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FED-Sitzung: Wird die Forward Guidance geändert?


21.03.18 10:30
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nun ist also doch noch etwas Bewegung in den Euro gekommen, und zwar angeblich wegen schlecht ausgefallener ZEW-Indices für Deutschland und die Eurozone - in beiden Fällen wurden die mittleren Schätzungen der Ökonomen hinsichtlich der Erwartungen für die Wirtschaft deutlich verfehlt, so die Analysten der Deutschen Bank.

Eigentlich hätte dieser mancherorts nicht unumstrittene Index nicht wirklich überraschen dürfen, denn die monatliche Umfrage unter Analysten und Anlegern sei sehr häufig ein Spiegel der Börsenstimmung. Und die sei bereits vor knapp einer Woche (vgl. u. a. etwa Börse Frankfurt Sentiment-Index) alles andere als optimistisch gewesen. Auch die Ursache für die enttäuschend ausgefallene Befragung sei längst bekannt: Die Sorge über den Handelskonflikt habe demnach vor allen Dingen deutsche Investoren vorsichtiger werden lassen. Der gefallene Euro-Kurs erzähle jedoch ohnehin nur die halbe Geschichte des gestrigen Handelstages. Denn auf der anderen Seite habe sich der US-Dollar in freundlicher Verfassung gezeigt, was auf die von den Analysten gestern erwähnte Risikoaversion einiger Akteure wegen der heute endenden Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) zurückzuführen sein dürfte.

Dabei gehe es nicht um die allseits erwartete Leitzinserhöhung, die (lt. Bloomberg) mit einer Wahrscheinlichkeit von 100 Prozent eintreten dürfte. Viel wichtiger seien die neuen Quartalsvorhersagen, die ökonomischen Projektionen der FOMC-Mitglieder zu Wachstum und Inflation und den damit möglicherweise veränderten Zinsprognosen, den so genannten "Dot Plots". Letztlich gehe es darum, ob die US-Notenbank die Erwartung an die Anzahl der Zinserhöhungen, die so genannte Forward Guidance, ändern werde. Denn derzeit seien mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 78 Prozent drei Zinserhöhungen für dieses Jahr bereits eingepreist. Für vier Zinsschritte, von denen auch die Analysten der Deutschen Bank nach wie vor ausgehen, beträgt diese implizite Wahrscheinlichkeit mittlerweile rund 39 Prozent (vgl. CME FedWatch Tool). Zumindest zeige der zuletzt erholte Dollar, der immer noch zwischen 1,2155 und 1,2555 konsolidiere, dass einige Akteure das Risiko bei den Zinsprognosen an der Oberseite sehen würden. (21.03.2018/alc/a/a)