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Eurozone: Zinssenkung im Juni scheint gesetzt, der Pfad danach unklar


07.05.24 09:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der Gesamt PMI in der Eurozone stieg auch im April unerwartet deutlich von 50,3 auf 51,7 Punkte und somit weiter in die Expansionszone, so die Analysten von Postbank Research.

Mit 45,7 Punkten enttäusche die Industrie jedoch weiterhin, während der PMI der Dienstleistungen mit einem Zuwachs von 51,5 auf 53,3 Punkte viel stärker als erwartet zugelegt habe.

Die Inflationsrate habe im April bei 2,4 Prozent verharrt, die Kerninflation sei hingegen etwas geringer als erwartet von 2,9 auf 2,7 Prozent gesunken. Der weitere Rückgang dürfte dennoch einer Zinssenkung im Juni weiteren Vorschub geleistet haben.

Die Zinswende im Juni sei auch von nahezu allen Mitgliedern des EZB-Rates als wahrscheinlichstes Szenario nach Außen kommuniziert worden, sogar von den EZB-Falken. Da der Markt mittlerweile von der FED jedoch nur noch eine (bzw. höchstens zwei) Zinssenkungen 2024 erwarte, könnte die EZB das Thema Zinssenkungen nach Juni ebenfalls sehr behutsam angehen, um eine unerwünscht spürbare Abwertung des Euro zum US Dollar zu vermeiden.

Die Zinsterminmärkte würden einen Zinsschritt im Juni mit 95 prozentiger Wahrscheinlichkeit und für das Gesamtjahr mit 73 Basispunkten knapp drei Zinssenkungen einpreisen. Die Rendite zehnjähriger Bunds sei von 2,30 Ende März auf 2,65 Prozent im April angestiegen, bevor sie auf 2,50 Prozent zurückgesetzt habe. Weiterhin würden die Bund-Renditen stark denen der US-Treasuries folgen. Auf Sicht von sechs Monaten könnte die Rendite etwas höher als das aktuelle Niveau bei rund 2,60 Prozent liegen. (Zinsbulletin Mai 2024) (07.05.2024/alc/a/a)