FED-Inflationsziel erfüllt?


30.04.18 08:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Heute läuft die Schonfrist für Stahl- und Aluminiumexporte aus der EU in die USA ab, so die Analysten von Raiffeisen Bank International AG.

Es sei nicht davon auszugehen, dass noch eine Einigung in letzter Minute erzielt werde. Damit würde ab morgen ein Einfuhrzoll von 25% auf Stahl- und 10% auf Aluminiumprodukte gelten, die aus der EU in die USA eingeführt würden. Die EU habe für diesen Fall bereits eine dreistufige Reaktion in Aussicht gestellt: Eine Klage vor der WTO, Schutzmaßnahmen für betroffene Unternehmen in der EU sowie Gegenmaßnahmen in Form von Einfuhrzöllen auf amerikanische Produkte wie Motorräder, Jeans und Whiskey. Insbesondere letzteres könnte eine weitere Eskalation durch die USA provozieren. Präsident Trump habe bereits mit Einfuhrzöllen auf PKW aus der EU gedroht.

Datenseitig habe der heutige Tag einiges zu bieten. Entsprechende Daten aus Deutschland und Italien würden Aufschluss darüber geben, wie sich die Verbraucherpreise im Euroraum im April entwickelt hätten. In den USA dürfte der Preisindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE Deflator) - das von der FED präferierte Inflationsmaß - im März im Vorjahresvergleich auf 2,0% zugelegt haben. Damit wäre das Inflationsziel der FED de facto erfüllt. Für den morgen anstehenden ISM Index für das Verarbeitende Gewerbe würden die bereits vorliegenden regionalen Stimmungsumfragen für April auf ein deutliches Minus hindeuten. Die Analysten von Raiffeisen Bank International AG würden mit einem Rückgang von 59,3 Punkten auf 57,5 Punkte rechnen. Für den heutigen Chicago PMI würden sie dabei einen unveränderten Wert unterstellen. (30.04.2018/alc/a/a)