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FED, BoE und EZB - Wer sagt "Stopp"?


31.01.23 16:30
XTB

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Diese Woche werden drei große Zentralbanken die Zinssätze erneut anheben, so die Experten von XTB.

Werde eine von ihnen das mögliche Ende des Straffungsprozesses ankündigen?

Die Entscheidungen würden wie folgt bekannt gegeben: FED am Mittwoch um 20:00 Uhr mit einer Pressekonferenz um 20:30 Uhr. Die Bank of England werde ihre Entscheidung am Donnerstag um 13:00 Uhr mit einer Pressekonferenz um 13:30 Uhr bekannt geben. Später, um 14:15 Uhr, ebenfalls am Donnerstag, werde die Entscheidung der EZB veröffentlicht und die Pressekonferenz finde um 14:45 Uhr statt.

FED-Zinsentscheid

Die Markterwartungen seien klar - die FED werde das Tempo der Zinserhöhungen erneut auf 25 Basispunkte reduzieren. Außerdem erwarte der Markt, dass die FED die Zinssätze auf maximal 5% anheben werde, während sie derzeit bei 4,5% lägen. Andererseits habe die FED wiederholt mitgeteilt, dass sie die Zinsen auf über 5% anheben wolle, um sie auf ein restriktives Niveau zu bringen. Darüber hinaus hätten sich die finanziellen Bedingungen in den USA in letzter Zeit deutlich verbessert und seien nicht mehr so angespannt wie zuvor, selbst im Vergleich zu 2018, als die vorherige Serie von Zinserhöhungen stattgefunden habe. Die finanziellen Bedingungen im Euroraum hingegen würden als sehr restriktiv eingeschätzt, und das trotz deutlich niedrigerer Zinssätze. Die FED werde höchstwahrscheinlich auch am 1. Februar ihre restriktive Haltung beibehalten, auch wenn es Anzeichen dafür gebe, dass die FED sich dem Zeitpunkt nähere, an dem sie die Auswirkungen von Zinserhöhungen auf die Wirtschaft beurteile. Waller habe kürzlich darauf hingewiesen, dass die Zinssätze als restriktiv angesehen würden, wenn sie 1,5-2,0% über den Inflationserwartungen lägen, die Ende dieses Jahres voraussichtlich 3,1% erreichen würden. Das würde bedeuten, dass die FED die Zinserhöhungen bei 5% beenden könnte.

Bank of England

Die BoE werde die Zinsen höchstwahrscheinlich um 50 Basispunkte auf 4% anheben, während der Markt einen Höchststand von etwas unter 4,5% erwarte. Dies würde eine mögliche Abschwächung bei den nächsten Sitzungen bedeuten. Es sei daran erinnert, dass die Entscheidungsträger in der BoE sehr geteilter Meinung seien, und kürzlich hätten sogar zwei Mitglieder die Zinsen auf dem derzeitigen Niveau belassen wollen. Dies könnte bedeuten, dass das Zinshoch tatsächlich sehr nahe sei, obwohl der Arbeitsmarkt in sehr guter Verfassung sei. Andererseits könnte die britische Wirtschaft in nächster Zeit recht schlecht abschneiden.

Europäische Zentralbank

Christine Lagarde habe deutlich gemacht, dass die Bank starke Zinserhöhungen unterstützen werde. Die EZB hinke bei der Straffung der Geldpolitik anderen Banken hinterher. Daher werde die EZB bei ihrer nächsten Sitzung wahrscheinlich eine sehr restriktive Haltung einnehmen, was dem Euro zugutekommen dürfte. Darüber hinaus würden die jüngsten Daten auf eine Beschleunigung der Inflation hindeuten, auch wenn dies auf die Aufhebung von Steuerbefreiungen während der Pandemie und starke Preissteigerungen zurückzuführen sei. Das BIP der Eurozone bleibe positiv, was es der EZB ermöglichen werde, ihre hawkishe Rhetorik beizubehalten. Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass die EZB ankündigen werde, dass sie nach der Anhebung im Februar und März eine Begrenzung weiterer Schritte in Betracht ziehen werde. Der derzeitige Einlagensatz der EZB liege bei 2% und es werde eine Anhebung um 50 Basispunkte erwartet. Lagarde habe im Dezember angekündigt, dass wir mit einer Reihe von Anhebungen auf diesem Niveau rechnen müssten. (31.01.2023/alc/a/a)