Eurozone: Wirkt sich die Situation im Nahen Osten auf die Inflation aus?


01.07.25 10:08
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die Umfragedaten in der Eurozone fielen in der vergangenen Woche gemischt aus, so die Analysten von Postbank Research in ihrer aktuellen Ausgabe von "PERSPEKTIVEN Week up front".

Die Einkaufsmanagerindices für Juni hätten nach einem soliden ersten Quartal auf eine stagnierende Volkswirtschaft hingedeutet. Dagegen habe in Deutschland der ifo-Index im sechsten Monat in Folge einen zunehmenden Optimismus unter den deutschen Unternehmen bestätigt, der wahrscheinlich den bevorstehenden fiskalischen Anreizen im Land zu verdanken gewesen sei.

In dieser Woche würden die vorläufigen Einkaufsmanagerindices für Juni in europäischen Volkswirtschaften wie Italien und Spanien (Donnerstag) das Bild vervollständigen. Während das Wachstum vorerst gedämpft bleiben dürfte, könnte die Inflation in der Eurozone den Anstieg der Energiepreise infolge der Eskalation im Nahen Osten zu spüren bekommen haben.

Die heute anstehenden vorläufigen Zahlen zum Verbraucherpreisindex der Eurozone für Juni dürften die jüngste Preisdynamik inmitten der aktuellen geopolitischen Spannungen verdeutlichen. Positiv zu vermerken sei, dass die Arbeitslosenquote in der Eurozone (Mittwoch) zwar weiterhin auf einem historischen Tiefstand verharren dürfte, die Dienstleistungsinflation im Mai jedoch deutlich zurückgegangen sei und den Anstieg der Kerninflation mittelfristig begrenzen dürfte.

Fazit: Der Preisdruck in der Eurozone habe seit Anfang des Jahres deutlich nachgelassen. Der Anstieg der Energiepreise infolge der Spannungen im Nahen Osten habe sich abgeschwächt, aber der Waffenstillstand in der Region sei nach wie vor fragil. Die Analysten von Postbank Research würden weiterhin davon ausgehen, dass die Inflation in der Eurozone in diesem und im nächsten Jahr in der Nähe des EZB-Ziels von 2% bleiben werde, was der EZB eine weitere Zinssenkung auf 1,75% bis Ende Juni 2026 ermöglichen würde. (Ausgabe vom 30.06.2025) (01.07.2025/alc/a/a)