Erweiterte Funktionen

FED: Der Überbietungswettkampf pausiert - vorerst


30.04.20 09:15
TARGOBANK

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Manchmal scheint es, als seien die globalen Notenbanken in der Coronakrise in einen Überbietungswettkampf eingetreten, so Dr. Otmar Lang, Chefvolkswirt der TARGOBANK.

Diese Woche hätten die japanischen Notenbanker bereits wieder nachgelegt. Sie würden jetzt unbegrenzt Staatsanleihen kaufen und hätten die Beschränkung beim Ankauf von Unternehmensanleihen weiter verschoben.

Glücklicherweise habe sich die US-Notenbank am 29. April nicht direkt an diesem Wettkampf beteiligt. Eine weitere Zinssenkung in den Minusbereich habe ohnehin niemand erwartet. Dafür seien die Aussagen von FED-Chef Powell in der Vergangenheit zu eindeutig gewesen. Er lehne negative Zinsen ab. Aber er habe das Fenster für weitere Liquiditätsschübe offengelassen. Beim Blick nach vorne lasse Jerome Powell klar die Bereitschaft erkennen, dass im Zweifelsfall noch mehr Liquidität in die Finanzmärkte gepumpt werde.

Seit Mitte März habe die FED ihre Bilanz bereits um rund 50 Prozent ausgeweitet. Das sei jetzt schon mehr als zur Hochzeit in der globalen Finanzmarktkrise und entspreche inzwischen, gemessen am US-BIP, einer Quote von knapp über 30 Prozent. Dabei seien die USA mit dieser Quote kein Spitzenreiter: Vor ihnen liege die Europäische Zentralbank mit ca. 44 Prozent, Japan mit 111 Prozent und die Schweiz mit 113 Prozent.

Zweifelsohne habe die FED in der Pandemie bisher mutig und entschlossen gehandelt. Wenn sie jetzt keine neuen Rettungsprogramme auflege, bedeute das noch lange nicht das Ende des Krisenmodus. (Ausgabe vom 29.04.2020) (30.04.2020/alc/a/a)