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FED-Sitzung: Wie aus vielen "Dots" ein Beinahe-Falke wird


23.03.18 09:45
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Es hatte gestern den Anschein, als ob die Sitzung der US-Notenbank bei einigen Finanzmarktteilnehmern nun doch ein paar Fragezeichen hinterlassen hat, so die Analysten der Deutschen Bank.

Zumindest hinsichtlich der Zinsprognosen, die sich bekanntlich in den so genannten DOT-Plots der Mitglieder des Offenmarktausschusses (FOMC) niederschlagen würden, scheine man ex post geteilter Meinung zu sein. Zumindest sei die erste Reaktion der Devisenhändler gewesen: Nur drei statt vier Zinsschritte im Jahr 2018, das sei nicht gerade als hawkish zu werten, habe es geheißen. Interessanterweise hätten Aktienhändler vielerorts von vornherein eine andere, falkenhaftere Meinung vertreten. So habe etwa das Wall Street Journal darüber sinniert, dass die aktuellen mittleren Zinsvorhersagen der FOMC-Mitglieder im Gegensatz zum Dezember sehr knapp ausgefallen seien. Von den 15 Entscheidern hätten nämlich alleine sieben für das Jahr 2018 implizit vier Zinsschritte - die Medianprognose sowie die sieben übrigen Mitglieder hingegen nur drei erwartet.

Abgesehen davon, dass die Zusammensetzung des Offenmarktausschusses zuletzt nicht dieselbe wie im vergangenen Dezember gewesen sei, würden die Dot-Plots doch letztlich nichts anderes als die anonymisierten Mittelwerte von Prognosebändern der einzelnen FOMC-Mitgliedern darstellen. Am Ende bleibe doch eines wichtig: Das Ergebnis der Zinsprognosen vermittle per saldo, dass die FED plane, weiter und in 2019 etwas stärker als zuvor, die Zinsen zu erhöhen.

Die Analysten der Deutschen Bank glauben ohnehin nicht, dass der Euro nach dem ausgesprochen freundlichen Start in den gestrigen Handelstag wegen Interpretationsdifferenzen zur Notenbanksitzung wieder gefallen sei. Tatsächlich habe die Gemeinschaftswährung ihren ersten Stoß exakt an dem ersten besseren Angebotspunkt der Analysten, und nachdem die Einkaufsmanager-Indices (Markit) für die Eurozone sowohl für die Industrie als auch die der Dienstleister hinter den Erwartungen zurückgeblieben seien, erhalten. Vergleichbare Einkaufsmanager-Indices in den USA seien übrigens am Nachmittag gemischt ausgefallen. Auch die spätere Meldung, der zufolge der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer geäußert haben solle, die USA hätten der Europäischen Union Ausnahmen von den neuen Zöllen auf Stahl und Aluminium gewährt, hätten dem Euro nicht auf die Füße helfen können.

Der Euro könne trotz zuletzt erheblicher Kursausschläge keinen Trend entwickeln und bleibe in seiner breiten Konsolidierungszone zwischen 1,2155 und 1,2555. (23.03.2018/alc/a/a)