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FED: Weiterer Pfad wird maßgeblich vom Verlauf des Handelskonfliktes geprägt
05.08.19 09:35
National-Bank AG
Essen (www.anleihencheck.de) - Der jüngste Zinsentscheid der FED bestätigte im Kern die Markterwartungen: So haben die obersten US-Währungshüter das Leitzinsintervall um 25 Basispunkte auf nunmehr 2,00% bis 2,25% gesenkt, so die Analysten der National-Bank AG.
Darüber hinaus sei auch das Ende der Bilanzreduzierung vorgezogen worden. Die FED setze weiterhin auf das Argumentationsmuster, dass die Notenbank die Zinsen möglicherweise zu stark angehoben bzw. den Inflationsdruck überschätzt habe. Diesbezüglich habe FED-Chef Powell im Vorfeld des Zinsentscheids verlauten lassen, dass die sog. NAIRU - also die Arbeitslosenquote, die mit Preisniveaustabilität kompatibel sei - möglichweise deutlich niedriger sei als von der FED lange Zeit angenommen. Diese Debatte währe nun unter der Überschrift der Verschiebung der sog. Philipps-Kurve allerdings schon geraume Zeit.
Aus der fundamentalen Perspektive würden die meisten Argumentationsmuster den Umstand übersehen, dass es der Handelskonflikt gewesen sei, der den Zinsabstieg in den USA bewirkt habe. Bekanntermaßen bilde die Entwicklung der Kapitalmarktzinsen auch die Markterwartungen über den weiteren Notenbankpfad ab. Im Saldo spreche zumindest der zeitliche Abfolge dafür, dass die FED primär auf die globalen Wirkungen des Handelskonfliktes reagiere und nicht auf neue Erkenntnisse bezüglich der Verschiebung der Philipps-Kurve. Analog zu der Analysten-Einschätzung zur unterliegenden Stärke der US-Wirtschaft bzw. zur Phase im Konjunkturzyklus habe FED-Chef Powell die Zinssenkung demgemäß als "Midcycle Adjustment" und nicht als Beginn eines anhaltenden Zinssenkungszyklus gewertet, wie er in der Pressekonferenz betont habe. Dies stütze die Auffassung der Analysten, dass die FED hier eine Maßnahme durchführe, die maßgeblich ihrer Rolle als Anker des Welt-finanzsystems geschuldet sei.
Die Analysten würden im Ergebnis davon ausgehen, dass der weitere Pfad der FED auch maßgeblich vom Verlauf des Handelskonfliktes geprägt werde: Insofern sei mit der jüngsten Eskalation der Auseinandersetzungen um die Neuordnung der internationalen Handelsordnung auch die Wahrscheinlichkeit für weitere Maßnahmen gestiegen, auch wenn dies nicht der binnenwirtschaftlichen Entwicklung geschuldet sei. Bei ihrem jüngsten Zinsentscheid habe die EZB entgegen vielfach gehegter Erwartungen ihre Geldpolitik noch nicht verändert. EZB-Chef Draghi habe aber eindringlich klar gemacht, dass die europäische Notenbank eine umfangreiche Lockerung vorbereite: Was der EZB nach wie vor mit die größte Sorge bereite, sei vor allem die Entwicklung der Inflationserwartungen. In der Pressekonferenz habe Draghi aber auch die sich kontinuierlich eintrübenden Perspektiven für die Eurozone hervorgehoben.
Im Ergebnis habe die Bank nunmehr Arbeitsgruppen eingerichtet, die die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten für einen abermals spür-bar expansiveren geldpolitischen Kurs prüfen sollten. Hierbei gehe es vor allem um Änderungen an der Forward Guidance, Maßnahmen zum Schutz des Bankensystems im Rahmen eines noch tieferen Einlagensatzes, sowie abermalige Nettozukäufe von Wertpapieren. Im Ergebnis stehe zu erwarten, dass die EZB bei ihrer nächsten Ratssitzung am 12. September alle Register ziehen werde: Die Analysten würden von einer Senkung des Einlagensatzes in Kombination mit der Einführung eines Staffelzinssystems ausgehen. Darüber hinaus würden sie zumindest perspektivisch auch eine Wiederaufnahme der Nettokäufe von Anleihen erwarten.
Die abermalige Eintrübung der globalen Perspektiven erhöhe die Wahrscheinlichkeit für einen zusätzlichen Schritt der FED im September - auch wenn dieser noch nicht ausgemacht sei. Die Analysten würden ihre Projektion für die US-Renditen daher abermals auf nunmehr 2,1% (Bloomberg-Konsensus: 2,26%) aufgrund der veränderten Wahrscheinlichkeitsverteilung für den weiteren US-Leitzinspfad senken. Ihre Schätzungen für die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen würden sie aufgrund der anhaltenden Eintrübung der Perspektiven für Europa ebenfalls um weitere 10 Basispunkte auf nunmehr -0,2%(Bloomberg-Konsensus: -0,02%) für die zehnjährigen Staatsanleihen auf Sicht der nächsten zwölf Monate ermäßigen. (Ausgabe vom 02.08.2019) (05.08.2019/alc/a/a)
Darüber hinaus sei auch das Ende der Bilanzreduzierung vorgezogen worden. Die FED setze weiterhin auf das Argumentationsmuster, dass die Notenbank die Zinsen möglicherweise zu stark angehoben bzw. den Inflationsdruck überschätzt habe. Diesbezüglich habe FED-Chef Powell im Vorfeld des Zinsentscheids verlauten lassen, dass die sog. NAIRU - also die Arbeitslosenquote, die mit Preisniveaustabilität kompatibel sei - möglichweise deutlich niedriger sei als von der FED lange Zeit angenommen. Diese Debatte währe nun unter der Überschrift der Verschiebung der sog. Philipps-Kurve allerdings schon geraume Zeit.
Die Analysten würden im Ergebnis davon ausgehen, dass der weitere Pfad der FED auch maßgeblich vom Verlauf des Handelskonfliktes geprägt werde: Insofern sei mit der jüngsten Eskalation der Auseinandersetzungen um die Neuordnung der internationalen Handelsordnung auch die Wahrscheinlichkeit für weitere Maßnahmen gestiegen, auch wenn dies nicht der binnenwirtschaftlichen Entwicklung geschuldet sei. Bei ihrem jüngsten Zinsentscheid habe die EZB entgegen vielfach gehegter Erwartungen ihre Geldpolitik noch nicht verändert. EZB-Chef Draghi habe aber eindringlich klar gemacht, dass die europäische Notenbank eine umfangreiche Lockerung vorbereite: Was der EZB nach wie vor mit die größte Sorge bereite, sei vor allem die Entwicklung der Inflationserwartungen. In der Pressekonferenz habe Draghi aber auch die sich kontinuierlich eintrübenden Perspektiven für die Eurozone hervorgehoben.
Im Ergebnis habe die Bank nunmehr Arbeitsgruppen eingerichtet, die die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten für einen abermals spür-bar expansiveren geldpolitischen Kurs prüfen sollten. Hierbei gehe es vor allem um Änderungen an der Forward Guidance, Maßnahmen zum Schutz des Bankensystems im Rahmen eines noch tieferen Einlagensatzes, sowie abermalige Nettozukäufe von Wertpapieren. Im Ergebnis stehe zu erwarten, dass die EZB bei ihrer nächsten Ratssitzung am 12. September alle Register ziehen werde: Die Analysten würden von einer Senkung des Einlagensatzes in Kombination mit der Einführung eines Staffelzinssystems ausgehen. Darüber hinaus würden sie zumindest perspektivisch auch eine Wiederaufnahme der Nettokäufe von Anleihen erwarten.
Die abermalige Eintrübung der globalen Perspektiven erhöhe die Wahrscheinlichkeit für einen zusätzlichen Schritt der FED im September - auch wenn dieser noch nicht ausgemacht sei. Die Analysten würden ihre Projektion für die US-Renditen daher abermals auf nunmehr 2,1% (Bloomberg-Konsensus: 2,26%) aufgrund der veränderten Wahrscheinlichkeitsverteilung für den weiteren US-Leitzinspfad senken. Ihre Schätzungen für die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen würden sie aufgrund der anhaltenden Eintrübung der Perspektiven für Europa ebenfalls um weitere 10 Basispunkte auf nunmehr -0,2%(Bloomberg-Konsensus: -0,02%) für die zehnjährigen Staatsanleihen auf Sicht der nächsten zwölf Monate ermäßigen. (Ausgabe vom 02.08.2019) (05.08.2019/alc/a/a)


