Eurozone: Niedrige Kerninflation stützt EZB-Kurs


16.11.17 09:00
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Obwohl die jüngsten Daten zum BIP-Wachstum in Q3/2017 vor allem in Deutschland und Italien auf der Oberseite überraschten, bleibt der Preisdruck in der Eurozone immer noch aus, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Dies sollte durch die endgültigen Zahlen zur Inflationsentwicklung im Oktober untermauert werden. Der harmonisierte Verbraucherpreisindex werde nach Erachten der Analysten gemäß der Vorabschätzung nur um 1,4% gg. Vj. zunehmen (1,5% gg. Vj. im September). Damit entferne sich die Inflationsrate weiter vom Zielniveau der EZB von "unter aber nahe an 2%". Da auch die Kerninflationsrate auf 0,9% gg. Vj. (von 1,1% im September) zurückgefallen sein sollte, dürfte sich die EZB in ihrem nur zögerlichen Ausstieg aus dem QE-Programm für den Moment bestätigt fühlen.

An den Devisenmärkten habe der Euro in den letzten Tagen ein Comeback gefeiert, nachdem er in Folge der EZB-Ratssitzung Ende Oktober unter Druck geraten sei. Gegenüber dem US-Dollar habe die Gemeinschaftswährung zeitweilig das Niveau von 1,18 USD überstiegen. Solange die Inflation im Euroraum nicht nachhaltig anziehe, werde aber die EZB keinen Anlass sehen, von ihrem ultralockeren geldpolitischen Kurs abzuweichen und somit langfristig das Aufwertungspotenzial des Euro überschaubar bleiben. (16.11.2017/alc/a/a)