreform unterzeichnen. Repräsentantenhaus und Senat hätten sich darauf verständigt, die beiden vorliegenden Entwürfe zu einem gemeinsamen Entwurf umzuarbeiten. Es würden sich auch schon Kompromisse abzeichnen. So würden die republikanischen Abgeordneten des Repräsentantenhauses der Abschaffung der Versicherungspflicht in einer Krankenversicherung zustimmen wollen, was in den nächsten zehn Jahren zu mehr als USD 300 Mrd. niedrigeren Ausgaben führen würde. Zudem scheine eine Absenkung des Unternehmenssteuersatzes auf 22% statt 20% ernsthaft in Erwägung gezogen zu werden. Das würde weitere Milliarden für Kompromisse an anderer Stelle frei machen.
Die Abflachung der Renditekurve habe sich auch in den letzten Tagen fortgesetzt. Die Kurvensteilheit zehn minus zwei Jahre sei binnen Wochenfrist um 10 Basispunkte auf nur noch 53 Basispunkte gesunken. Maßgeblich verantwortlich für die Kurvenverflachung sei weiter der Anstieg der Rendite zweijähriger Staatsanleihen bei einer leicht rückläufigen Rendite zehnjähriger Staatsanleihen. Typischerweise sei eine flache Renditekurve ein Merkmal einer sich ihrem Ende nähernden Leitzinsanhebungsphase. Nach Meinung der Analysten sei man davon aber noch zwei Jahre entfernt. Sie würden deshalb davon ausgehen, dass sich die Kurvenverflachung in den nächsten Monaten nicht (ungebremst) weiter fortsetzen werde. Schon gar nicht würden sie in absehbarer Zeit eine inverse Zinskurve erwarten. (Ausgabe vom 07.12.2017) (08.12.2017/alc/a/a)
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