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Eurozone: Spekulationen auf eine Leitzinssenkung dämpfen die Euribor Sätze
30.04.20 12:45
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Wie von uns befürchtet fiel der Einbruch der Wirtschaftsleistung im ersten Quartal noch stärker aus als von vielen erwartet, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Laut vorläufigen Schnellschätzungen habe sich das BIP in der Eurozone im ersten Quartal um 3,8% p.q. reduziert. Laut vorliegenden Daten aus einzelnen Ländern stelle Frankreich mit -5,8% p.q. das Schlusslicht dar. In Spanien (-5,2% p.q.) und Italien (-4,7% p.q.) sei der Rückgang ebenfalls sehr heftig und deutlich über dem Euroschnitt gewesen, der in etwa in Belgien (-3,9% p.q.) ausgewiesen worden sei. Österreich sei mit einem BIP-Rückgang von 2,5% p.q. bislang vergleichsweise besser durch die Krise gekommen. Die Zahlen würden nahe legen, dass auch die deutsche Wirtschaft - die Veröffentlichung der Schnellschätzung erfolge in rund zwei Wochen - einen geringeren Einbruch als der Euroschnitt habe hinnehmen müssen. Der historisch einzigartige Absturz begründe sich in allen Ländern überwiegend auf die Phase in der zweiten Märzhälfte, in der umfangreiche Geschäftsrestriktionen wirksam gewesen seien. Somit sei jetzt schon klar, dass das Minus des gesamtwirtschaftlichen Outputs zwischen April und Juni noch viel heftiger ausfallen werde.
In den kommenden Tagen würden für einzelne Euroländer Industriedaten für den Monat März veröffentlicht. Angesichts der vorliegenden BIP Schnellschätzung bringe diese Information kaum zusätzliches Wissen. Die letzten noch relevanten ausstehenden Umfrageindikatoren für den Monat April seien die Einkaufsmanagerindices für Italien und Spanien. Die bekannten Schnellschätzungen für die Eurozone, Deutschland und Frankreich würden auf ein deutliches Minus schließen lassen, das im Verarbeitenden Gewerbe stärker ausfallen sollte als im Dienstleistungsbereich. Während bei Veröffentlichungen zur zurückliegenden wirtschaftlichen Aktivität weitere Hiobsbotschaften absehbar seien, hätten Stimmungs- und Konjunkturumfragen ihr Tief im April wohl erreicht. Dies sollte durch einen Anstieg beim anstehenden Sentix Index unterstrichen werden, welcher traditionell den Auftakt im monatlichen Reigen der Umfrageindikatoren mache. Die Analysten der RBI setzen eine klare Verbesserung an, welche überwiegend von einer positiveren Beurteilung der zukünftigen Geschäftstätigkeit getragen werden sollte.
Am Zinsmarkt sei in den vergangenen Tagen der Aufwärtsdrift der Euribor Sätze gedreht und die Geldmarktzinsen hätten sich wieder reduziert. Ausschlaggebend sei aus Sicht des Analysten nicht eine veränderte Liquiditätssituation am Geldmarkt. Vielmehr würden Spekulationen auf eine Leitzinssenkung die Euribor Sätze dämpfen. Die Analysten der RBI rechnen so wie viele Marktteilnehmer, dass die EZB den Einlagesatz im zweiten Quartal nochmals reduziert. Ohne diesen Schritt würden sich die Euribor Sätze wohl wieder nach oben entwickeln. Aufgrund des bereits hohen Niveaus hätten die Analysten ihre Empfehlungen für die Eurozonen Staatsanleihen angepasst.
Italienische und spanische Spreads (Aufschlag zu deutscher Benchmark) hätten die Analysten letzte Woche bereits von Verkaufen auf Halten gesetzt. Der von den BIP-Zahlen bestätigte schwerere wirtschaftliche Rückgang in Spanien und Italien sei bereits in den Renditen eingepreist. Auch der Downgrade Italiens auf BBB- (Ausblick stabil) von Fitch habe zu keiner verstärkten Bewegung am Markt geführt. Seit Anfang der Verkauf-Empfehlung des Analysten vor gut einem Monat seien die Spreads für Italien und Spanien um 50 BP bzw. 40 BP gestiegen. Einen weiteren nachhaltigen Anstieg würden die Analysten für unwahrscheinlich halten. Zwar könne es zeitweise aufgrund von sich zuspitzenden Verhandlungen über EU Hilfsprogramme zu erhöhter Volatilität kommen, nach einigem Tauziehen sollte aber eine Einigung auf einen großen Wiederaufbaufonds gelingen. Daneben könnten die hohen Verschuldungsquoten und die Frage nach der Schuldentragfähigkeit das Marktsentiment belasten. Aufgrund des aktuell niedrigen Zinsumfelds und der umfangreichen EZB Unterstützung sähen die Analysten letzteres zunächst jedoch nicht als Problem.
Die aktuellen österreichischen und französischen Risikoprämien erachten die Analysten der RBI als guten Einstiegszeitpunkt. Die Spreads würden sich seit rund einem Monat seitwärts entwickeln. Die anlaufenden erhöhten Staatsanleihekäufe der EZB sollten für beide Länder den Abwärtsdruck auf die Risikoprämien erhöhen. Österreich steche im europäischen Vergleich zusätzlich mit frühen Aufhebungen der Lockdown-Maßnahmen hervor, was sich ebenfalls positiv auswirken sollte. (30.04.2020/alc/a/a)
Laut vorläufigen Schnellschätzungen habe sich das BIP in der Eurozone im ersten Quartal um 3,8% p.q. reduziert. Laut vorliegenden Daten aus einzelnen Ländern stelle Frankreich mit -5,8% p.q. das Schlusslicht dar. In Spanien (-5,2% p.q.) und Italien (-4,7% p.q.) sei der Rückgang ebenfalls sehr heftig und deutlich über dem Euroschnitt gewesen, der in etwa in Belgien (-3,9% p.q.) ausgewiesen worden sei. Österreich sei mit einem BIP-Rückgang von 2,5% p.q. bislang vergleichsweise besser durch die Krise gekommen. Die Zahlen würden nahe legen, dass auch die deutsche Wirtschaft - die Veröffentlichung der Schnellschätzung erfolge in rund zwei Wochen - einen geringeren Einbruch als der Euroschnitt habe hinnehmen müssen. Der historisch einzigartige Absturz begründe sich in allen Ländern überwiegend auf die Phase in der zweiten Märzhälfte, in der umfangreiche Geschäftsrestriktionen wirksam gewesen seien. Somit sei jetzt schon klar, dass das Minus des gesamtwirtschaftlichen Outputs zwischen April und Juni noch viel heftiger ausfallen werde.
Am Zinsmarkt sei in den vergangenen Tagen der Aufwärtsdrift der Euribor Sätze gedreht und die Geldmarktzinsen hätten sich wieder reduziert. Ausschlaggebend sei aus Sicht des Analysten nicht eine veränderte Liquiditätssituation am Geldmarkt. Vielmehr würden Spekulationen auf eine Leitzinssenkung die Euribor Sätze dämpfen. Die Analysten der RBI rechnen so wie viele Marktteilnehmer, dass die EZB den Einlagesatz im zweiten Quartal nochmals reduziert. Ohne diesen Schritt würden sich die Euribor Sätze wohl wieder nach oben entwickeln. Aufgrund des bereits hohen Niveaus hätten die Analysten ihre Empfehlungen für die Eurozonen Staatsanleihen angepasst.
Italienische und spanische Spreads (Aufschlag zu deutscher Benchmark) hätten die Analysten letzte Woche bereits von Verkaufen auf Halten gesetzt. Der von den BIP-Zahlen bestätigte schwerere wirtschaftliche Rückgang in Spanien und Italien sei bereits in den Renditen eingepreist. Auch der Downgrade Italiens auf BBB- (Ausblick stabil) von Fitch habe zu keiner verstärkten Bewegung am Markt geführt. Seit Anfang der Verkauf-Empfehlung des Analysten vor gut einem Monat seien die Spreads für Italien und Spanien um 50 BP bzw. 40 BP gestiegen. Einen weiteren nachhaltigen Anstieg würden die Analysten für unwahrscheinlich halten. Zwar könne es zeitweise aufgrund von sich zuspitzenden Verhandlungen über EU Hilfsprogramme zu erhöhter Volatilität kommen, nach einigem Tauziehen sollte aber eine Einigung auf einen großen Wiederaufbaufonds gelingen. Daneben könnten die hohen Verschuldungsquoten und die Frage nach der Schuldentragfähigkeit das Marktsentiment belasten. Aufgrund des aktuell niedrigen Zinsumfelds und der umfangreichen EZB Unterstützung sähen die Analysten letzteres zunächst jedoch nicht als Problem.
Die aktuellen österreichischen und französischen Risikoprämien erachten die Analysten der RBI als guten Einstiegszeitpunkt. Die Spreads würden sich seit rund einem Monat seitwärts entwickeln. Die anlaufenden erhöhten Staatsanleihekäufe der EZB sollten für beide Länder den Abwärtsdruck auf die Risikoprämien erhöhen. Österreich steche im europäischen Vergleich zusätzlich mit frühen Aufhebungen der Lockdown-Maßnahmen hervor, was sich ebenfalls positiv auswirken sollte. (30.04.2020/alc/a/a)
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