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FED: Erste Zinserhöhung bis Ende kommenden Jahres wahrscheinlich


20.08.21 11:58
BlueBay Asset Management

London (www.anleihencheck.de) - "Wir sind zuversichtlich, dass der Offenmarktausschuss der US-Notenbank den Ausstieg aus der Geldpolitik nicht in der Weise "verbocken" wird, wie das Weiße Haus den Rückzug aus Afghanistan bewerkstelligt hat", erwartet Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management.

Bereits in den kommenden Monaten werde die FED zeigen können, inwieweit sie bei der geldpolitischen Entflechtung Land gewinne.

In den vergangenen Tagen seien die Nachrichten von Bildern aus Afghanistan beherrscht worden. In diesem Zusammenhang stelle sich die Frage, inwieweit die FED und andere Zentralbanken ihren eigenen bevorstehenden Ausstieg aus der Geldpolitik so beschleunigen könnten, dass es zu möglichst wenigen Komplikationen komme. Eine klare Kommunikation und ein geordneter Zeitplan scheinen dabei von zentraler Bedeutung zu sein, so die Experten von BlueBay Asset Management.

Unter diesem Gesichtspunkt sei es interessant zu beobachten gewesen, wie sich die FED-Spitze auf die Idee geeinigt habe, in den nächsten Monaten einen Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik anzukündigen und noch in diesem Jahr mit der Reduzierung der Anleihekäufe zu beginnen. Ein aufschlussreicher Artikel im "Wall Street Journal" habe darauf hingedeutet, dass viele Mitglieder des FED-Offenmarktausschusses das Zurückfahren der Anleihekäufe bis Mitte 2022 abschließen möchten. Dies decke sich mit der Einschätzung der Experten von BlueBay Asset Management, dass eine erste Zinserhöhung bis Ende kommenden Jahres wahrscheinlich sei.

Derweil würden die Experten von BlueBay Asset Management weiterhin davon ausgehen, dass die Delta-Variante in den USA ihren Höhepunkt erreicht habe, so wie es in weiten Teilen Europas und des Vereinigten Königreichs bereits der Fall sei. Ein Blick auf die Anzahl der Tage, die die Delta-Welle in Indien bis zu ihrem Höhepunkt gebraucht habe, lege nahe, dass dies in den USA - oder zumindest in den am stärksten betroffenen US-Bundesstaaten - in der kommenden Woche der Fall sein dürfte.

Ungeachtet von Turbulenzen würden die zugrunde liegenden Wirtschaftstrends stabil bleiben und die Experten von BlueBay Asset Management würden weiterhin mit robusten Fortschritten auf dem Weg zur Normalisierung des US-Arbeitsmarktes rechnen, da die großzügigen Sozialleistungen auslaufen würden und gleichzeitig ein Rekordniveau an offenen Stellen gemeldet werde.

In den Sommermonaten würden viele Anleger den Märkten fernbleiben. Daran dürfte sich in den nächsten Wochen nicht viel ändern. Weil Liquidität nach wie vor im Überfluss vorhanden sei, stünden genügend Barmittel bereit, um die aktuelle Delle in den Kursen auffangen zu können. Die Experten von BlueBay Asset Management würden nicht davon ausgehen, dass eine Korrektur bei Risikoanlagen zu ausgeprägt sein werde. Hinter dem Scheitel der Delta-Welle dürfte wieder ruhigeres Fahrwasser liegen. Daher scheine jetzt ein guter Zeitpunkt zu sein, um Positionen aufzubauen und mit Blick auf die mittelfristige Zukunft zu halten, anstatt sich von den Unwägbarkeiten der kurzfristigen Preisentwicklung zu sehr beeindrucken zu lassen.

Die Experten von BlueBay Asset Management seien zuversichtlich, dass der Offenmarktausschuss der FED den Ausstieg aus der Geldpolitik nicht in der Weise "verbocken" werde, wie das Weiße Haus den Rückzug aus Afghanistan bewerkstelligt habe. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt scheinen sich die FED-Mitglieder bewusst zu sein, dass das größte Risiko darin besteht, die Normalisierung zu lange hinauszuzögern, so die Experten von BlueBay Asset Management. Die Experten würden auf einen geordneten Ausstieg hoffen. (20.08.2021/alc/a/a)