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FED: Weitere Liquiditätsspritzen in Aussicht?


29.01.20 09:30
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Seit August 2019 hat die US-Notenbank über Geldmarkttransaktionen den Finanzmärkten rund 400 Mrd. USD an zusätzlicher Liquidität zur Verfügung gestellt, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

In den ersten Wochen des neuen Jahres sei die Bilanzsumme der FED dagegen nahezu unverändert geblieben. Auf der Pressekonferenz zur heutigen Zinsentscheidung dürfte daher die Frage nach der Notwendigkeit weiterer Liquiditätsspritzen gestellt werden. Ansonsten sei davon auszugehen, dass der Zielbereich für die FED Funds-Rate unverändert bei 1,50 bis 1,75% belassen werde.

Im Dezember 2019 hätten die Mitglieder des Federal Open Market Committee (FOMC) den aktuellen Expansionsgrad der Geldpolitik im Statement zur Notenbanksitzung als "angemessen" bezeichnet und das "mid-cycle-adjustment" von Juli bis Oktober damit praktisch für beendet erklärt. Um den tatsächlich realisierten effektiven Zinssatz in der Mitte der angeführten Bandbreite zu halten, dürften die US-Währungshüter den Zinssatz für Überschussreserven (IOER) indes um 5 BP auf 1,60% anheben.

Nur eine nicht zu erwartende Neueinschätzung der Konjunktur- und Inflationsrisiken durch die US-Währungshüter dürfte zu nachhaltigen Reaktionen an den Zins- und Devisenmärkten führen. Die Analysten würden im weiteren Jahresverlauf 2020 mit einem unveränderten Leitzinsniveau und anhaltend niedrigen Renditen für 10-jährige US-Treasuries (Prognose 2020e: 1,50%) rechnen. (29.01.2020/alc/a/a)