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Die Eurozone der zwei Geschwindigkeiten - Anleihen hoch verschuldeter Länder untergewichten!
28.11.16 12:30
fairesearch
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die europäische Wirtschaft wird voraussichtlich auch weiterhin in moderatem Tempo wachsen, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
In ihrer Herbstprognose gehe die Europäische Kommission von einem BIP-Wachstum im Euroraum von 1,7% für 2016 (Deutschland 1,9%), 1,5% für 2017 und 1,7% für 2018 aus. Einen ähnlichen Verlauf dürfte das BIP-Wachstum in Deutschland und der Gesamt-EU nehmen.
Hauptwachstumsmotor dürfte bis Ende 2018 auch weiterhin der Privatkonsum sein, der durch die Erwartung weiter steigender Beschäftigungszahlen und leicht steigender Löhne begünstigt werde. Auch die Fremdfinanzierungskosten würden sich aufgrund der außerordentlich akkommodierenden Geldpolitik weiterhin positiv auf das Wachstum auswirken. Das Haushaltsdefizit des gesamten Euroraums dürfte sich weiter abschwächen, während haushaltspolitisch weiterhin ein nicht restriktiver Kurs verfolgt werden dürfte. Die Investitionen würden voraussichtlich weiter ansteigen.
Nach einer ersten Sichtung der Haushaltspläne der Eurostaaten für 2017 durch die EU Kommission würden nur fünf Länder die Vorgaben des Stabilitäts- und Wachstumspaktes erfüllen. Bei vier weiteren sehe die Kommission eine "weitgehende" Erfüllung. Bei acht Ländern dagegen werde das Risiko gesehen, dass die Vorgaben nicht erfüllt würden. Hierzu würden auch Italien, Spanien und Portugal gehören. Gleichwohl sehe die EU-Kommission von einer Verschärfung des Defizitverfahrens bzw. von Strafen ab.
Die selbst gegebenen Regeln des Paktes würden großzügig missachtet. Ein solches Vorgehen habe inzwischen Tradition. Die Kommission dürfe sich deshalb nicht wundern, dass die Europa-Verdrossenheit in Teilen der Bevölkerung steige. Ferner dürfte sich die Meinung in den Hauptstädten verfestigen, dass die Kommission ein zahnloser Tiger sei. Die ausufernde Staatsverschuldung werde es der EZB sehr schwer machen, das Anleihenkaufprogramm zurückzufahren, ohne dass es zu Verwerfungen bei Anleihen von Euro-Ländern mit hoher Staatsverschuldung komme.
Dies zeige sich bereits bei der Kursentwicklung der jüngsten 50-jährigen italienischen Staatsanleihe. Der Kurs sei seit der Emission Anfang Oktober um 14% gesunken. Auch die Bundesbank warne vor den Risiken der hohen Haushaltsdefizite und Staatsschulden. Der fiskalpolitische Spielraum bleibe begrenzt, vor dem Risiko eines erneuten Aufflammens der Euro-Schuldenkrise werde gewarnt, weil bei einer signifikanten Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Schuldentragfähigkeit mancher Länder als gefährdet angesehen werde. Den wirtschaftlich stabileren Ländern scheibe die EU-Kommission ins Stammbuch, eine expansivere Fiskalpolitik einzuführen.
Für den Euroraum insgesamt schlage die Kommission eine fiskalpolitische Lockerung von bis zu 0,5% des BIP vor, um das Wirtschaftswachstum in der Währungsunion zu unterstützen. Auch hier sehen die Experten von "fairesearch" keine Änderung der Planung. Die Bundesregierung werde am Ziel eines ausgeglichenen Haushalts 2017 festhalten, zumal ab 2020 der demografische Wandel die Staatshaushalte sehr stark belasten werde. Anleihen hoch verschuldeter Länder sollten in Portefeuilles untergewichtet bleiben.
Trotz dieser unbefriedigenden Daten über die Staatsverschuldung schneide die Eurozone im Vergleich zu den USA deutlich besser ab. Staatsverschuldung USA: USD 19,5 Billionen - Eurozone: EUR 9,8 Billionen. Staatsverschuldung in Prozent des BIP: USA 105,0%, Eurozone 91,6%. Aus Sicht der fundamentalen Daten erfahre der Wechselkurs des Euro gegenüber dem US-Dollar eine Stütze. Vermutlich werde die Staatsverschuldung der USA unter dem neuen Präsidenten Trump in Richtung USD 30 Billionen tendieren.
An den internationalen Rentenmärkten seien die mittleren bis länger laufenden Renditen miteinander verzahnt. Wegen der ungünstigen Kursperspektiven empfehle es sich, einen höheren Grad an Liquidität zu halten. Umgekehrt sollten potenzielle Kreditnehmer nicht länger mit der Kreditaufnahme warten. (28.11.2016/alc/a/a)
In ihrer Herbstprognose gehe die Europäische Kommission von einem BIP-Wachstum im Euroraum von 1,7% für 2016 (Deutschland 1,9%), 1,5% für 2017 und 1,7% für 2018 aus. Einen ähnlichen Verlauf dürfte das BIP-Wachstum in Deutschland und der Gesamt-EU nehmen.
Hauptwachstumsmotor dürfte bis Ende 2018 auch weiterhin der Privatkonsum sein, der durch die Erwartung weiter steigender Beschäftigungszahlen und leicht steigender Löhne begünstigt werde. Auch die Fremdfinanzierungskosten würden sich aufgrund der außerordentlich akkommodierenden Geldpolitik weiterhin positiv auf das Wachstum auswirken. Das Haushaltsdefizit des gesamten Euroraums dürfte sich weiter abschwächen, während haushaltspolitisch weiterhin ein nicht restriktiver Kurs verfolgt werden dürfte. Die Investitionen würden voraussichtlich weiter ansteigen.
Nach einer ersten Sichtung der Haushaltspläne der Eurostaaten für 2017 durch die EU Kommission würden nur fünf Länder die Vorgaben des Stabilitäts- und Wachstumspaktes erfüllen. Bei vier weiteren sehe die Kommission eine "weitgehende" Erfüllung. Bei acht Ländern dagegen werde das Risiko gesehen, dass die Vorgaben nicht erfüllt würden. Hierzu würden auch Italien, Spanien und Portugal gehören. Gleichwohl sehe die EU-Kommission von einer Verschärfung des Defizitverfahrens bzw. von Strafen ab.
Dies zeige sich bereits bei der Kursentwicklung der jüngsten 50-jährigen italienischen Staatsanleihe. Der Kurs sei seit der Emission Anfang Oktober um 14% gesunken. Auch die Bundesbank warne vor den Risiken der hohen Haushaltsdefizite und Staatsschulden. Der fiskalpolitische Spielraum bleibe begrenzt, vor dem Risiko eines erneuten Aufflammens der Euro-Schuldenkrise werde gewarnt, weil bei einer signifikanten Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Schuldentragfähigkeit mancher Länder als gefährdet angesehen werde. Den wirtschaftlich stabileren Ländern scheibe die EU-Kommission ins Stammbuch, eine expansivere Fiskalpolitik einzuführen.
Für den Euroraum insgesamt schlage die Kommission eine fiskalpolitische Lockerung von bis zu 0,5% des BIP vor, um das Wirtschaftswachstum in der Währungsunion zu unterstützen. Auch hier sehen die Experten von "fairesearch" keine Änderung der Planung. Die Bundesregierung werde am Ziel eines ausgeglichenen Haushalts 2017 festhalten, zumal ab 2020 der demografische Wandel die Staatshaushalte sehr stark belasten werde. Anleihen hoch verschuldeter Länder sollten in Portefeuilles untergewichtet bleiben.
Trotz dieser unbefriedigenden Daten über die Staatsverschuldung schneide die Eurozone im Vergleich zu den USA deutlich besser ab. Staatsverschuldung USA: USD 19,5 Billionen - Eurozone: EUR 9,8 Billionen. Staatsverschuldung in Prozent des BIP: USA 105,0%, Eurozone 91,6%. Aus Sicht der fundamentalen Daten erfahre der Wechselkurs des Euro gegenüber dem US-Dollar eine Stütze. Vermutlich werde die Staatsverschuldung der USA unter dem neuen Präsidenten Trump in Richtung USD 30 Billionen tendieren.
An den internationalen Rentenmärkten seien die mittleren bis länger laufenden Renditen miteinander verzahnt. Wegen der ungünstigen Kursperspektiven empfehle es sich, einen höheren Grad an Liquidität zu halten. Umgekehrt sollten potenzielle Kreditnehmer nicht länger mit der Kreditaufnahme warten. (28.11.2016/alc/a/a)


