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FED: Langzeit-Prognosen im Mittelpunkt
17.06.14 10:02
Bank J. Safra Sarasin AG
Basel (www.anleihencheck.de) - Diese Woche erwartet den Anleihenmarkt der nächste große Fixpunkt des Juni: Die Offenmarktsitzung der US-Zentralbank (FED) heute und morgen mit der Publikation der aktuellen Prognosen der Notenbank am Mittwochabend, so die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG.
Dabei dürfte für die FED und damit auch für den Kapitalmarkt eine Frage von besonderer Bedeutung sein: Seien die Erwartungen für den Leitzins in der langen Frist, den die US-Zentralbank derzeit bei 4% sehe, nicht zu hoch angesetzt?
Diese Frage sei eng mit dem vom US-Ökonomen Larry Summers populär gemachten Begriff der "säkularen Stagnation" verbunden. Darunter verstehe Summers die Gefahr einer lang anhaltenden Wirtschaftsflaute, weil selbst die heute ultra-expansive Geldpolitik nicht in der Lage sei, die volkswirtschaftliche Nachfrage genügend zu stimulieren, um damit der US-Wirtschaft zu einem nachhaltigen Wirtschaftsaufschwung zu verhelfen.
Auch auf der Angebotsseite der Wirtschaft gebe es einige Faktoren, wie beispielsweise die Alterung der Gesellschaft oder neue Regulierungen im Bankensektor, die in den kommenden Jahren auf ein tieferes Wirtschaftswachstum hinweisen würden. Makroökonomische Modelle würden nun besagen, dass im wirtschaftlichen Gleichgewicht der Leitzins dem nominalen Wachstumspotenzial einer Volkswirtschaft entsprechen müsse. Treffe die Theorie der säkularen Stagnation tatsächlich zu, so würde dies langfristig tiefere Leitzinsen implizieren.
Die tiefen Anleihenrenditen der letzten Monate hätten in den USA eine Diskussion entfacht, ob aufgrund der säkularen Stagnation die Erwartungen für die langfristigen Leitzinsen nicht viel tiefer liegen sollten als bei den 4%, an welchen die US-Notenbank heute noch festhalte. Einige Kommentare - wie z.B. von William C. Dudley, dem Vorsitzenden einer Zweigstelle der FED - würden zeigen, dass die Debatte nun auch die Zentralbank selber erfasst habe. Im Zuge der Diskussion um die säkulare Stagnation dürfte wahrscheinlich auch die FED ihre Erwartungen reduzieren und von einem tieferen Potenzialwachstum und einem tieferen Leitzins in der langen Frist ausgehen. Dieser Prozess werde jedoch nur graduell erfolgen. Möglich sei, dass die US-Zentralbank den langfristig erwarteten Leitzins von 4% auf 3,75% reduziere.
Es sei jedoch fraglich, ob eine geringfügige Absenkung der Erwartungen für die langfristigen Leitzinsen durch die US-Notenbank zu tieferen Obligationen-Renditen führe. Es würde schon eine massive Revision der Wachstumsaussichten brauchen, um niedrigere Renditen zu rechtfertigen. Komme hinzu, dass sich die US-Wirtschaft gegenwärtig in einer robusten Verfaßung befinde. Nach dem Einbruch der Produktion zu Beginn des Jahres habe das Wachstum im Frühjahr wieder an Fahrt gewonnen. Das deute trotz der durchzogenen langfristigen Aussichten eher auf höhere Obligationenrenditen in der nahen Zukunft hin. (17.06.2014/alc/a/a)
Dabei dürfte für die FED und damit auch für den Kapitalmarkt eine Frage von besonderer Bedeutung sein: Seien die Erwartungen für den Leitzins in der langen Frist, den die US-Zentralbank derzeit bei 4% sehe, nicht zu hoch angesetzt?
Auch auf der Angebotsseite der Wirtschaft gebe es einige Faktoren, wie beispielsweise die Alterung der Gesellschaft oder neue Regulierungen im Bankensektor, die in den kommenden Jahren auf ein tieferes Wirtschaftswachstum hinweisen würden. Makroökonomische Modelle würden nun besagen, dass im wirtschaftlichen Gleichgewicht der Leitzins dem nominalen Wachstumspotenzial einer Volkswirtschaft entsprechen müsse. Treffe die Theorie der säkularen Stagnation tatsächlich zu, so würde dies langfristig tiefere Leitzinsen implizieren.
Die tiefen Anleihenrenditen der letzten Monate hätten in den USA eine Diskussion entfacht, ob aufgrund der säkularen Stagnation die Erwartungen für die langfristigen Leitzinsen nicht viel tiefer liegen sollten als bei den 4%, an welchen die US-Notenbank heute noch festhalte. Einige Kommentare - wie z.B. von William C. Dudley, dem Vorsitzenden einer Zweigstelle der FED - würden zeigen, dass die Debatte nun auch die Zentralbank selber erfasst habe. Im Zuge der Diskussion um die säkulare Stagnation dürfte wahrscheinlich auch die FED ihre Erwartungen reduzieren und von einem tieferen Potenzialwachstum und einem tieferen Leitzins in der langen Frist ausgehen. Dieser Prozess werde jedoch nur graduell erfolgen. Möglich sei, dass die US-Zentralbank den langfristig erwarteten Leitzins von 4% auf 3,75% reduziere.
Es sei jedoch fraglich, ob eine geringfügige Absenkung der Erwartungen für die langfristigen Leitzinsen durch die US-Notenbank zu tieferen Obligationen-Renditen führe. Es würde schon eine massive Revision der Wachstumsaussichten brauchen, um niedrigere Renditen zu rechtfertigen. Komme hinzu, dass sich die US-Wirtschaft gegenwärtig in einer robusten Verfaßung befinde. Nach dem Einbruch der Produktion zu Beginn des Jahres habe das Wachstum im Frühjahr wieder an Fahrt gewonnen. Das deute trotz der durchzogenen langfristigen Aussichten eher auf höhere Obligationenrenditen in der nahen Zukunft hin. (17.06.2014/alc/a/a)


