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FED: Weitere Zinserhöhungen werden nötig sein, um die höchste Teuerungsrate seit 40 Jahren zu bekämpfen
27.06.22 09:57
Union Investment
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Inflationsaussichten und die Wachstumsprognosen geben wenig Anlass zu Hoffnungen, dass die US-Notenbank FED ihren quantitativen Straffungspfad überdenken würde, so die Experten von Union Investment.
Die Aussage von US-Präsident Joe Biden am Montag, dass er bis Ende der Woche über eine Aussetzung der Benzinsteuer nachdenke, um den Preisdruck auf die US-Verbraucher abzumildern, habe nicht gerade beruhigend auf die Märkte gewirkt. In den USA habe sich auch der Immobilienmarkt abgekühlt. Im Vergleich zum Vorjahr seien die Hausverkäufe im Mai um 8,6 Prozent zurückgegangen. Auch der US-Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe sei im Juni auf 52,4 nach 57 Punkten im Mai gefallen, was deutlich unter den erwarteten 56 Punkten gelegen habe. Dies weise auf eine weiter abnehmende Dynamik der Industrietätigkeit hin.
Am Mittwoch habe der Vorsitzende der US-Notenbank, Jerome Powell, erklärt, dass weitere Zinserhöhungen nötig sein würden, um die höchste Teuerungsrate seit 40 Jahren zu bekämpfen. Die FED müsse daher flexibel auf die Datenlage reagieren, aber eine weiche Landung sei schwierig. Er habe nicht ausgechlossen, dass kräftige Zinserhöhungen die US-Wirtschaft in eine Rezession stürzen könnten, aber die FED sei nun einmal bedingungslos der Preisstabilität verpflichtet. Doch sei die amerikanische Wirtschaft stark und gut aufgestellt, sodass sie eine straffere Geldpolitik verkraften könne. Am Donnerstag habe Powell die Märkte mit der Aussage beruhigt, eine Rezession in den USA sei aber nicht unvermeidbar.
Konjunkturellen Gegenwind habe es auch in Europa gegeben. Russland setze die europäische Wirtschaft mit der Reduktion seiner Gastransfers um mehr als fünfzig Prozent wirtschaftlich unter Druck. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck habe inzwischen die zweite Alarmstufe des Notfallplans Gas (von insgesamt drei Stufen) ausgerufen. Die Versorgungssicherheit sei gewährleistet, aber die Lage angespannt. Dies seien schlechte Nachrichten für Europa und insbesondere für die deutsche Wirtschaft, die besonders stark von russischem Gas abhängig sei. Entsprechend preise der Markt, anders als in den USA, eine Rezession in Europa mit hoher Wahrscheinlichkeit ein.
Am Donnerstag hätten die Einkaufsmanagerindices für den Euroraum im Juni eine weitere Verlangsamung im Dienstleistungssektor angezeigt, während die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe sogar deutlich zurückgegangen sei. Der Gesamt-PMI sei von 54,8 im Mai auf 51,9 im Juni gesunken. Der Index für das Verarbeitende Gewerbe sei von 51,2 auf 49,3 und damit zum ersten Mal seit Juni 2020 unter die Marke von 50 gefallen. Vor allem die Unterkomponente der Auftragseingänge sei besonders deutlich auf 44,7 zurückgegangen. Der Index für den Dienstleistungssektor sei auf ein Fünfmonatstief gefallen, wobei die konsumnahen Sektoren und die Immobilienbranche besonders schlecht abgeschnitten hätten. Gleichzeitig halte der Preisdruck an. Neben den hohen Energiepreisen und den Versorgungsproblemen heize auch das Lohnwachstum die Inflation an. Ein ähnliches Bild habe auch der deutsche ifo-Geschäftsklimaindex gezeichnet. Während die aktuelle Lage weiterhin als sehr gut bezeichnet werde, seien die Erwartungen an die weitere Entwicklung weiter rückläufig gewesen. Laut ifo-Präsident Clemens Fuest würden steigende Energiepreise und die drohende Gasknappheit der deutschen Wirtschaft aktuell große Sorgen bereiten. (Ausgabe vom 24.06.2022) (27.06.2022/alc/a/a)
Die Aussage von US-Präsident Joe Biden am Montag, dass er bis Ende der Woche über eine Aussetzung der Benzinsteuer nachdenke, um den Preisdruck auf die US-Verbraucher abzumildern, habe nicht gerade beruhigend auf die Märkte gewirkt. In den USA habe sich auch der Immobilienmarkt abgekühlt. Im Vergleich zum Vorjahr seien die Hausverkäufe im Mai um 8,6 Prozent zurückgegangen. Auch der US-Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe sei im Juni auf 52,4 nach 57 Punkten im Mai gefallen, was deutlich unter den erwarteten 56 Punkten gelegen habe. Dies weise auf eine weiter abnehmende Dynamik der Industrietätigkeit hin.
Konjunkturellen Gegenwind habe es auch in Europa gegeben. Russland setze die europäische Wirtschaft mit der Reduktion seiner Gastransfers um mehr als fünfzig Prozent wirtschaftlich unter Druck. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck habe inzwischen die zweite Alarmstufe des Notfallplans Gas (von insgesamt drei Stufen) ausgerufen. Die Versorgungssicherheit sei gewährleistet, aber die Lage angespannt. Dies seien schlechte Nachrichten für Europa und insbesondere für die deutsche Wirtschaft, die besonders stark von russischem Gas abhängig sei. Entsprechend preise der Markt, anders als in den USA, eine Rezession in Europa mit hoher Wahrscheinlichkeit ein.
Am Donnerstag hätten die Einkaufsmanagerindices für den Euroraum im Juni eine weitere Verlangsamung im Dienstleistungssektor angezeigt, während die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe sogar deutlich zurückgegangen sei. Der Gesamt-PMI sei von 54,8 im Mai auf 51,9 im Juni gesunken. Der Index für das Verarbeitende Gewerbe sei von 51,2 auf 49,3 und damit zum ersten Mal seit Juni 2020 unter die Marke von 50 gefallen. Vor allem die Unterkomponente der Auftragseingänge sei besonders deutlich auf 44,7 zurückgegangen. Der Index für den Dienstleistungssektor sei auf ein Fünfmonatstief gefallen, wobei die konsumnahen Sektoren und die Immobilienbranche besonders schlecht abgeschnitten hätten. Gleichzeitig halte der Preisdruck an. Neben den hohen Energiepreisen und den Versorgungsproblemen heize auch das Lohnwachstum die Inflation an. Ein ähnliches Bild habe auch der deutsche ifo-Geschäftsklimaindex gezeichnet. Während die aktuelle Lage weiterhin als sehr gut bezeichnet werde, seien die Erwartungen an die weitere Entwicklung weiter rückläufig gewesen. Laut ifo-Präsident Clemens Fuest würden steigende Energiepreise und die drohende Gasknappheit der deutschen Wirtschaft aktuell große Sorgen bereiten. (Ausgabe vom 24.06.2022) (27.06.2022/alc/a/a)


