FED-Sitzung: Leitzinsen unverändert erwartet


09.12.19 08:45
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Wir gehen davon aus, dass die FED auf ihrer Sitzung die Leitzinsen unverändert lassen wird, so die Analysten der NATIONAL-BANK AG.

Die heimische wirtschaftliche Entwicklung entwickle sich plangemäß, nun gelte es abzuwarten, wie sich die internationale Entwicklung weiter darstelle. Sollte sich der Welthandel wieder normalisieren, könnte es binnen Jahresfrist zu spürbaren Zuwächsen bei den Preisen für international gehandelte Güter kommen, was auch weltweit eine Reflationierung ermöglichen würde. Bis zuletzt sei die Lohnentwicklung in den USA gemessen am Auslastungsrad der Volkswirtschaft sehr moderat verlaufen. Damit würden die USA auch weiterhin von einer sehr hohen internationalen Preisdisziplin profitieren.

Gerade im ausgehenden Jahr dürfte dies aber auch maßgeblich auf die globale Unterauslastung im Zuge des Handelskonfliktes zurückgehen. Solange dies so bleibe, könne es sich die FED erlauben, weiterhin so expansiv zu bleiben. Damit hänge die weitere globale Zinsentwicklung bei intakter globaler Grundkonstellation maßgeblich vom Fortgang des Handelskonfliktes ab. Im Ergebnis dürfte es bei der unterstellten allmählichen Verringerung der Konfliktintensität mit den Zinsen weltweit zumindest allmählich wieder etwas bergauf gehen. Konkret würden die Analysten erwarten, dass die zehnjährigen US-Sätze in einem Jahr bei rund 2,0% liegen dürften.

Die EZB profitiere derzeit davon, dass sich der Ausblick für Europa etwas stabilisiert habe. Sowohl die Lage als auch die Perspektiven hätten sich im zweiten Halbjahr stabilisiert, das Sentiment klar besser als noch vor zwei oder drei Monaten, habe beispielsweise EZB-Vizepräsident de Guindos erklärt. Ein No-Deal-Brexit sei erst einmal vom Tisch, und im Handelsstreit zwischen den USA und China gebe es Hoffnung auf ein erstes Teilabkommen. Unter der Führung von Christine Lagarde solle nunmehr der gesamte geldpolitische Ansatz überprüft werden. Bei allem Optimismus sei es für die Analysten schwer vorstellbar, dass die Ergebnisse einen grundlegenden Kurswechsel bewirken würden: Letztlich dürften die Interessen der Länder, die etwa mit Blick auf die Lage ihrer öffentlichen Finanzen von der Fortsetzung der Politik extrem niedriger Zinssätze abhängig seien, weiterhin maßgeblich bleiben.

Über den traditionellen transatlantischen Zinszusammenhang ergebe sich hier auch ein gewisser Aufwärtsdruck mit Blick auf die Bundkurve, die Analysten würden aber weiterhin davon ausgehen, dass sich die Schere zwischen den Bunds und den Treasuries aufgrund der unterschiedlichen Notenbankpfade weiter öffne. Bis auf weiteres dürfte die Bank den Kurs weiterer QE-Maßnahmen aber fortsetzen, vor allem sofern der Preisdruck in Europa so gering bleibe. Konkret würden die Analysten für die Bunds Renditen um -0,2% auf Jahressicht erwarten.

Die Corporate Spreads seien - gemessen am fünfjährigen Markit-iTraxx-Europe - zuletzt wieder gestiegen und hätten bei knapp unter 50 Basispunkten notiert. Vor dem Hintergrund der abermals expansiveren Geldpolitik und der geschilderten Verschiebung der politökonomischen Rahmenbedingungen dürfte der Abwärtstrend aber grundsätzlich anhalten, nächste Zielgröße dürfte zunächst 40 Basispunkte sein. (Ausgabe vom 06.12.2019) (09.12.2019/alc/a/a)






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