Eurozone: Steigende Arbeitskosten als Inflationsrisiko


22.12.23 10:02
Hamburg Commercial Bank

Hamburg (www.anleihencheck.de) - In den vergangenen Monaten ist die Inflationsrate in der Eurozone deutlich und vor allem stärker als erwartet zurückgegangen - zuletzt auf 2,4% im November, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG.

Ein Grund für den starken Rückgang seien unter anderem Basiseffekte, aber auch rückläufige Energiepreise gewesen, durch die die Energiepreiskomponente - die etwa 10% im Warenkorb ausmache - einen vergleichsweise stark negativen Beitrag zur Inflation geliefert habe. Aus einer anderen, differenzierten Sicht könne man insbesondere bei der Güterinflation einen starken Rückgang sehen, während sich die Dienstleistungsinflation vergleichsweise zäh zurückbilde. Der personalintensive Sektor, der im CPI-Warenkorb knapp 44% ausmache, könnte durch die nicht nur hohen, sondern sogar steigenden Arbeitskosten im Euroraum zu einem richtigen Inflationsproblem werden.

Im dritten Quartal seien die Arbeitskosten im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,5% gestiegen und bisher gebe es keine Aussicht auf einen baldigen Rückgang. Es würden derzeit noch immer höhere Löhne verhandelt, um den Kaufkraftverlust einigermaßen auszugleichen. Sollte sich das in den nächsten Quartalen fortsetzen, dürfte die Dienstleistungsinflation zu einem echten Problem für die "Doves" und Optimisten am Markt werden, die bereits im April 2024 auf Zinssenkungen durch die EZB setzen würden. (Ausgabe vom 21.12.2023) (22.12.2023/alc/a/a)