Eurozone: Die Option Leitzinssenkung eher unwahrscheinlich?


07.12.20 09:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Das Highlight in der laufenden Woche ist sicher die Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB), so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Bei dieser Zusammenkunft werde der EZB-Rat den geldpolitischen Maßnahmenmix diskutieren und eine Neujustierung beschließen. Die Analysten der RBI würden davon ausgehen, dass eine Verlängerung (Aufstockung) des PEPP bis zumindest Jahresende 2021 beschlossen werde (monatliches Volumen in H2 von EUR 80 bis 100 Mrd.). Zudem dürfte bei den TLTROs der Zinsabschlag bis Ende 2021 zur Anwendung kommen (Laufzeit bislang bis Mitte 2021) und es könnten weitere Refinanzierungsgeschäfte (mit möglicherwiese etwas anderen Bedingungen) angeboten werden. Die Option Leitzinssenkung - zeitweilig von einigen Ratsmitgliedern in den Vordergrund gerückt - erscheine den Analysten der RBI eher unwahrscheinlich.

Zusätzlich zu diesen Hauptelementen seien sicher noch weitere Details im Gesamtpaket zu finden. Zum Beispiel sollten die aufgeweichten Standards für andienbare Sicherheiten weiterhin gelten. Des Weiteren würden die Analysten der RBI die Anhebung des Freibetrags, auf den Banken keine Negativzinsen für ihre Überschussliquidität zahlen müssen, für überfällig erachten (Erhöhung Multiplikator). In Summe sei es wohl Ziel der EZB, die aktuell günstigen Finanzierungsbedingungen für die öffentliche Hand und private Wirtschaft für noch längere Zeit sicherzustellen. Die anstehenden, sicher tief greifenden Beschlüsse seien vor allem aufgrund des absehbaren Auslaufens vieler genannter Elemente notwendig. Einen zusätzlichen Impuls, welcher die Geldmarktsätze, Swapsätze, deutsche Anleiherenditen oder die Länderspreads noch weiter nach unten treibe, würden die Analysten der RBI nicht erwarten. Insofern würden sie ihre Prognosen gut positioniert erachten.

Neben den geldpolitischen Beschlüssen werde die EZB auch neue Wirtschaftsprognosen veröffentlichen. Die Analysten der RBI würden eine Aufwärtsrevision der BIP-Wachstumsschätzung für 2020 und eine Abwärtsrevision für 2021 erwarten. Die Inflationsschätzung für das kommende Jahr dürfte ebenfalls nach unten genommen werden. Die anstehenden Wirtschaftsdaten dürften etwas in den Hintergrund treten. Laut Umfrageindikatoren hätten sich Restriktionen im Oktober noch nicht belastend für den Industriesektor ausgewirkt. Der Output dürfte in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien im Vergleich zum Vormonat zugelegt haben. Die Stimmung von Finanzmarktteilnehmern sollte sich im Gleichklang zur Aktienmarktentwicklung der letzten Wochen verbessert haben. Die Analysten der RBI würden sowohl bei den ZEW- als auch bei den sentix-Umfragen mit einer Aufhellung des Sentiments rechnen. (Ausgabe vom 04.12.2020) (07.12.2020/alc/a/a)




hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
2,15 % 2,15 % -   % 0,00% 31.05./17:30
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
XFARIV001614 2,65 % 2,15 %