Eurozone: Unveränderte Leitzinsen


27.12.19 10:53
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Zentralbank (EZB) will die Leitzinsen auf aktuellem oder noch niedrigerem Niveau belassen, bis sich die Inflationsrate nachhaltig in Richtung Zielbereich bewegt, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Auch die Netto-Anleihekäufe sollten fortgesetzt werden, bis sich diese Bedingung für die Inflationsentwicklung einstelle. Die Analysten würden so wie die Allgemeinheit und die Notenbank selbst rechnen, dass im Jahr 2020 der Teuerungsdruck noch keinen Anlass gebe, um die aktuell ausgesprochen expansive Ausrichtung der Geldpolitik zurückzufahren. Gleichzeitig sollten sich aber auch die Wirtschaftsaussichten robust genug darstellen, um eine weitere geldpolitische Lockerung hintanzuhalten. Bei wohl unveränderten Leitzinsen bis zumindest weit ins Jahr 2021 sei der Spielraum für eine Bewegung der Geldmarktsätze sehr begrenzt. Dies werde zusätzlich durch das neu eingeführte aktive Management der Negativzinsbelastung eingeengt.

Durch den geteilten Einlagesatz werde sichergestellt, dass nur ein Teil der überschüssigen Notenbankliquidität mit dem Einlagesatz von -0,5% belastet werde. Da mit den fortwährenden Anleihekäufen die Überschussliquidität zunehme, und sich somit der Abwärtsdruck auf die Euribor Sätze Richtung Einlagesatz erhöhen würde, dürfte die EZB im Laufe des Jahr 2020 den Freibetrag anheben. Somit bleibe wohl auch die Wirkung der begleitenden geldpolitischen Maßnahmen auf die Geldmarktsätze nahezu unverändert. Die Analysten würden die Euribor Sätze auf dem aktuellen Niveau weitgehend festgezurrt erachten.

Präsident Powell habe zuletzt die Wirtschaftsmeinung der US-Notenbank sowie den unmittelbaren Zinsaussichten recht eindeutig dargestellt. Das FOMC sehe seinen Ausführungen zu Folge zwar erhebliche Abwärtsrisiken, rechne aber insgesamt mit einer soliden Wirtschaftsentwicklung. Es sei keine weitere Leitzinssenkung geplant, immerhin sollten die bereits beschlossenen Zinssenkungen erst in der kommenden Zeit ihre Wirkung voll entfalten. Nur eine materielle Änderung der Wirtschaftseinschätzung hätte eine weitere geldpolitische Lockerung zur Folge. Andere gewichtige FOMC Mitglieder wie New York FED Präsident Williams würden dieser Vorgabe weitgehend folgen, würden aber zusätzlich explizit für einen proaktiven Ansatz beim Umgang mit Abwärtsrisiken plädieren.

Nach Interpretation der Analysten nehme die US-Notenbank in Summe eine abwartende Haltung ein und lege aktuell in ihrem Zinssenkungszyklus zumindest eine Pause ein. Im Falle von schwachen Wirtschaftsdaten - welche vor allem in den kommenden Monaten nicht auszuschließen seien - dürfte jedoch rasch ein Konsens für die eine oder andere weitere Zinssenkung gefunden werden. Aus Sicht der Analysten schließe sich bis zum Frühjahr das Zeitfenster, um zu vermeiden, ausgerechnet in der heißen Phase der Präsidentschaftsvorwahlzeit die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Somit dürfte die Mehrheit der Notenbanker es bevorzugen, eine etwaige weitere geldpolitische Lockerung eher früher als später vorzunehmen. (Ausgabe 1. Quartal 2020) (27.12.2019/alc/a/a)





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