Eurozone: Treiben Ölpreise die Inflation in Richtung 2%?


31.01.18 09:45
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Der Anstieg der Ölpreise in den vergangenen Monaten - seit der Jahresmitte 2017 hat sich die Sorte "Brent" um gut 50% verteuert - hat die Frage aufgeworfen, ob sich dadurch die Inflation in der Eurozone der Zielmarke der EZB von "unter, aber nahe 2% in der mittleren Frist" annähert, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Zwar würden die Analysten im Jahresverlauf 2018 tatsächlich mit einem vorübergehenden Anziehen der Teuerung bis auf 1,7% rechnen, im Jahresdurchschnitt dürfte der Wert aus dem Vorjahr (1,5%) jedoch nur bestätigt werden, und auch 2019 würden die Analysten mit Blick auf den zugrundeliegenden geringen Preisdruck - die Kernrate der Konsumentenpreise (ohne Lebensmittel, Energie, Alkohol und Tabak) habe im Dezember 2017 lediglich bei 0,9% gelegen - und der verhaltenen Lohnentwicklung nicht mit einer Zielerfüllung der Notenbank rechnen. Zum Jahresbeginn 2018 dürfte es aufgrund von Basiseffekten sogar zu einem spürbaren Monatsrückgang gekommen sein, sodass die Jahresrate im Vergleich zum Dezember 2017 unverändert bei 1,4% geblieben sein dürfte.

Die EZB betrachte die Preisentwicklung in der Eurozone nach wie vor mit Sorgenfalten und sei von der Nachhaltigkeit eines Inflationsanstiegs mehrheitlich noch nicht überzeugt. Die Analysten würden daher davon ausgehen, dass es in diesem Jahr nicht mehr zu einer Leitzinsanhebung komme. Der jüngste Anstieg der Renditen von deutschen Staatsanleihen dürfte somit nur eine temporäre Entwicklung darstellen. EZB-Ratsmitglied Klaas Knot sehe es als vernünftig an, die Anleihenkäufe nach September zu stoppen, ggf. sei danach aber noch eine kurze Auslaufperiode nötig. (31.01.2018/alc/a/a)