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FED: Unnötige Zinssenkung, die aber auch keinem schadet


01.08.19 08:30
TARGOBANK

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Erwartungsgemäß hat die FED am Mittwoch die Zinsen um 0,25 Prozent gesenkt. Aber war das wirklich nötig, fragt sich Dr. Otmar Lang, Chefvolkswirt der TARGOBANK.

Was dafür spreche:

Zweifelsohne schwäche sich die amerikanische Wirtschaft ab. Stimmungsindikatoren wie der US-Einkaufsmanagerindex und der US-Frühindikator würden seit einiger Zeit nachgeben. Die Jahresveränderungsrate der US-Industrieproduktion sei seit Mitte 2018 von einem zyklischen Hoch von über 5 Prozent auf zuletzt 1,3 Prozent kontinuierlich gesunken, Tendenz weiter nachgebend.

Was dagegen spreche:

Die US-Wirtschaft gelte immer noch als robust. Einzelhandel und Verbrauchervertrauen würden sich unverändert stabil präsentieren. Das US-BIP-Wachstum habe im zweiten Quartal die Erwartungen übertroffen. Die US-Arbeitslosigkeit - ein allerdings nachlaufender Konjunktur-Indikator - sei zuletzt auf einen 50-jährigen Tiefstand gesunken.

Ohnehin gelte: Im aktuellen Umfeld wirke sich eine Zinssenkung von 0,25 Prozent nicht auf Investitionsentscheidungen aus. Diese würden vielmehr von politischen Entwicklungen abhängen, etwa der wachsenden Sorge um einen ungeregelten Brexit und dem Zollkonflikt zwischen den USA und China.

Für den als eher vorsichtig geltenden US-Notenbank-Präsidenten Powell dürften dennoch ökonomische Gründe für die Zinssenkung ausschlaggebend gewesen sein. Er habe zumindest ein Signal an die Märkte gesendet.

Sicher sei, dass die heutige Entscheidung den amerikanischen Präsidenten nicht zufriedenstellen werde. Es sei vielmehr davon auszugehen, dass Donald Trump den politischen Druck auf die FED und ihren Präsidenten aufrechterhalten und eine weitere Zinssenkungen fordern werde. (Ausgabe vom 31.07.2019) (01.08.2019/alc/a/a)