FED-Leitzins wird in langsamem Tempo angehoben


13.07.17 11:42
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Industrieproduktion in der Eurozone ist im Mai um 1,3% gegenüber dem Vormonat gestiegen, so die Analysten von Postbank Research.

Damit sei der Zuwachs noch etwas stärker ausgefallen als erwartet. Besonders dynamisch sei die Entwicklung bei den Kapitalgütern gewesen, deren Ausstoß um 2,3% ausgeweitet worden sei. Dies bestätige den Eindruck, dass sich die Investitionstätigkeit zu einem stärkeren Standbein der EWU-Konjunktur entwickle, wodurch diese an Robustheit gewinne. Im Vorjahresvergleich sei die Produktion insgesamt um 4,0% geklettert. Dies sei der stärkste Zuwachs seit Sommer 2011.

Janet Yellen habe sich bei ihrem halbjährlichen Rechenschaftsbericht vor dem Bankenausschuss des US-Repräsentantenhauses neutraler zum geldpolitischen Ausblick geäußert als zuvor. Dabei habe sie die Absicht der FED untermauert, noch in diesem Jahr die angekündigten Maßnahmen zur Verkürzung ihrer Bilanz einzuleiten. Auch habe sie zu verstehen gegeben, dass die Notenbank unverändert davon ausgehe, dass der Leitzins weiterhin in einem langsamen Tempo angehoben werde. Diese Erwartung gründe sich auf dem nach wie vor positiven Wachstumsausblick der FED.

Verhaltener habe sich Yellen aber im Hinblick auf die Preisperspektiven gezeigt, nachdem die US-Inflationsrate in den letzten drei Monaten kräftig gefallen sei. Zwar habe sie dies immer noch in wesentlichen Teilen auf temporär wirkende Faktoren zurückgeführt. Jedoch habe sie auch die erheblichen Unsicherheiten hinsichtlich des Inflationsausblicks und die Datenabhängigkeit zukünftiger FED-Zinsentscheidungen betont. Sie halte der US-Notenbank damit zinspolitisch alle Optionen offen. Dieser zurückhaltenden Positionierung möchten die Analysten von Postbank Research aber keine allzu große Bedeutung zumessen, zumal sie die nächste Leitzinserhöhung ohnehin erst für Dezember erwarten. Yellen stehe somit aktuell nicht unter Druck, die Märkte auf weitere Schritte vorzubereiten, und außerdem werde bis dahin noch viel Wasser den Rhein herunterfließen. In der entsprechenden Anhörung, die heute vor dem Bankenausschuss des US-Senats stattfinde, werde Yellen erfahrungsgemäß keine weitergehenden Informationen geben oder gar eine abweichende Meinung vertreten.

Die deutschen Verbraucherpreise seien im Juni im Vormonatsvergleich um 0,2% gestiegen. Die Inflationsrate habe sich leicht von 1,5% auf 1,6% erhöht. Damit sei die vorläufige Schätzung bestätigt worden.

Bei den wöchentlichen US-Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe rechne der Markt mit einem leichten Rückgang um 3 auf 245 Tsd. Sie würden sich damit weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau bewegen und folglich für eine Fortsetzung des Aufschwungs am US-Arbeitsmarkt sprechen. (13.07.2017/alc/a/a)





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