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FED-Ankündigung zum Kauf von Unternehmensanleihen auf breiter Marktbasis hebt die Stimmung
19.06.20 10:15
BlueBay Asset Management
London (www.anleihencheck.de) - Die sich beschleunigenden Infektionsraten in Kalifornien, Texas, Florida und Arizona offenbaren die Risiken, die entstehen, wenn die Lockdowns aufgehoben werden, ohne die Kontrolle über die Ausbreitung des Virus erlangt zu haben, so Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management.
Es komme daher nicht von ungefähr, dass die US-Notenbank zu neuen unkonventionellen Maßnahmen greifen müsse.
In der vergangenen Woche hätten sich die Aktienmärkte und die wichtigsten Staatsanleihen im Allgemeinen seitwärts bewegt. Die Anleger hätten durchwachsene Nachrichten in Bezug auf Wirtschaftsdaten, das Corona-Virus, die Geopolitik und politische Entwicklungen verarbeitet. Die US-Einzelhandelsumsätze seien im Mai stärker gestiegen als erwartet und hätten einen wesentlichen Teil der Verluste des Vormonats wieder wettgemacht. Nichtsdestotrotz würden die BIP-Schätzungen für das zweite Quartal ein Minus von rund 30 Prozent signalisieren.
Andere Wirtschaftsdaten, wie die wöchentlichen Arbeitslosenanträge, würden weiterhin die enormen Belastungen unterstreichen, unter denen die Wirtschaftstätigkeit leide, auch wenn die Lockdowns zurückgenommen würden. Derweil würden die sich beschleunigenden Infektionsraten in Kalifornien, Texas, Florida und Arizona die Risiken offenbaren, die entstünden, wenn die Lockdowns aufgehoben würden, ohne die Kontrolle über die Ausbreitung des Virus erlangt zu haben. Ermutigende Nachrichten in Bezug auf therapeutische Behandlungen und die Hoffnung auf einen Impfstoff im vierten Quartal könnten jedoch dazu beitragen, die Befürchtungen zu zerstreuen, dass es bei einer zweiten Covid-19-Welle zu einer Rückkehr zu den massiven Restriktionen des Frühjahrs komme.
Die Anleihemärkte seien jüngst durch die Ankündigung der Federal Reserve (FED) unterstützt worden, dass sie - ähnlich wie die Europäische Zentralbank - mit dem direkten Ankauf von Unternehmensanleihen auf breiter Marktbasis beginnen wolle. Bis zu diesem Zeitpunkt seien die Käufe auf ETFs sowie einzelne Unternehmensanleihen von denjenigen Emittenten beschränkt gewesen, die einen Antrag auf Unterstützung gestellt hätten.
Die damit verbundene Stigmatisierung habe jedoch dazu geführt, dass viele Emittenten vor diesem Schritt zurückgeschreckt gewesen seien. Weil die FED ihre neue geldpolitische Lockerung an einem Tag angekündigt habe, an dem der S&P unter die Marke von 3.000 Punkten gefallen sei, sollten Anleger Fehlinterpretationen vermeiden: Die Experten möchten nachdrücklich davor warnen, dass die FED-Entscheidung bedeute, dass weitere politische Unterstützung zu erwarten sei, falls die Aktien wieder unter dieser Marke notieren würden.
Mit Blick auf die Fiskalpolitik würden die Experten von weiteren Fortschritten ausgehen. Die politischen Diskussionen über ein (längst überfälliges) Paket zu Infrastrukturausgaben in den USA, das sich auf rund 1 Billion US-Dollar belaufen solle, würden sich verstetigen. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass die entsprechenden Finanzmittel schon in einigen Monaten fließen würden. Es sei hingegen zu erwarten, dass die konjunkturelle Entwicklung im Jahr 2021 von den Infrastruktur-Ausgaben angeschoben werden dürfte. In diesem Zusammenhang dürfe nicht unerwähnt bleiben, dass die Präsidentschaftswahlen in wenigen Monaten anstünden: Die Politik werde in den kommenden Wochen und Monaten noch stärker in den Vordergrund rücken. (19.06.2020/alc/a/a)
Es komme daher nicht von ungefähr, dass die US-Notenbank zu neuen unkonventionellen Maßnahmen greifen müsse.
In der vergangenen Woche hätten sich die Aktienmärkte und die wichtigsten Staatsanleihen im Allgemeinen seitwärts bewegt. Die Anleger hätten durchwachsene Nachrichten in Bezug auf Wirtschaftsdaten, das Corona-Virus, die Geopolitik und politische Entwicklungen verarbeitet. Die US-Einzelhandelsumsätze seien im Mai stärker gestiegen als erwartet und hätten einen wesentlichen Teil der Verluste des Vormonats wieder wettgemacht. Nichtsdestotrotz würden die BIP-Schätzungen für das zweite Quartal ein Minus von rund 30 Prozent signalisieren.
Die Anleihemärkte seien jüngst durch die Ankündigung der Federal Reserve (FED) unterstützt worden, dass sie - ähnlich wie die Europäische Zentralbank - mit dem direkten Ankauf von Unternehmensanleihen auf breiter Marktbasis beginnen wolle. Bis zu diesem Zeitpunkt seien die Käufe auf ETFs sowie einzelne Unternehmensanleihen von denjenigen Emittenten beschränkt gewesen, die einen Antrag auf Unterstützung gestellt hätten.
Die damit verbundene Stigmatisierung habe jedoch dazu geführt, dass viele Emittenten vor diesem Schritt zurückgeschreckt gewesen seien. Weil die FED ihre neue geldpolitische Lockerung an einem Tag angekündigt habe, an dem der S&P unter die Marke von 3.000 Punkten gefallen sei, sollten Anleger Fehlinterpretationen vermeiden: Die Experten möchten nachdrücklich davor warnen, dass die FED-Entscheidung bedeute, dass weitere politische Unterstützung zu erwarten sei, falls die Aktien wieder unter dieser Marke notieren würden.
Mit Blick auf die Fiskalpolitik würden die Experten von weiteren Fortschritten ausgehen. Die politischen Diskussionen über ein (längst überfälliges) Paket zu Infrastrukturausgaben in den USA, das sich auf rund 1 Billion US-Dollar belaufen solle, würden sich verstetigen. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass die entsprechenden Finanzmittel schon in einigen Monaten fließen würden. Es sei hingegen zu erwarten, dass die konjunkturelle Entwicklung im Jahr 2021 von den Infrastruktur-Ausgaben angeschoben werden dürfte. In diesem Zusammenhang dürfe nicht unerwähnt bleiben, dass die Präsidentschaftswahlen in wenigen Monaten anstünden: Die Politik werde in den kommenden Wochen und Monaten noch stärker in den Vordergrund rücken. (19.06.2020/alc/a/a)


