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FED: Und wieder gesellt sich eine Zinstaube zu den Falken
25.10.18 12:15
Deutsche Bank
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Als die Deutsche Bundesbank am Montag in ihrem Monatsbericht feststellte, dass die konjunkturelle Aufwärtsbewegung in Deutschland im dritten Quartal vorübergehend zum Erliegen gekommen sein könnte, konnte man immerhin noch hoffen, dass es zumindest noch im vierten Quartal dieses Jahres eine konjunkturelle Erholung geben könnte, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".
Denn die Bundesbank halte das Wachstum fundamental für intakt. Nun habe bereits zu Wochenbeginn ein Kommentator fast schon ein wenig gelästert, man warte vielerorts bereits seit dem zweiten Quartal dieses Jahres auf diese schon öfters prognostizierte Erholung. Wenn man nun die gestern publizierten vorläufigen deutschen Einkaufsmanagerindices für den Monat Oktober (Markit) begutachte, spreche einiges dafür, dass diese kritische Stimme auch im vierten Quartal Recht bekommen könnte. Denn der aus den Zahlen des Verarbeitenden Gewerbes und der Dienstleister kombinierte Index sei mit 52,7 nicht nur deutlich hinter den Erwartungen der Ökonomen, sondern auch hinter dem September-Wert zurückgeblieben. Tatsächlich bewege sich das Oktober-Datum auf dem niedrigsten Stand seit über drei Jahren.
Nicht viel besser habe es für den vergleichbaren Indexwert der Eurozone ausgesehen, der ebenfalls mit 52,7 publiziert worden sei und damit angezeigt habe, dass die Wirtschaft der Eurozone im Oktober so langsam wie zuletzt vor 25 Monaten gewachsen sein dürfte. Mehr noch habe sich der Optimismus hinsichtlich der zukünftigen Wachstumsentwicklung insgesamt auf ein Vierjahrestief abgeschwächt, beim Verarbeitenden Gewerbe sogar auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2012. Man könne also der heutigen Sitzung der EZB mit einer gewissen Spannung entgegensehen. Und so mache es auch durchaus Sinn, dass der Euro, der noch am Vortag dem Budgetstreit zwischen Italien und der EU getrotzt habe und sich nicht von der Stelle gerührt habe, mit Veröffentlichung der Einkaufsmanagerindices unter Druck geraten sei.
Dazu passe dann noch die gegenläufige Entwicklung bei den US-Einkaufsmanagerindices der Industrie und der Dienstleister, deren vorläufige Werte in beiden Bereichen positiv überrascht hätten. Wobei nicht vergessen werden sollte, dass dieser Anstieg von einem starken Kostendruck begleitet werde. Zu diesen guten Zahlen passe dann auch noch eine Rede von FOMC-Mitglied Raphael Bostic von Dienstagabend, der sowohl das Wachstum als auch den Kurs der FED nicht durch die US-Handelspolitik oder Volatilität der Aktienmärkte bedroht sehe. Der Chef der regionalen FED von Atlanta werde eigentlich eher zu den Tauben im Offenmarktausschuss gezählt, habe sich aber - wie bereits andere, normalerweise "dovishe" Kollegen (Brainard, Evans, Kaplan) in den Vorwochen - ungewohnt falkenhaft gezeigt. Kein Wunder, dass der Euro gestern das untere Ende seines kurzfristigen Abwärtstrends getestet habe, der heute in der engen Version zwischen 1,1535 und 1,1360 verlaufe. (25.10.2018/alc/a/a)
Denn die Bundesbank halte das Wachstum fundamental für intakt. Nun habe bereits zu Wochenbeginn ein Kommentator fast schon ein wenig gelästert, man warte vielerorts bereits seit dem zweiten Quartal dieses Jahres auf diese schon öfters prognostizierte Erholung. Wenn man nun die gestern publizierten vorläufigen deutschen Einkaufsmanagerindices für den Monat Oktober (Markit) begutachte, spreche einiges dafür, dass diese kritische Stimme auch im vierten Quartal Recht bekommen könnte. Denn der aus den Zahlen des Verarbeitenden Gewerbes und der Dienstleister kombinierte Index sei mit 52,7 nicht nur deutlich hinter den Erwartungen der Ökonomen, sondern auch hinter dem September-Wert zurückgeblieben. Tatsächlich bewege sich das Oktober-Datum auf dem niedrigsten Stand seit über drei Jahren.
Nicht viel besser habe es für den vergleichbaren Indexwert der Eurozone ausgesehen, der ebenfalls mit 52,7 publiziert worden sei und damit angezeigt habe, dass die Wirtschaft der Eurozone im Oktober so langsam wie zuletzt vor 25 Monaten gewachsen sein dürfte. Mehr noch habe sich der Optimismus hinsichtlich der zukünftigen Wachstumsentwicklung insgesamt auf ein Vierjahrestief abgeschwächt, beim Verarbeitenden Gewerbe sogar auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2012. Man könne also der heutigen Sitzung der EZB mit einer gewissen Spannung entgegensehen. Und so mache es auch durchaus Sinn, dass der Euro, der noch am Vortag dem Budgetstreit zwischen Italien und der EU getrotzt habe und sich nicht von der Stelle gerührt habe, mit Veröffentlichung der Einkaufsmanagerindices unter Druck geraten sei.
Dazu passe dann noch die gegenläufige Entwicklung bei den US-Einkaufsmanagerindices der Industrie und der Dienstleister, deren vorläufige Werte in beiden Bereichen positiv überrascht hätten. Wobei nicht vergessen werden sollte, dass dieser Anstieg von einem starken Kostendruck begleitet werde. Zu diesen guten Zahlen passe dann auch noch eine Rede von FOMC-Mitglied Raphael Bostic von Dienstagabend, der sowohl das Wachstum als auch den Kurs der FED nicht durch die US-Handelspolitik oder Volatilität der Aktienmärkte bedroht sehe. Der Chef der regionalen FED von Atlanta werde eigentlich eher zu den Tauben im Offenmarktausschuss gezählt, habe sich aber - wie bereits andere, normalerweise "dovishe" Kollegen (Brainard, Evans, Kaplan) in den Vorwochen - ungewohnt falkenhaft gezeigt. Kein Wunder, dass der Euro gestern das untere Ende seines kurzfristigen Abwärtstrends getestet habe, der heute in der engen Version zwischen 1,1535 und 1,1360 verlaufe. (25.10.2018/alc/a/a)


