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FED: Von datenabhängig zu marktabhängig
08.09.15 10:08
Bank J. Safra Sarasin AG
Basel (www.anleihencheck.de) - Das Federal Reserve - die Zentralbank der USA - schien die erste Zinserhöhung nach sechs Jahren Nullzinspolitik perfekt aufgegleist zu haben, so Alessandro Bee, Ökonom bei der Bank J. Safra Sarasin.
An seiner Sitzung im Juli bekräftige der Offenmarktausschuss unter der Leitung von Janet Yellen, dass man sich an den anstehenden Konjunkturdaten ausrichten werde, also datenabhängig agiere. Im Pressetext der Juli-Sitzung heiße es, dass etwas stärkere Bedingungen am Arbeitsmarkt einen Zinsschritt rechtfertigen würden.
Der am letzten Freitag veröffentlichte Arbeitsmarktbericht des Augusts habe die Forderungen des FED dann auch erfüllt. Die offizielle Arbeitslosenquote sei um 0,2% auf 5,1% gefallen. Damit seien die USA offiziell zur Vollbeschäftigung zurückgekehrt, sehe doch die US-Zentralbank bei einer Arbeitslosenquote zwischen 5,0% und 5,2% den Arbeitsmarkt als ausgelastet. Einem Zinsschritt an der nächsten Sitzung vom 16. und 17. September sollte somit nichts mehr im Wege stehen.
Die globalen Finanzmärkte seien nun daran dem FED einen Strich durch die Rechnung zu machen. Seit der Juli-Sitzung sei der Ölpreis um zeitweise mehr als 20 US-Dollar gefallen, der Aktienmarkt habe vorübergehend mehr als 10% verloren und der handelsgewichtete US-Dollar habe um 1,5% aufgewertet.
Die US-Geldpolitik stehe nun vor einem Dilemma. Der Zustand der US-Wirtschaft rechtfertige einen Zinsschritt sehr wohl, aber gleichzeitig würden die Finanzmärkte einen Zinsschritt in der heutigen Verfassung wohl kaum verdauen - es würde ein weiterer Einbruch drohen. Das sei keineswegs nur ein Problem der Investoren. Allfällige Turbulenzen könnten sich vom Finanzmarkt auf die Realwirtschaft übertragen. Ein Crash am Aktienmarkt belaste das Einkommen der privaten Haushalte und eine starke Aufwertung des Dollars übe weiteren Druck auf die Exporteure aus.
Janet Yellen müsse sich wohl oder übel gedulden, bis die Finanzmärkte wieder zur Ruhe gekommen seien, bevor sie die Zinsen erhöhen könne. Wenn aber die Finanzmärkte sich wieder normalisiert hätten, werde die Vorsitzende des FED mit einem Zinsschritt kaum lange zögern. Wie könne unter diesen Voraussetzungen der neue Fahrplan des FED aussehen? Es sei nicht auszuschließen, dass sich die Finanzmärkte bis zur FED-Sitzung in einer Woche nachhaltig erholt hätten. Die Zeit werde jedoch sehr knapp und damit sinke auch die Wahrscheinlichkeit eines Zinsschrittes im September zunehmend.
Ein nächstliegender Termin sei die Sitzung im Dezember. Das setze aber voraus, dass die Sorgen um die chinesische Wirtschaft, welche die Verwerfungen am Finanzmarkt ausgelöst hätten, sich bis dahin als übertrieben herausstellen würden. Weniger wahrscheinlich sei ein Zinsschritt im Oktober. Im Gegensatz zur Sitzung im Dezember richte Frau Yellen im Oktober keine Pressekonferenz aus und habe somit auch keine Möglichkeit den Finanzmärkten die Gründe für den Zinsschritt in allen Details zu erklären. (08.09.2015/alc/a/a)
An seiner Sitzung im Juli bekräftige der Offenmarktausschuss unter der Leitung von Janet Yellen, dass man sich an den anstehenden Konjunkturdaten ausrichten werde, also datenabhängig agiere. Im Pressetext der Juli-Sitzung heiße es, dass etwas stärkere Bedingungen am Arbeitsmarkt einen Zinsschritt rechtfertigen würden.
Der am letzten Freitag veröffentlichte Arbeitsmarktbericht des Augusts habe die Forderungen des FED dann auch erfüllt. Die offizielle Arbeitslosenquote sei um 0,2% auf 5,1% gefallen. Damit seien die USA offiziell zur Vollbeschäftigung zurückgekehrt, sehe doch die US-Zentralbank bei einer Arbeitslosenquote zwischen 5,0% und 5,2% den Arbeitsmarkt als ausgelastet. Einem Zinsschritt an der nächsten Sitzung vom 16. und 17. September sollte somit nichts mehr im Wege stehen.
Die US-Geldpolitik stehe nun vor einem Dilemma. Der Zustand der US-Wirtschaft rechtfertige einen Zinsschritt sehr wohl, aber gleichzeitig würden die Finanzmärkte einen Zinsschritt in der heutigen Verfassung wohl kaum verdauen - es würde ein weiterer Einbruch drohen. Das sei keineswegs nur ein Problem der Investoren. Allfällige Turbulenzen könnten sich vom Finanzmarkt auf die Realwirtschaft übertragen. Ein Crash am Aktienmarkt belaste das Einkommen der privaten Haushalte und eine starke Aufwertung des Dollars übe weiteren Druck auf die Exporteure aus.
Janet Yellen müsse sich wohl oder übel gedulden, bis die Finanzmärkte wieder zur Ruhe gekommen seien, bevor sie die Zinsen erhöhen könne. Wenn aber die Finanzmärkte sich wieder normalisiert hätten, werde die Vorsitzende des FED mit einem Zinsschritt kaum lange zögern. Wie könne unter diesen Voraussetzungen der neue Fahrplan des FED aussehen? Es sei nicht auszuschließen, dass sich die Finanzmärkte bis zur FED-Sitzung in einer Woche nachhaltig erholt hätten. Die Zeit werde jedoch sehr knapp und damit sinke auch die Wahrscheinlichkeit eines Zinsschrittes im September zunehmend.
Ein nächstliegender Termin sei die Sitzung im Dezember. Das setze aber voraus, dass die Sorgen um die chinesische Wirtschaft, welche die Verwerfungen am Finanzmarkt ausgelöst hätten, sich bis dahin als übertrieben herausstellen würden. Weniger wahrscheinlich sei ein Zinsschritt im Oktober. Im Gegensatz zur Sitzung im Dezember richte Frau Yellen im Oktober keine Pressekonferenz aus und habe somit auch keine Möglichkeit den Finanzmärkten die Gründe für den Zinsschritt in allen Details zu erklären. (08.09.2015/alc/a/a)


