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Eurozone: Zinssenkung im Juni als Kern-Szenario


18.03.24 10:10
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - In der finalen Schätzung wurde bestätigt, dass die Wirtschaft der Eurozone im vierten Quartal 2023 stagnierte, so die Analysten von Postbank Research.

Der Gesamt-PMI sei im Februar unerwartet deutlich von 47,9 auf 49,2 Punkte gestiegen, verharre damit jedoch im Bereich, der eine Schrumpfung der wirtschaftlichen Aktivität signalisiere. Mit 46,5 Punkten zeige sich dabei die Industrie weiterhin schwach, wohingegen der PMI der Dienstleistungen mit einem Sprung von 48,4 auf 50,2 Punkte in die Expansionszone zurückgekehrt sei.

Die Inflationsrate sei im Februar von 2,8 auf 2,6 Prozent gesunken. Die Kerninflation habe von 3,3 auf 3,1 Prozent zurückgesetzt. Analysten hätten jeweils einen stärkeren Rückgang erwartet.

EZB-Präsidentin Lagarde habe im Anschluss an die März-Sitzung erklärt, dass die EZB bei ihrer Sitzung am 11. April nur wenige Daten zur Verfügung hätte, die eine mögliche Zinswende begründen könnten. Im Juni habe man dann viel mehr Datenmaterial zur Verfügung.

Die Zinsterminmärkte würden deshalb davon ausgehen, dass im Juni eine erste Zinssenkung so gut wie sicher sei, mit geringer Wahrscheinlichkeit bereits im April. Für das Gesamtjahr würden etwas weniger als 100 Basispunkte an Zinssenkungen eingepreist. Die Rendite zehnjähriger Bunds sei von 2,20 Anfang Februar auf 2,50 Prozent Ende-Februar gestiegen, habe dann aber wieder auf 2,25 Prozent nachgegeben. Auf Sicht von sechs Monaten könnte die Rendite etwas höher bei rund 2,60 Prozent liegen. (Ausgabe Zinsbulletin März 2024) (18.03.2024/alc/a/a)