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Eurozone: Renditen vielfach auf Rekordtiefständen
10.09.19 13:30
Union Investment
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Europäische Staatsanleihen setzten ihre freundliche Entwicklung fort und waren auch im August stark nachgefragt, so die Experten von Union Investment.
Anhaltende Konjunktursorgen, ein sich abermals zuspitzender Handelskrieg zwischen China und den USA und ein drohender ungeordneter Austritt des Vereinigten Königreiches aus der Europäischen Union seien nur einige Hiobsbotschaften gewesen, die für eine unverändert große Verunsicherung der Anleger gesorgt hätten. Die Renditen von Papieren der Euro-Kernstaaten hätten in diesem Umfeld Rekordtiefstände erzielt. Dabei seien negative Renditen längst keine Seltenheit mehr. Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik sei eine dreißigjährige Anleihe emittiert worden, die über einen Nullkupon verfügt habe und mit einer negativen Rendite an den Markt gekommen sei. Zehnjährige Bundesanleihen hätten Ende August bei -0,7 Prozent rentiert und damit noch einmal deutlich tiefer als noch Ende Juli.
Auch Anleihen der europäischen Peripherieländer hätten kräftige Kursgewinne verbucht. Wie groß der Anlagenotstand derzeit sei, sei bei italienischen Anleihen deutlich geworden. Selbst eine zwischenzeitliche Regierungskrise habe sich nicht negativ ausgewirkt. Innenminister Salvini habe die Koalition seiner Lega-Partei mit der 5-Sterne-Bewegung in der Hoffnung aufgekündigt, als Gewinner aus einer möglichen Neuwahl hervorzugehen. Die Budgetverhandlungen mit Brüssel würde dies erheblich erschweren. Nun sehe es aber nach einer Einigung zwischen der 5-Sterne-Bewegung mit der Partito Democratico (PD) des ehemaligen Ministerpräsidenten Renzi unter Führung des bisherigen Ministerpräsidenten Conte aus.
Auch wenn die Halbwertszeit dieser Koalition kurz sein dürfte, seien die Marktteilnehmer erleichtert gewesen. Die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen sei unter die Marke von einem Prozent gesunken. Als stützend habe sich auch die Erwartung eines neuerlichen Ankaufprogramms der EZB erwiesen. Die Geldpolitik der großen Notenbanken werde daher auch in den kommenden Wochen der marktbestimmende Faktor für die Entwicklung an den Rentenmärkten bleiben. Auf Indexebene (iBoxx Sovereigns) habe der Gesamtmarkt um 2,5 Prozent zugelegt. Seit Jahresbeginn summiere sich der Zuwachs inzwischen auf beachtliche 10,4 Prozent. (Ausgabe vom 06.09.2019) (10.09.2019/alc/a/a)
Anhaltende Konjunktursorgen, ein sich abermals zuspitzender Handelskrieg zwischen China und den USA und ein drohender ungeordneter Austritt des Vereinigten Königreiches aus der Europäischen Union seien nur einige Hiobsbotschaften gewesen, die für eine unverändert große Verunsicherung der Anleger gesorgt hätten. Die Renditen von Papieren der Euro-Kernstaaten hätten in diesem Umfeld Rekordtiefstände erzielt. Dabei seien negative Renditen längst keine Seltenheit mehr. Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik sei eine dreißigjährige Anleihe emittiert worden, die über einen Nullkupon verfügt habe und mit einer negativen Rendite an den Markt gekommen sei. Zehnjährige Bundesanleihen hätten Ende August bei -0,7 Prozent rentiert und damit noch einmal deutlich tiefer als noch Ende Juli.
Auch Anleihen der europäischen Peripherieländer hätten kräftige Kursgewinne verbucht. Wie groß der Anlagenotstand derzeit sei, sei bei italienischen Anleihen deutlich geworden. Selbst eine zwischenzeitliche Regierungskrise habe sich nicht negativ ausgewirkt. Innenminister Salvini habe die Koalition seiner Lega-Partei mit der 5-Sterne-Bewegung in der Hoffnung aufgekündigt, als Gewinner aus einer möglichen Neuwahl hervorzugehen. Die Budgetverhandlungen mit Brüssel würde dies erheblich erschweren. Nun sehe es aber nach einer Einigung zwischen der 5-Sterne-Bewegung mit der Partito Democratico (PD) des ehemaligen Ministerpräsidenten Renzi unter Führung des bisherigen Ministerpräsidenten Conte aus.
Auch wenn die Halbwertszeit dieser Koalition kurz sein dürfte, seien die Marktteilnehmer erleichtert gewesen. Die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen sei unter die Marke von einem Prozent gesunken. Als stützend habe sich auch die Erwartung eines neuerlichen Ankaufprogramms der EZB erwiesen. Die Geldpolitik der großen Notenbanken werde daher auch in den kommenden Wochen der marktbestimmende Faktor für die Entwicklung an den Rentenmärkten bleiben. Auf Indexebene (iBoxx Sovereigns) habe der Gesamtmarkt um 2,5 Prozent zugelegt. Seit Jahresbeginn summiere sich der Zuwachs inzwischen auf beachtliche 10,4 Prozent. (Ausgabe vom 06.09.2019) (10.09.2019/alc/a/a)


