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Eurozone: Rückgang der Renditen bei steigender Inflation
09.08.21 09:45
Hamburg Commercial Bank
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Im zweiten Quartal ist das BIP der Eurozone mit einer überraschend hohen Rate von 2,0% QoQ expandiert, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG.
Weiter würden die hohen Werte der PMI-Einkaufsmanagerindices darauf hindeuten, dass sich der Wachstumsprozess zunächst noch fortsetzen werde. Entsprechend würden die Analysten damit rechnen, dass der BIP-Zuwachs im Gesamtjahr höher ausfallen werde als bislang von ihnen prognostiziert. Die Analysten würden von einem Wirtschaftswachstum in der Eurozone von 4,6% ausgehen (bisher: 3,9%).
Die Inflation sei in der Eurozone weiter gestiegen und habe im Juli bei 2,2% YoY gelegen. Der Rückgang der Kernrate der Inflation auf 0,6% habe offensichtlich mit technischen Faktoren bei der Saisonbereinigung zu tun (der Sommerschlussverkauf habe 2020 in Frankreich und Italien später als üblich begonnen). Die Gesamtinflationsrate werde voraussichtlich im Herbst ihren Höhepunkt bei leicht unter 3% erreichen und dann mit den auslaufenden Basiseffekten deutlich unter 2% fallen.
Das Inflationsniveau werde vermutlich höher liegen als vor der Krise, da die Coronakrise mit einem Strukturwandel einhergehen dürfte. Die damit verbundenen Mehrkosten dürften die Produzenten teilweise weitergeben. Zu diesen Anpassungen gehöre etwa die Neuordnung von Wertschöpfungsketten, eine höhere Lagerhaltung und andere Maßnahmen, um unabhängiger von Lieferkettenengpässen zu werden. Insgesamt sollte die Inflation aber unter Kontrolle bleiben, zumal nicht von einem Superzyklus bei den Rohstoffpreisen auszugehen sei. Insbesondere bei den Ölpreisen würden die Analysten ein Ende der Rally sehen.
Die überraschendste Entwicklung der vergangenen Wochen sei der deutliche Rückgang der Renditen gewesen. Die zehnjährigen Bund-Renditen seien vom diesjährigen Hoch von -0,09% auf -0,50% gefallen, ohne dass ein bestimmtes Ereignis die Abwärtsbewegung eingeleitet hätte. Man müsse davon ausgehen, dass die enttäuschte Hoffnung, in den USA und der Eurozone könnte noch in diesem Sommer Herdenimmunität erreicht werden, kombiniert mit der sich rasch ausbreitenden Delta-Variante, eine Rolle gespielt habe.
Außerdem dürfte die Fiskalpolitik im kommenden Jahr deutlich weniger expansiv ausfallen. Und schließlich habe sich die Inflationspanik wieder gelegt, die meisten Beobachter würden der Einschätzung der Zentralbanken glauben, dass der Anstieg der Teuerungsrate in erster Linie vorübergehend sei. Für die EZB bestehe in diesem Umfeld kein besonderer Handlungsbedarf. (Ausgabe vom 06.08.2021) (09.08.2021/alc/a/a)
Weiter würden die hohen Werte der PMI-Einkaufsmanagerindices darauf hindeuten, dass sich der Wachstumsprozess zunächst noch fortsetzen werde. Entsprechend würden die Analysten damit rechnen, dass der BIP-Zuwachs im Gesamtjahr höher ausfallen werde als bislang von ihnen prognostiziert. Die Analysten würden von einem Wirtschaftswachstum in der Eurozone von 4,6% ausgehen (bisher: 3,9%).
Das Inflationsniveau werde vermutlich höher liegen als vor der Krise, da die Coronakrise mit einem Strukturwandel einhergehen dürfte. Die damit verbundenen Mehrkosten dürften die Produzenten teilweise weitergeben. Zu diesen Anpassungen gehöre etwa die Neuordnung von Wertschöpfungsketten, eine höhere Lagerhaltung und andere Maßnahmen, um unabhängiger von Lieferkettenengpässen zu werden. Insgesamt sollte die Inflation aber unter Kontrolle bleiben, zumal nicht von einem Superzyklus bei den Rohstoffpreisen auszugehen sei. Insbesondere bei den Ölpreisen würden die Analysten ein Ende der Rally sehen.
Die überraschendste Entwicklung der vergangenen Wochen sei der deutliche Rückgang der Renditen gewesen. Die zehnjährigen Bund-Renditen seien vom diesjährigen Hoch von -0,09% auf -0,50% gefallen, ohne dass ein bestimmtes Ereignis die Abwärtsbewegung eingeleitet hätte. Man müsse davon ausgehen, dass die enttäuschte Hoffnung, in den USA und der Eurozone könnte noch in diesem Sommer Herdenimmunität erreicht werden, kombiniert mit der sich rasch ausbreitenden Delta-Variante, eine Rolle gespielt habe.
Außerdem dürfte die Fiskalpolitik im kommenden Jahr deutlich weniger expansiv ausfallen. Und schließlich habe sich die Inflationspanik wieder gelegt, die meisten Beobachter würden der Einschätzung der Zentralbanken glauben, dass der Anstieg der Teuerungsrate in erster Linie vorübergehend sei. Für die EZB bestehe in diesem Umfeld kein besonderer Handlungsbedarf. (Ausgabe vom 06.08.2021) (09.08.2021/alc/a/a)
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