Erweiterte Funktionen

FED-Chef Powell in Jackson Hole: Der Markt in einer abwartenden Haltung


26.08.22 14:11
XTB

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - FED-Vorsitzender Powell spricht um 16:00 Uhr auf dem Symposium in Jackson Hole, so die Experten von XTB.

Der Markt scheine im Vorfeld der Rede des FED-Vorsitzenden auf dem heutigen Jackson Hole-Symposium in einer abwartenden Haltung zu sein. Powell werde um 16:00 Uhr sprechen und der Markt sehe eine Chance für ihn zu betonen, dass die FED die Inflation mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen werde. Das Jackson Hole-Symposium sei zwar nicht dazu gedacht, große Marktbewegungen auszulösen, aber unter dem FED-Vorsitzenden Ben Bernanke, der das Treffen in Jackson Hole genutzt habe, um geldpolitische Maßnahmen während der globalen Finanzkrise anzukündigen, wie z.B. die Ankündigung von QE, habe die Bedeutung der Veranstaltung zugenommen. Sowohl Yellen als auch Powell seien jedoch nicht in Bernankes Fußstapfen getreten und hätten auf der Veranstaltung keine großen Ankündigungen gemacht. Bestehe die Chance, dass Powell dieses Mal große Ankündigungen mache?

Die FED habe auf ihrer letzten Sitzung angedeutet, dass das Tempo der Zinserhöhungen irgendwann nachlassen müsse. Die Stimmung am Markt habe sich seitdem verbessert - der USD habe einige Gewinne wieder abgegeben, während sich die Wall Street erholt habe. Allerdings würden die Rohstoffpreise wieder ansteigen, was zu einer Verschärfung der finanziellen Bedingungen an den Märkten führe. Die 10-jährigen US-Renditen seien wieder auf über 3% gestiegen. Der Anstieg der 2-jährigen Renditen sei sogar noch größer gewesen, was zu einer weiteren Inversion der Renditekurve geführt habe. Die Signale, die auf eine Rezession hindeuten würden, würden immer häufiger, aber die FED sehe immer noch eine Chance für eine weitere Straffung.

Die FED hat beschlossen, die Forward Guidance zu streichen, weshalb wir von Powell heute keine klaren Hinweise auf die Zinssätze erwarten sollten, so die Experten von XTB. Anders sehe es aus, wenn es um die Reduzierung der Bilanz gehe. So wie Ben Bernanke mit der Ankündigung von QE überrascht habe, könnte Powell Jackson Hole nutzen, um sich zu einer starken Reduzierung der Bilanz zu verpflichten. Es sei anzumerken, dass sich die Reduzierung der FED-Bilanz seit dem Beginn des Abbaus auf etwa 1% der Gesamtbilanz belaufe - nicht genug, um einen bedeutenden Einfluss auf die Märkte zu haben. Theoretisch könnte sich dies im September ändern, da mit einer Beschleunigung des Abbaus gerechnet werde. Powell könnte den Märkten versichern wollen, dass die FED im Bedarfsfall bereit sei, Vermögenswerte noch schneller zu verkaufen.

Der Markt erwarte, dass die FED Fund Rates bis zum Jahresende auf über 3,5% steigen würden. Das bedeute, dass die FED die Zinsen im September um 75 Basispunkte anheben könnte und in den verbleibenden zwei Sitzungen des Jahres 2022 weitere Zinserhöhungen um 50 Basispunkte folgen könnten. Die Marktpreise für das nächste Jahr würden auf einen noch höheren Zinssatz von 3,8% hindeuten. Laut Powell habe der Leitzins bereits ein restriktives Niveau erreicht, sodass man heute keine hawkishen Ankündigen von ihm erwarten sollte. Sollte es jedoch zu einer solchen Erklärung kommen, habe der EUR/USD-Kurs viel Spielraum nach unten.

Auch wenn Jackson Hole ein großes Ereignis sei, sollten die Händler auf der Hut sein und Ruhe bewahren. Das Symposium sei nicht konzipiert worden, um die Märkte zu bewegen, sondern als Plattform für die Präsentation von Ideen. Powell wolle wahrscheinlich keine großen Ankündigungen machen, die volatile Marktbewegungen auslösen könnten. Das Ausbleiben einer klaren Botschaft von Powell könnte von den Marktteilnehmern jedoch als dovishe Tendenz aufgefasst werden, was das Risiko von Gewinnmitnahmen beim USD erhöhen würde.

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link. (26.08.2022/alc/a/a)