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Eurozone: Umfeld für Rentenanleger trübt sich ein
12.05.21 08:45
Union Investment
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im April setzte sich der Renditeanstieg im Euroraum fort, so die Experten von Union Investment.
Sowohl Staatsanleihen aus den Kernmärkten als auch den Peripherieländern hätten daher Kursverluste hinnehmen müssen. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sei kurzfristig auf -0,19 Prozent gestiegen. In den vergangenen Monaten seien es oft die US-Staatspapiere gewesen, die den Takt vorgegeben hätten. Diesmal habe sich der europäische Markt jedoch abgekoppelt, denn in den USA sei die Nachfrage nach Staatsanleihen groß gewesen und es sei trotz guter Konjunkturdaten zu Kursgewinnen gekommen. Die Renditedifferenz zwischen beiden Märkten, die Ende März mehr als 200 Basispunkte betragen habe, habe sich dadurch merklich verringert.
Auch wenn die Wirtschaftsdaten im Euroraum noch nicht an die gute Entwicklung in den USA herangereicht hätten, so habe doch das Prinzip Hoffnung gegriffen. Die Impfkampagnen hätten zunehmend an Fahrt gewonnen und damit die Perspektiven für kommende Lockerungsschritte eröffnet. Dies sei auch den Notenbankern der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht entgangen. Auf ihrer Sitzung trat die EZB zwar geschlossen auf, doch innerhalb des Gremiums schien es zunehmend unterschiedliche Ansichten zu geben, so die Experten von Union Investment. Schon seit einiger Zeit würden die "Falken" im EZB-Rat, also die Vertreter einer straffen Geldpolitik, ihre Chance wittern, jetzt die Weichen für den Beginn der Wende zu stellen. Zuletzt seien die Anleihekäufe zwar noch einmal erhöht worden, doch einige Mitglieder, darunter auch Jens Weidmann von der Bundesbank, möchten die Finanzmärkte langsam auf einen Schwenk der Geldpolitik vorbereiten. Gern werde argumentiert, käme der Richtungswechsel zu spät oder zu plötzlich, könnte die Verunsicherung groß sein.
Darüber hinaus habe eine Reihe von Neuemissionen das Marktumfeld belastet. Viele Staaten würden neue Anleihen emittieren, um die jüngsten Fiskalprogramme zu finanzieren. Hierunter hätten vor allem italienische Staatspapiere gelitten. Peripherieanleihen hätten sich daher etwas schlechter entwickelt als Titel aus den Euro-Kernländern. Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index hätten Euro-Staatsanleihen im April einen Verlust von 1,1 Prozent verbucht. Der Trend zu leicht steigenden Renditen dürfte weiter anhalten. (Ausgabe vom 11.05.2021) (12.05.2021/alc/a/a)
Sowohl Staatsanleihen aus den Kernmärkten als auch den Peripherieländern hätten daher Kursverluste hinnehmen müssen. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sei kurzfristig auf -0,19 Prozent gestiegen. In den vergangenen Monaten seien es oft die US-Staatspapiere gewesen, die den Takt vorgegeben hätten. Diesmal habe sich der europäische Markt jedoch abgekoppelt, denn in den USA sei die Nachfrage nach Staatsanleihen groß gewesen und es sei trotz guter Konjunkturdaten zu Kursgewinnen gekommen. Die Renditedifferenz zwischen beiden Märkten, die Ende März mehr als 200 Basispunkte betragen habe, habe sich dadurch merklich verringert.
Auch wenn die Wirtschaftsdaten im Euroraum noch nicht an die gute Entwicklung in den USA herangereicht hätten, so habe doch das Prinzip Hoffnung gegriffen. Die Impfkampagnen hätten zunehmend an Fahrt gewonnen und damit die Perspektiven für kommende Lockerungsschritte eröffnet. Dies sei auch den Notenbankern der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht entgangen. Auf ihrer Sitzung trat die EZB zwar geschlossen auf, doch innerhalb des Gremiums schien es zunehmend unterschiedliche Ansichten zu geben, so die Experten von Union Investment. Schon seit einiger Zeit würden die "Falken" im EZB-Rat, also die Vertreter einer straffen Geldpolitik, ihre Chance wittern, jetzt die Weichen für den Beginn der Wende zu stellen. Zuletzt seien die Anleihekäufe zwar noch einmal erhöht worden, doch einige Mitglieder, darunter auch Jens Weidmann von der Bundesbank, möchten die Finanzmärkte langsam auf einen Schwenk der Geldpolitik vorbereiten. Gern werde argumentiert, käme der Richtungswechsel zu spät oder zu plötzlich, könnte die Verunsicherung groß sein.
Darüber hinaus habe eine Reihe von Neuemissionen das Marktumfeld belastet. Viele Staaten würden neue Anleihen emittieren, um die jüngsten Fiskalprogramme zu finanzieren. Hierunter hätten vor allem italienische Staatspapiere gelitten. Peripherieanleihen hätten sich daher etwas schlechter entwickelt als Titel aus den Euro-Kernländern. Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index hätten Euro-Staatsanleihen im April einen Verlust von 1,1 Prozent verbucht. Der Trend zu leicht steigenden Renditen dürfte weiter anhalten. (Ausgabe vom 11.05.2021) (12.05.2021/alc/a/a)


