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FED-Sitzung: Fast alles eingepreist?


25.09.18 09:00
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Das wichtigste Ereignis im Terminkalender dieser Woche dürfte die am Mittwoch zu Ende gehende Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) sein, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Dabei sei eine Erhöhung des Leitzinses um 25 Basispunkte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eingepreist. Und noch ein weiterer, ein vierter Zinsschritt in diesem Jahr werde derzeit mit einer impliziten Wahrscheinlichkeit von rund 85 Prozent berechnet (vgl. CME FedWatch Tool). Viel interessanter dürfte aber die Einschätzung der Marktteilnehmer nach diesem Treffen sein, ob die Zinserhöhungen 2019 im selben Rhythmus fortgesetzt würden. Denn bis vor nicht allzu langer Zeit sei man mancherorts davon ausgegangen, dass die FED nach den Zinserhöhungen von 2018 im kommenden Jahr mit weiteren Schritten erst einmal abwarten würde. Diese Einstellung könnte sich nach Ansicht von Kommentatoren gerade nach der zuletzt über den Erwartungen liegenden Entwicklung der durchschnittlichen US-Stundenlöhne im August (publiziert am 11. September) ändern.

Zumal auch einige Statements von FOMC-Mitgliedern vor der am 15. September begonnenen üblichen Schweigeperiode vor Notenbanksitzungen bemerkenswert gewesen seien. So habe es von normalerweise als Zinstauben geltenden Vertretern im Offenmarktausschuss durchaus überraschend hawkishe Statements gegeben. Allen voran FED-Gouverneurin Lael Brainard, bekannt als besonders taubenhaft, die mit einem Male weitere Zinserhöhungen für angemessen gehalten habe. Und zwar vor allen Dingen wegen des konjunkturellen Auftriebs, der von der Trump‘schen Steuerreform ausgegangen sei.

Unterdessen seien die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen mittlerweile ganz nahe an das im Mai markierte Sieben-Jahres-Hoch herangekommen. Und auch der bis Ende August noch bis auf 18 Basispunkte zusammengeschrumpfte und mittlerweile wieder auf rund 26 Basispunkte sich vergrößernde Renditeabstand (über den kaum jemand spreche) zwischen Anleihen mit zehn- und mit zweijähriger Laufzeit habe dem Dollar seltsamerweise nicht spürbar geholfen.

Und der Euro? Der leicht über den Erwartungen der Ökonomen liegende ifo-Index habe gestern jedenfalls die Gemeinschaftswährung nicht bewegt. Aber ein paar Worte Mario Draghi hätten dem Euro auf die Sprünge geholfen. Der EZB-Präsident habe nämlich in Brüssel unter anderem geäußert, dass er weiter steigende Löhne und ein relativ kräftiges Anziehen der Inflation für die Eurozone vorhersehe - für Draghis Verhältnisse ein recht falkenhaftes Statement. Deswegen habe der Euro seinen Rückzieher vom Freitag vorübergehend wieder mehr als wettgemacht und seinen kurzfristigen Aufwärtstrend zwischen nunmehr 1,1660/65 und 1,1910 bestätigt. (25.09.2018/alc/a/a)